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Schwangerschaft: Fetter Fisch bringt geschmeidige Babys

23.08.2006
Zusammenhang zwischen pränataler Nahrung und Motorik nachgewiesen

Die Motorik neugeborener Babys entwickelt sich in den ersten 18 Monaten besser, wenn die Mutter während der Schwangerschaft viel fetten Fisch gegessen hat. Das zeigt eine Studie der Arbeitsgruppe Early Nutrition and Development des niederländischen Universitair Medisch Centrum Groningen (UMCG). Transfette - künstliche Fette, die von der Nahrungsmittelindustrie Nahrungsmitteln wie etwa Chips, Kroketten, Pommes sowie gefülltem Kuchen hinzugefügt werden - haben dagegen einen negativen Einfluss auf die Motorik. Es ist weltweit das erste Mal, dass Wissenschaftler den Effekt pränataler Nahrung auf die neurologische Entwicklung von Babys über 18 Monaten nachweisen haben können. Die Ergebnisse der Studie wurden nun in der Fachzeitschrift "Pediatric Research" veröffentlicht.

An der Studie, die neun Jahre beansprucht hat, nahmen über 300 niederländische Kinder teil. Alle beteiligten Kinder wurden nach einer normal ausgetragenen Schwangerschaft geboren. Indem die Forscher die Wände der Nabelschnüre dieser Kinder untersuchten, konnten sie analysieren, welche Nährstoffe vor der Geburt bereits anwesend waren. Daraus ergab sich, dass sich Babys, die vor der Geburt über die Nabelschnur viel mehrfach ungesättigte Fettsäure ("Fischölfettsäure") in ihrem Blut aufgenommen haben, geschmeidiger und weniger hölzern bewegen als Kinder, die während der Schwangerschaft viele Transfettsäuren in ihrem Blut hatten.

"Diese Studie zeigt, wie groß der Einfluss von pränataler Nahrung auf die Entwicklung eines Babys ist", so Entwicklungsneurologin Mijna Hadders-Algra, Projektleiterin der Studie, gegenüber pressetext. Wenn eine Frau schwanger ist, sei es für die motorische Entwicklung des Babys am besten, viel Makrele und anderen fetten Fisch zu konsumieren. "Kinder haben dann nach 18 Monaten eine bessere spontane Motorik. Sie stolpern nicht über Spielzeuge, die sie selber hinterlassen haben und bewegen sich fließender." Laut Hadders-Algra sollten schwangere Frauen von Transfettsäuren allerdings besser die Finger lassen.

Der Einfluss von Nahrung auf die Motorik ist übrigens nicht bleibend: Der geringe Effekt, der in den ersten Monaten auftritt, ist nach achtzehn Monaten verschwunden. Trotzdem hofft die Wissenschaftlerin, dass die Ergebnisse ihrer Studie die Nahrungsmittelindustrie dazu anspornt, die Anwendung von Transfettsäuren weiter zurückzudrängen.

Reanne Leuning | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www2.umcg.nl
http://www.pedresearch.org

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