Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Schüler lernen selbstständiger in Notebook-Klassen

26.07.2006
Stiftung Bildungspakt Bayern veröffentlicht Ergebnisse einer bundesweit einmaligen Studie der Augsburger Medienpädagogin Gabi Reinmann

Schüler lernen in Notebook-Klassen selbstständiger, der Unterricht macht gerade jüngeren Schülern Spaß und motiviert sie zum Lernen. Lehrer in Notebook-Klassen nutzen stärker offene Unterrichtsformen und schlüpfen in eine neue Rolle, nämlich in die eines Beraters. Und: Schüler in Notebook-Klassen üben sich mehr in Problemlösefähigkeit, in sozialer Kompetenz wie beispielsweise Teamfähigkeit sowie in Medienkompetenz. Zu diesen Ergebnissen kommt eine wissenschaftliche Untersuchung der Augsburger Medienpädagogin und e-learning-Expertin Prof. Dr. Gabi Reinmann. Der 68-seitige, von Reinmann und ihrer Mitarbeiterin Eva Häuptle verfasste Abschlussbericht zu ihrem Projekt "Evaluation und Qualitätsentwicklung von Notebook-Klassen in der Hauptschule" steht jetzt unter http://medienpaedagogik.phil.uni-augsburg.de/downloads/dokumente/2006/Notebook-Klassen_Abschlussbericht.pdf zum Download zur Verfügung. Als Auftraggeberin fasst die Stiftung Bildungspakt Bayern Hintergründe und Ergebnisse der Studie, die im Rahmen des Projektes "i lern - Lernen mit Laptops" durchgeführt wurde, folgendermaßen zusammen:

Ein Jahr lang haben die Wissenschaftler die Arbeit in drei Klassen im Mittlere-Reife-Zug der Hauptschule Geretsried unter die Lupe genommen. "Die Hauptschule bietet für die Einrichtung von Notebook-Klassen besonders gute Voraussetzungen. Der Einsatz des Computers ist in vielen Unterrichtsfächern schon sehr lange im Lehrplan verankert, ebenso wie fächerübergreifender und projektorientierter Unterricht. Das Klassenleitersystem erleichtert das Arbeiten in einer Notebook-Klasse, weil kein strikter 45-Minuten-Takt vorgegeben ist und der Lehrer die Schüler in mehreren Fächern unterrichtet", sagt Susanne Fiedler, Klassleiterin einer Notebook-Klasse an der Hauptschule Geretsried. Vor vier Jahren hat sie die Notebook-Klassen an der Hauptschule Geretsried eingeführt.

In Bayern gibt es insgesamt 50 Notebook-Klassen, davon 40 im Rahmen des Projektes "i lern" der Stiftung Bildungspakt Bayern. Vor dreieinhalb Jahren fiel der Startschuss zu "i lern". "Wir wollten wissen, in welchen Bereichen es sinnvoll ist, Notebooks im Unterricht einzusetzen", betont Regina Pötke, Geschäftsführerin der Stiftung Bildungspakt Bayern. Und es hat sich gezeigt: Durch die Arbeit mit den Notebooks können die Schüler Informationen besser recherchieren, diese klarer strukturieren und präsentieren. Notebooke-Einsatz führt aber nicht automatisch zu besseren Noten. "Erfreulich ist, dass die fachlichen Leistungen konstant bleiben und gleichzeitig andere Fertigkeiten wie Problemlösen und Informationsmanagement verbessert werden", erklärt Gabi Reinmann. Auch hat sich im Rahmen der einjährigen Einzelfallstudie gezeigt, dass der Vorwurf, Schüler von Notebook-Klassen würden die Geräte nachmittags ausschließlich für Computer-Spiele gebrauchen, falsch ist. Vielmehr setzen sie den Rechner stärker für Hausaufgaben ein als die Vergleichsklasse.

Wesentlich für den Erfolg ist laut Reinmanns Studie neben der Professionalität des Lehrers und seiner Auffassung von Unterricht die Unterstützung der Schulleitung, des Kollegiums und der Eltern, denn der Notebook-Unterricht wird nicht per se besser bewertet oder mit mehr Interesse verfolgt. Ist der Unterricht aber abwechslungsreich und gut vorbereitet, zeigen sich die Schüler zufrieden - speziell, wenn die Art des Lernens mit den Prüfungsanforderungen übereinstimmt. "Die Lehrkräfte brauchen dazu praktikable Konzepte und Materialien für den Laptop-Unterricht. Davon gibt es leider noch zu wenig", so Reinmann. Die Stiftung Bildungspakt Bayern unterstützt daher seit zwei Jahren den Aufbau einer Datenbank mit Unterrichtsmaterialien (siehe http://www.digitale-schule-bayern.de)

Im Rahmen von "i lern" besitzt jeder Schüler einer Klasse ein eigenes Notebook, das er überall nutzen kann. Für soziale Härtefälle wurde bei der Stiftung eigens ein Fonds eingerichtet, der diskret und unbürokratisch 55 Prozent der Anschaffungssumme übernimmt. "So konnten wir jedem Schüler, der Interesse hatte, die Teilnahme ermöglichen. Unser Dank gilt natürlich vor allem den engagierten Lehrkräften, die zum Erfolg des Projektes maßgeblich beigetragen haben", sagt Regina Pötke.

