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Pentosan-Polysulfat bei Creutzfeld-Jakob-Krankheit umstritten

12.07.2006
Medical Research Council empfiehlt weitere Forschungen

Das Medical Research Council hat die Wirkung des Medikaments Pentosan-Polysulfat (PPS) auf sieben Patienten mit Creutzfeld-Jakob-Krankheit (vCJD) oder anderen Prionenerkrankungen überwacht. PPS schien bei einer kleinen Anzahl von Personen wie Jonathan Simms eine positive Wirkung zu haben. Simms ist der heute am längsten überlebende vCJD-Patient Großbritanniens. Das Council fand keine Beweise, die diese Annahme unterstützten, empfiehlt aber dennoch weitere Forschungen. Derzeit gibt es bei vCJD keine Heilung. In Großbritannien sind bisher 111 Menschen gestorben. Weitere 45 Todesfälle könnten ebenfalls auf die Creutzfeld-Jakob-Krankheit zurückzuführen sein. Laut BBC wird angenommen, dass derzeit fünf Briten mit vCJD leben.

Das Medical Research Council (MRC) nahm Pentosan-Polysulfat ursprünglich auf Anraten des Committee on the Safety of Medicines nicht in eine Testreihe mit möglichen Behandlungsansätzen auf. Die Familie von Jonathan Simms erwirkte im Dezember 2002 die gerichtliche Erlaubnis zur Einnahme des Medikaments. In der Zwischenzeit wurde es auch anderen Patienten wie Holly Mills verabreicht, die mit der Behandlung innerhalb von Wochen nach der Diagnose im Oktober 2003 begann. Ihr Zustand ist seit 18 Monaten stabil. Das Medikament muss chirurgisch direkt in die Ventrikel des Gehirns des Patienten eingebracht werden. Der leitende Wissenschaftler Ian Bone akzeptierte, dass diese Ergebnisse nicht beweiskräftig sind, da sie auf einer kleinen Anzahl an Patienten, die auf verschiedene Art und Weise behandelt wurden, beruhten. Der Neurologe argumentierte jedoch, dass deutliche Vorteile des Medikaments auch durch diese Studie sichtbar geworden wären. Neudiagnostizierte Patienten sollten jedoch über das Medikament informiert werden und die Option einer Einnahme erhalten.

Die Studie erbrachte wenige Hinweise auf Nebenwirkungen des Medikaments. Risiken bestanden in Zusammenhang mit dem chirurgischen Eingriff bei der Verabreichung direkt ins Gehirn. Laut Bone scheint Pentosan-Polysulfat das Fortschreiten der Krankheit nicht zu verhindern. "Der Verlust der Gehirnfunktion schreitet nach dem Beginn der Behandlung weiter fort. Bildgebende Verfahren beweisen, dass auch der Verlust des Gehirngewebes weitergeht." Die Patienten, die dieses Medikament einnehmen, scheinen jedoch eine ungewöhnlich lange Zeit zu überleben. Es könne jedoch nicht mit Sicherheit festgestellt werden, ob die Behandlung einen positiven Effekt hat, da keine Möglichkeit eines direkten Vergleichs mit ähnlichen aber nicht behandelten Patienten besteht.

Michaela Monschein | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.mrc.ac.uk

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