Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Das Geheimnis der Bauernkinder - Internationale Studie untersucht Entstehung von Asthma und Allergien

08.08.2006
Neue Erkenntnisse zur Bekämpfung von Asthma und Allergien erhoffen sich Wissenschaftler von einer international angelegten Studie, an der mehr als 200 000 Kinder aus Deutschland, Österreich, Polen und der Schweiz teilnehmen werden.

Allein in Baden-Württemberg sollen nach den Ferien über 40 000 Grundschüler zum Erfolg des Projekts beitragen, das von der EU gefördert und im Land von der Abteilung Epidemiologie der Universität Ulm betreut wird. In die so genannte Gabriel-Studie einbezogen sind rund 350 Grundschulen in ausgewählten Landkreisen.

"Die Schulen sind aufgrund der Anzahl und Art der landwirtschaftlichen Betriebe in den jeweiligen Kommunen ausgewählt worden", erläutert Professor Stephan Weiland, Leiter der Abteilung Epidemiologie an der Ulmer Uni und mit seiner Forschergruppe auch zuständig für die gesamte Datenerhebung und -auswertung für alle beteiligten Länder. Denn: "Der ländliche Raum bietet für diese Untersuchung ein besonders interessantes Umfeld", sagt Weiland.

Schließlich sei durch frühere Studien zweifelsfrei belegt, dass Bauernkinder seltener an Asthma oder Allergien erkranken als Kinder aus städtischen Gebieten. Die Forschungen konzentrierten sich deshalb insbesondere auf schützende Einflüsse in der Lebensumwelt von Bauernkindern. "Im Zusammenspiel von Umweltfaktoren und genetischen Anlagen wird der Schlüssel zur Entstehung der Asthma- und Allergieerkrankungen vermutet", so der Ulmer Wissenschaftler. Die Gabriel-Studie soll nun die einzelnen Einflussfaktoren und ihre Wirkung identifizieren und Interaktionen zwischen ihnen klären.

"Jede Schule leistet durch die Teilnahme an der Studie einen wichtigen Beitrag zur Gesundheitsvorsorge", betont Professor Weiland. Denn nur bei einer ausreichenden Beteiligung lieferten die dabei gewonnenen Daten zuverlässige und beweiskräftige Informationen. Der international renommierte Epidemiologe und seine Mitarbeiterin Gisela Büchele, die das Projekt in Ulm koordinieren, sind indes zuversichtlich. Das zuständige Ministerium habe bereits zugestimmt und die Resonanz seitens der Rektoren und der Lehrerschaft sei sehr gut.

Allen Beteiligten sei bewusst, so die Wissenschaftler, "dass wir bei einem erfolgreichen Ablauf der Studie hoffen können, auch neue Wege in der Vorbeugung und Behandlung dieser Erkrankungen zu eröffnen und so vielen Betroffenen zu helfen". Immerhin zählten Asthma und Allergien zu den häufigsten Erkrankungen im Kindesalter. Und unter den Folgen litten nicht nur die Betroffenen, sondern auch deren Familienangehörige oft ein Leben lang.

Professor Weiland zufolge soll die Studie ("aufgrund ihrer Dimensionen auch auf EU-Ebene ein fast einmaliges Projekt und für uns eine enorme logistische Herausforderung") innerhalb eines Schuljahres abgeschlossen sein. Die erste Phase werde mit der Ausgabe eines Fragebogens eingeleitet. "Die dabei gewonnenen Informationen zum Lebensumfeld und zu den bisherigen Erkrankungen der Kinder dienen dann als Grundlage für die Auswahl der Teilnehmer an der zweiten Phase", erklärt Stephan Weiland. Hier seien dann ein verfeinerter Fragebogen sowie verschiedene Laboruntersuchungen vorgesehen. Die Universität Ulm fungiert als Studienzentrum für Baden-Württemberg und als Datenzentrale für den gesamten europäischen Bereich.

