Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Die Bewertung der Auswirkungen von Lärmbelastung auf Kinder

24.07.2006
Es wurde eine europaweite Studie zu den Auswirkungen von Lärmbelastung auf Kinder durchgeführt. Dazu gehörten auch ein Instrument zur psychologischen Wiederherstellung und ein Bewertungsmodell zur Gesundheit der Kinder.

Kinder sind genau wie die erwachsene Bevölkerung durch die Lärmbelastung einem hohen Risiko ausgesetzt. Der von Flugzeugen und dem Straßenverkehr verursachte Lärm hat nachweislich negative Auswirkungen auf die Wahrnehmung und Gesundheit bei Kindern. Dazu gehören Missstimmungen, stressbedingte physiologische Auswirkungen, eine verminderte Wahrnehmungsfunktion, erhöhter Blutdruck und Schlafstörungen.

Bislang existierten nur unzureichende Informationen über den Zusammenhang von Belastung und Auswirkungen zwischen der kognitiven Funktion bzw. der Gesundheit der Kinder und dem Flug- und Verkehrslärm. Zudem war der Zusammenhang zwischen der Gesundheit der Kinder und der allgemeinen physischen und sozialen Umwelt in der Schule wie auch zu Hause nicht untersucht worden.

Deshalb wurden durch eine Partnerschaft von Fachleuten der beobachtenden und der experimentellen Wissenschaft aus vier Ländern Studien zur Geräuschkulisse durchgeführt, um das Problem der Lärmbelastung bei Kindern anzugehen. Die Studien bestehen aus drei sich jeweils ergänzenden Teilen.

Zum ersten Teil der Forschung gehörten über 24 Stunden lang die Geräuschkulissen bei Erwachsenen und Kindern. Die Geräuschkulissen wurden durch Geräuschaufzeichnungen im Haus und außerhalb sowie zu Hause und in der Schule kartiert. Zudem wurden zwei Laborexperimente durchgeführt, bei denen die Kinder und Erwachsenen die Lautstärke und Annehmlichkeit von Geräuschkulissen bewerteten. Es stellte sich heraus, dass Kinder genau wie Erwachsene Lärm beurteilen und darauf reagieren können und dass Kinder in gleicher Weise und unabhängig vom Grad der chronischen Lärmeinwirkung auf Lärm reagieren.

Die CPRS (Children's Psychological Restoration Scale) ist ein psychometrisch robustes Instrument und wurde für den zweiten Teil der Forschung entwickelt. Das Instrument bewertet die Wahrscheinlichkeit der psychologischen Erholung für Schulkinder zu Hause. Die Ergebnisse legen nahe, dass die psychologische Erholung die Aufmerksamkeit von Stressoren aus dem Umfeld weg lenkt und dass es deshalb durch die Steigerung des Wohlbefindens die Kinder vor Negativreaktionen auf den Lärm schützt.

Zum dritten Teil der Untersuchung gehörte ein Bewertungsmodell für die Gesundheit der Kinder. Das Modell wurde auf einer europaweiten Ebene entwickelt und getestet, um mögliche schädliche wie auch schützende Einflüsse auf die Gesundheit und Entwicklung von Kindern zu erkennen. Die Ergebnisse belegen, dass die psychologische Erholung der Kinder, gepaart mit sozialer Unterstützung durch die Eltern, ein Schutzfaktor sein und das Missbefinden der Kinder in der Schule und zu Hause lindern kann.

Birgitta Berglund | ctm
Weitere Informationen:
http://www.sensoryresearch.org/

Weitere Berichte zu: Bewertungsmodell Geräuschkulisse Lärmbelastung

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Bedeutung von Biodiversität in Wäldern könnte mit Klimawandel zunehmen
17.11.2017 | Deutsches Zentrum für integrative Biodiversitätsforschung (iDiv) Halle-Jena-Leipzig

nachricht Medizinische Innovationen für Afrika
02.11.2017 | Karlsruher Institut für Technologie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Ultrakalte chemische Prozesse: Physikern gelingt beispiellose Vermessung auf Quantenniveau

Wissenschaftler um den Ulmer Physikprofessor Johannes Hecker Denschlag haben chemische Prozesse mit einer beispiellosen Auflösung auf Quantenniveau vermessen. Bei ihrer wissenschaftlichen Arbeit kombinierten die Forscher Theorie und Experiment und können so erstmals die Produktzustandsverteilung über alle Quantenzustände hinweg - unmittelbar nach der Molekülbildung - nachvollziehen. Die Forscher haben ihre Erkenntnisse in der renommierten Fachzeitschrift "Science" publiziert. Durch die Ergebnisse wird ein tieferes Verständnis zunehmend komplexer chemischer Reaktionen möglich, das zukünftig genutzt werden kann, um Reaktionsprozesse auf Quantenniveau zu steuern.

Einer deutsch-amerikanischen Forschergruppe ist es gelungen, chemische Prozesse mit einer nie dagewesenen Auflösung auf Quantenniveau zu vermessen. Dadurch...

Im Focus: Leoniden 2017: Sternschnuppen im Anflug?

Gemeinsame Pressemitteilung der Vereinigung der Sternfreunde und des Hauses der Astronomie in Heidelberg

Die Sternschnuppen der Leoniden sind in diesem Jahr gut zu beobachten, da kein Mondlicht stört. Experten sagen für die Nächte vom 16. auf den 17. und vom 17....

Im Focus: «Kosmische Schlange» lässt die Struktur von fernen Galaxien erkennen

Die Entstehung von Sternen in fernen Galaxien ist noch weitgehend unerforscht. Astronomen der Universität Genf konnten nun erstmals ein sechs Milliarden Lichtjahre entferntes Sternensystem genauer beobachten – und damit frühere Simulationen der Universität Zürich stützen. Ein spezieller Effekt ermöglicht mehrfach reflektierte Bilder, die sich wie eine Schlange durch den Kosmos ziehen.

Heute wissen Astronomen ziemlich genau, wie sich Sterne in der jüngsten kosmischen Vergangenheit gebildet haben. Aber gelten diese Gesetzmässigkeiten auch für...

Im Focus: A “cosmic snake” reveals the structure of remote galaxies

The formation of stars in distant galaxies is still largely unexplored. For the first time, astron-omers at the University of Geneva have now been able to closely observe a star system six billion light-years away. In doing so, they are confirming earlier simulations made by the University of Zurich. One special effect is made possible by the multiple reflections of images that run through the cosmos like a snake.

Today, astronomers have a pretty accurate idea of how stars were formed in the recent cosmic past. But do these laws also apply to older galaxies? For around a...

Im Focus: Pflanzenvielfalt von Wäldern aus der Luft abbilden

Produktivität und Stabilität von Waldökosystemen hängen stark von der funktionalen Vielfalt der Pflanzengemeinschaften ab. UZH-Forschenden gelang es, die Pflanzenvielfalt von Wäldern durch Fernerkundung mit Flugzeugen in verschiedenen Massstäben zu messen und zu kartieren – von einzelnen Bäumen bis hin zu ganzen Artengemeinschaften. Die neue Methode ebnet den Weg, um zukünftig die globale Pflanzendiversität aus der Luft und aus dem All zu überwachen.

Ökologische Studien zeigen, dass die Pflanzenvielfalt zentral ist für das Funktionieren von Ökosys-temen. Wälder mit einer höheren funktionalen Vielfalt –...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Technologievorsprung durch Textiltechnik

17.11.2017 | Veranstaltungen

Roboter für ein gesundes Altern: „European Robotics Week 2017“ an der Frankfurt UAS

17.11.2017 | Veranstaltungen

Börse für Zukunftstechnologien – Leichtbautag Stade bringt Unternehmen branchenübergreifend zusammen

17.11.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Technologievorsprung durch Textiltechnik

17.11.2017 | Veranstaltungsnachrichten

IHP präsentiert sich auf der productronica 2017

17.11.2017 | Messenachrichten

Roboter schafft den Salto rückwärts

17.11.2017 | Innovative Produkte