Weitere Informationen im Internet:

Projektseite:
http://medienpaedagogik.phil.uni-augsburg.de/modules/content/index.php?id=29
Abschlussbericht:
http://medienpaedagogik.phil.uni-augsburg.de/downloads/dokumente/2006/Notebook-Klassen_Abschlussbericht.pdf

Kontakt:

Prof. Dr. Gabi Reinmann
Medienpädagogik
Universität Augsburg
Telefon 0821/598-5576 oder (Sekretariat) -5657
gabi.reinmann@phil.uni-augsburg.de
http://medienpaedagogik.phil.uni-augsburg.de/modules/news/
Claudia Piatzer
Pressesprecherin Stiftung Bildungspakt Bayern
Telefon 089/2186-2085
Fax 089/2186-1803
claudia.piatzer@stmuk.bayern.de
http://www.bildungspakt-bayern.de/

Klaus P. Prem | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-augsburg.de/

Weitere Berichte zu: Bildungspakt Hauptschule Notebook Notebook-Klassen

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Wie gesund werden wir alt?
18.09.2017 | Medizinische Hochschule Hannover

nachricht Entrepreneurship-Studie: Großes Potential für Unternehmensgründungen in Deutschland
15.09.2017 | Alexander von Humboldt Institut für Internet und Gesellschaft

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hochpräzise Verschaltung in der Hirnrinde

Es ist noch immer weitgehend unbekannt, wie die komplexen neuronalen Netzwerke im Gehirn aufgebaut sind. Insbesondere in der Hirnrinde der Säugetiere, wo Sehen, Denken und Orientierung berechnet werden, sind die Regeln, nach denen die Nervenzellen miteinander verschaltet sind, nur unzureichend erforscht. Wissenschaftler um Moritz Helmstaedter vom Max-Planck-Institut für Hirnforschung in Frankfurt am Main und Helene Schmidt vom Bernstein-Zentrum der Humboldt-Universität in Berlin haben nun in dem Teil der Großhirnrinde, der für die räumliche Orientierung zuständig ist, ein überraschend präzises Verschaltungsmuster der Nervenzellen entdeckt.

Wie die Forscher in Nature berichten (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005), haben die...

Im Focus: Highly precise wiring in the Cerebral Cortex

Our brains house extremely complex neuronal circuits, whose detailed structures are still largely unknown. This is especially true for the so-called cerebral cortex of mammals, where among other things vision, thoughts or spatial orientation are being computed. Here the rules by which nerve cells are connected to each other are only partly understood. A team of scientists around Moritz Helmstaedter at the Frankfiurt Max Planck Institute for Brain Research and Helene Schmidt (Humboldt University in Berlin) have now discovered a surprisingly precise nerve cell connectivity pattern in the part of the cerebral cortex that is responsible for orienting the individual animal or human in space.

The researchers report online in Nature (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005) that synapses in...

Im Focus: Tiny lasers from a gallery of whispers

New technique promises tunable laser devices

Whispering gallery mode (WGM) resonators are used to make tiny micro-lasers, sensors, switches, routers and other devices. These tiny structures rely on a...

Im Focus: Wundermaterial Graphen: Gewölbt wie das Polster eines Chesterfield-Sofas

Graphen besitzt extreme Eigenschaften und ist vielseitig verwendbar. Mit einem Trick lassen sich sogar die Spins im Graphen kontrollieren. Dies gelang einem HZB-Team schon vor einiger Zeit: Die Physiker haben dafür eine Lage Graphen auf einem Nickelsubstrat aufgebracht und Goldatome dazwischen eingeschleust. Im Fachblatt 2D Materials zeigen sie nun, warum dies sich derartig stark auf die Spins auswirkt. Graphen kommt so auch als Material für künftige Informationstechnologien infrage, die auf der Verarbeitung von Spins als Informationseinheiten basieren.

Graphen ist wohl die exotischste Form von Kohlenstoff: Alle Atome sind untereinander nur in der Ebene verbunden und bilden ein Netz mit sechseckigen Maschen,...

Im Focus: Hochautomatisiertes Fahren bei Schnee und Regen: Robuste Warnehmung dank intelligentem Sensormix

Schlechte Sichtverhältnisse bei Regen oder Schnellfall sind für Menschen und hochautomatisierte Fahrzeuge eine große Herausforderung. Im europäischen Projekt RobustSENSE haben die Forscher von Fraunhofer FOKUS mit 14 Partnern, darunter die Daimler AG und die Robert Bosch GmbH, in den vergangenen zwei Jahren eine Softwareplattform entwickelt, auf der verschiedene Sensordaten von Kamera, Laser, Radar und weitere Informationen wie Wetterdaten kombiniert werden. Ziel ist, eine robuste und zuverlässige Wahrnehmung der Straßensituation unabhängig von der Komplexität und der Sichtverhältnisse zu gewährleisten. Nach der virtuellen Erprobung des Systems erfolgt nun der Praxistest, unter anderem auf dem Berliner Testfeld für hochautomatisiertes Fahren.

Starker Schneefall, ein Ball rollt auf die Fahrbahn: Selbst ein Mensch kann mitunter nicht schnell genug erkennen, ob dies ein gefährlicher Gegenstand oder...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Die Erde und ihre Bestandteile im Fokus

21.09.2017 | Veranstaltungen

23. Baltic Sea Forum am 11. und 12. Oktober nimmt Wirtschaftspartner Finnland in den Fokus

21.09.2017 | Veranstaltungen

6. Stralsunder IT-Sicherheitskonferenz im Zeichen von Smart Home

21.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

OLED auf hauchdünnem Edelstahl

21.09.2017 | Messenachrichten

Weniger (Flug-)Lärm dank Mathematik

21.09.2017 | Physik Astronomie

In Zeiten des Klimawandels: Was die Farbe eines Sees über seinen Zustand verrät

21.09.2017 | Geowissenschaften