Weitere Informationen: Prof. Dr. Stephan Weiland, Tel. 0731/50-31061, Gisela Büchele, Tel. 0731/50-31061

Willi Baur | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-ulm.de/epidemiologie/gabriel

Weitere Berichte zu: Allergie Asthma Epidemiologie Gabriel-Studie

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Erste großangelegte Genomstudie prähistorischer Skelette aus Afrika
27.09.2017 | Max-Planck-Institut für Menschheitsgeschichte / Max Planck Institute for the Science of Human History

nachricht Wie gesund werden wir alt?
18.09.2017 | Medizinische Hochschule Hannover

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Salmonellen als Medikament gegen Tumore

HZI-Forscher entwickeln Bakterienstamm, der in der Krebstherapie eingesetzt werden kann

Salmonellen sind gefährliche Krankheitserreger, die über verdorbene Lebensmittel in den Körper gelangen und schwere Infektionen verursachen können. Jedoch ist...

Im Focus: Salmonella as a tumour medication

HZI researchers developed a bacterial strain that can be used in cancer therapy

Salmonellae are dangerous pathogens that enter the body via contaminated food and can cause severe infections. But these bacteria are also known to target...

Im Focus: Hochfeldmagnet am BER II: Einblick in eine versteckte Ordnung

Seit dreißig Jahren gibt eine bestimmte Uranverbindung der Forschung Rätsel auf. Obwohl die Kristallstruktur einfach ist, versteht niemand, was beim Abkühlen unter eine bestimmte Temperatur genau passiert. Offenbar entsteht eine so genannte „versteckte Ordnung“, deren Natur völlig unklar ist. Nun haben Physiker erstmals diese versteckte Ordnung näher charakterisiert und auf mikroskopischer Skala untersucht. Dazu nutzten sie den Hochfeldmagneten am HZB, der Neutronenexperimente unter extrem hohen magnetischen Feldern ermöglicht.

Kristalle aus den Elementen Uran, Ruthenium, Rhodium und Silizium haben eine geometrisch einfache Struktur und sollten keine Geheimnisse mehr bergen. Doch das...

Im Focus: Schmetterlingsflügel inspiriert Photovoltaik: Absorption lässt sich um bis zu 200 Prozent steigern

Sonnenlicht, das von Solarzellen reflektiert wird, geht als ungenutzte Energie verloren. Die Flügel des Schmetterlings „Gewöhnliche Rose“ (Pachliopta aristolochiae) zeichnen sich durch Nanostrukturen aus, kleinste Löcher, die Licht über ein breites Spektrum deutlich besser absorbieren als glatte Oberflächen. Forschern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es nun gelungen, diese Nanostrukturen auf Solarzellen zu übertragen und deren Licht-Absorptionsrate so um bis zu 200 Prozent zu steigern. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler nun im Fachmagazin Science Advances. DOI: 10.1126/sciadv.1700232

„Der von uns untersuchte Schmetterling hat eine augenscheinliche Besonderheit: Er ist extrem dunkelschwarz. Das liegt daran, dass er für eine optimale...

Im Focus: Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht

Im Blut zirkulierende Biomoleküle und Zellen sind Träger diagnostischer Information, deren Analyse hochwirksame, individuelle Therapien ermöglichen. Um diese Information zu erschließen, haben Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT ein Mikrochip-basiertes Diagnosegerät entwickelt: Der »AnaLighter« analysiert und sortiert klinisch relevante Biomoleküle und Zellen in einer Blutprobe mit Licht. Dadurch können Frühdiagnosen beispielsweise von Tumor- sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen gestellt und patientenindividuelle Therapien eingeleitet werden. Experten des Fraunhofer ILT stellen diese Technologie vom 13.–16. November auf der COMPAMED 2017 in Düsseldorf vor.

Der »AnaLighter« ist ein kompaktes Diagnosegerät zum Sortieren von Zellen und Biomolekülen. Sein technologischer Kern basiert auf einem optisch schaltbaren...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Konferenz IT-Security Community Xchange (IT-SECX) am 10. November 2017

23.10.2017 | Veranstaltungen

Die Zukunft der Luftfracht

23.10.2017 | Veranstaltungen

Ehrung des Autors Herbert W. Franke mit dem Kurd-Laßwitz-Sonderpreis 2017

23.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Boost für Lipidforschung: Grazer Forscher erleichtern Lipidanalyse

24.10.2017 | Biowissenschaften Chemie

Bildung von Magma-Ozeanen auf Exoplaneten erforscht

24.10.2017 | Physik Astronomie

Magma sucht sich nach Flankenkollaps neue Wege

23.10.2017 | Geowissenschaften