Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Was tun gegen Übergewicht und Fettleibigkeit von Kindern?

24.08.2006
Bremer Institut für Präventionsforschung und Sozialmedizin koordiniert größte europäische Adipositas-Studie / Start: 1. September 2006

Immer mehr Kinder sind zu dick. Schätzungen zufolge hat heute jedes achte Kind bei der Einschulung in Deutschland Übergewicht. Chronische Erkrankungen und Spätschäden wie Diabetes, Gallensteine, Fettleber, Nierenschäden, Plattfüße und Gelenkschädigungen sind die Folge. Experten sprechen bereits von einer "Adipositas-Epidemie". Deren mittelbare Folgekosten für das deutsche Gesundheitssystem werden auf zwölf Milliarden Euro pro Jahr geschätzt.

Vor allem ungesunde Ernährung, mangelnde Bewegung und Veränderungen des sozialen Umfelds in den vergangenen Jahrzehnten sind Schuld an dem Problem. Um den Trend zu bremsen oder sogar umzukehren, fördert die Europäische Kommission im Rahmen ihrer Forschungspolitik nun das Projekt IDEFICS mit 15 Millionen Euro. IDEFICS ("Identification and prevention of dietary- and lifestyle- induced health effects in children and infants") ist die europaweit größte Studie zur Erforschung der Ursachen und zur Vorbeugung von Übergewicht bei Kindern, die vom Bremer Institut für Präventionsforschung und Sozialmedizin (BIPS) koordiniert wird. Am 1. und 2. September treffen sich über 50 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler und Vertreter mittelständischer Unternehmen aus elf europäischen Ländern in Bremen, um die Weichen für die auf 5 Jahre angelegte Studie zu stellen.

Im Anschluss daran (2. und 3. September) findet ein Workshop zu der für die Datensammlung notwendigen Technologien statt. Das Ziel dabei ist, methodische Aspekte von IDEFICS mit Wissenschaftlern aus den unterschiedlichsten Fachrichtungen zu diskutieren. Neben dem IDEFICS Projekt stellt sich auch ein weiteres europäisches Partnerprojekt auf dem Workshop vor, und zwar HELENA ("Healthy lifestyles in Europe by nutrition in adolescents"). Während sich HELENA auf Jugendliche konzentriert hat IDEFICS das Ziel, Übergewicht bei zwei- bis zehnjährigen europäischen Kindern zu bekämpfen. Ein Schwerpunkt dabei ist die Erforschung der Risiken für Übergewicht oder Fettleibigkeit bei Kindern und den damit verbundenen Langzeitfolgen. Zudem wird in der Studie ein bislang einmaliger Forschungsansatz geprüft, der von der Vermutung ausgeht, dass Geschmackspräferenzen und -empfindungen großen Einfluss auf die Entwicklung von Übergewicht haben.

Über die reine Forschung hinaus wird IDEFICS Aktivitäten zur Gesundheitsförderung und Prävention in Schulen und Kindergärten anbieten. Diese Präventionsprogramme werden innerhalb der IDEFICS Studie entwickelt und evaluiert. Die Ergebnisse der Studie sollen neben ihrer Einbettung in die Prävention auch in Richtlinien zu gesunder Ernährung, zu gesundem Verhalten und Lebensstil sowie Ethik in allen teilnehmenden Ländern einfließen. Ein Ziel von IDEFICS ist es, diese Richtlinien für gesundheitspolitische Empfehlungen in allen teilnehmenden Ländern einsetzen zu können. Das Programm des Workshops können Sie auf unserer BIPS-Webseite herunterladen: http://www.bips.uni-bremen.de/workshop_idefics_2006.php

Weitere Informationen:

Bremer Institut für Präventionsforschung und Sozialmedizin (BIPS)
Katharina Maria Keimer (MSc, BSc)
Linzer Straße 10
Tel: 0421/ 59596-36
Email: keimer@bips.uni-bremen.de

Angelika Rockel | idw
Weitere Informationen:
http://www.bips.uni-bremen.de/workshop_idefics_2006.php

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Diabetesmedikament könnte die Heilung von Knochenbrüchen verbessern
17.03.2017 | Deutsches Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke

nachricht Soziale Phobie: Hinweise auf genetische Ursache
10.03.2017 | Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Förderung des Instituts für Lasertechnik und Messtechnik in Ulm mit rund 1,63 Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise

TU-Bauingenieure koordinieren EU-Projekt zu Recycling-Beton von über sieben Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise