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Afrikanische HIV-Patienten befolgen ihre Verordnungen

09.08.2006
Studie widerlegt historisch gewachsenes Vorurteil

HIV-Patienten in Schwarzafrika sind disziplinierter beim Einnehmen ihrer Medikamente als ihre nordamerikanischen Leidensgenossen. Zu diesem Ergebnis ist eine Studie des Centre for International Health and Human Rights Studies gekommen. Diese Ergebnisse bedeuten, dass eine schlechte Einhaltung der Medikation nicht von Entscheidungsträgern als Entschuldigung dafür herangezogen werden sollte, dass die dringend notwendigen antiretroviralen Medikamente für Entwicklungsländer nicht in ausreichendem Maß zur Verfügung gestellt werden.

Entgegen der verbreiteten Meinung, zeigte sich, dass 77 Prozent der Patienten in diesen afrikanischen Regionen ihre HIV-Medikamente wie verschrieben einnehmen. Demgegenüber steht in Amerika und Kanada ein Prozentsatz von geschätzten 55 Prozent. Die Ergebnisse der Studie wurden im Journal of the American Medical Society veröffentlicht.

Das Team wertete 31 Studien aus Nordamerika mit insgesamt 18.000 Patienten und 27 Studien aus Schwarzafrika mit rund 12.000 Teilnehmern aus. Die Forscher um Edward Mills waren sich zuerst nicht klar darüber, warum Menschen in relativ reichen nordamerikanischen Ländern schlechter im Einnehmen von HIV-Medikamenten waren. Sie gehen jedoch davon aus, dass dieser Umstand mit den verschiedenen Formen der erlittenen Armut in Zusammenhang stehen dürfte. In Armut lebende HIV-Infizierte in Nordamerika haben bekanntermaßen eine geringe Disziplin bei dem Festhalten an die verschriebene Behandlung. Entscheidungsträger haben daher angenommen, dass viele Schwarzafrikaner ebenfalls wenig diszipliniert sein dürften, da sie vielfach arm sind.

Mills betont laut New Scientist, dass Armut auf keinen Fall immer das gleiche bedeutet. Verarmte Nordamerikaner dürften ihre HIV-Medikamente eher aufgrund von Faktoren wie einer schlechten Beziehung zwischen Krankenhaus und Patient, unbehandelten Depressionen oder Drogenmissbrauch nicht mehr einnehmen. "Diese Überprüfung widerspricht der historischen Erwartung, dass Afrikaner antiretroviralen Medikationen schlecht einhalten, die als Erklärung dafür herhalten musste, warum es zu Verzögerung bei der Bereitstellung dieser Therapiemöglichkeiten gekommen ist."

Michaela Monschein | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://jama.ama-assn.org

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