Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Impfstoff gegen Fettleibigkeit entwickelt

01.08.2006
Antikörper gegen Ghrelin verhindern Gewichtszunahme

Wissenschaftler des Scripps Research Institute haben einen Impfstoff entwickelt, der bei Ratten eine Gewichtszunahme verhindert. Mit diesem Ansatz hofft das Team auch Hinweise auf die Behandlung von fettleibigen Menschen zu gewinnen. Der Impfstoff veranlasst den Körper dazu, Antikörper gegen Ghrelin zu produzieren. Ein Hormon, das Hunger und Gewichtszunahme anregt. Geimpfte Ratten nahmen bei der gleichen Nahrungsmenge weniger zu als nicht behandelte Tiere. Stephen Bloom vom Imperial College London erklärte laut BBC, dass die Ergebnisse der Studie interessant seien. Er bezweifelte jedoch, dass ein sicherer Einsatz beim Menschen möglich sei. Die Ergebnisse der Studie wurden in den Proceedings of the National Academy of Sciences veröffentlicht.

Die kalifornischen Wissenschaftler entwickelten drei synthetische Impfstoffe, die verschiedene Bereiche des Hormons Ghrelin erkennen. Es zeigte sich, dass zwei der Substanzen sich an die aktive Form des Hormons anbanden und so die Bildung von Antikörpern und die Blockierung seiner Aktivität einleiteten. Die geimpften Ratten nahmen weniger zu, vor allem weniger Körperfett. Die Reduktion stand in einem Zusammenhang mit der Menge der vorhandenen Antikörper. Die Verringerung der Gewichtszunahme fand statt, obwohl die Tiere normal fraßen und tranken. Damit liegt der Schluss nahe, dass die Unterdrückung von Ghrelin für die entsprechende Wirkung auf den Stoffwechsel der Ratten verantwortlich war.

Die Forscher betonten, dass diese Ergebnisse zeigten, dass eine aktive Immunisierung gegen Ghrelin dafür eingesetzt werden könnte die Gewichtszunahme und Ablagerung von Fettgewebe bei Säugetieren zu kontrollieren. Der leitende Wissenschaftler Kim Janda erklärte, dass das Team davon ausgehe, dass die aktive Form von Ghrelin blockiert werde. Man könne jedoch nicht sicher sagen, dass es sich dabei um die einzige Wirkung handle. "Ghrelin verlangsamt den Stoffwechsel. Aus diesem Grund wirkt der Impfstoff auch die Speicherung von Fett." Das ultimative Ziel ist es laut Janda einen Impfstoff zu entwickeln, der den Gewichtsverlust beim Menschen fördert. Dabei müsse es sich nicht unbedingt um einen aktiven Impfstoff handeln, da diese Substanzen schwerer zu kontrollieren seien. "Ob eine aktive Immunisierung gegen Ghrelin helfen würde, die Entstehung von Fettleibigkeit aufgrund der energiereichen, schmackhaften und fettreichen westlichen Ernährung zu verhindern oder ob ein Gewichtsverlust bei einer bestehenden Fettsucht ermöglichen könnte, ist derzeit nicht erforscht."

Michaela Monschein | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.scripps.edu
http://www.ic.ac.uk
http://www.pnas.org

Weitere Berichte zu: Antikörper Gewichtszunahme Ghrelin Impfstoff

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Diabetesmedikament könnte die Heilung von Knochenbrüchen verbessern
17.03.2017 | Deutsches Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke

nachricht Soziale Phobie: Hinweise auf genetische Ursache
10.03.2017 | Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Förderung des Instituts für Lasertechnik und Messtechnik in Ulm mit rund 1,63 Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise

TU-Bauingenieure koordinieren EU-Projekt zu Recycling-Beton von über sieben Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise