Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Biokraftstoffe verringern Treibhausgase

12.07.2006
Biodiesel umweltschonender als Bioethanol

Durch die Verwendung von Biodiesel kann laut einer aktuellen Studie der University of Minnesota der Ausstoß von Treibhausgasen um 41 Prozent gegenüber normalem Diesel verringert werden, Biobenzin auf Ethanolbasis bringt eine Reduktion um 12 Prozent. Die Ergebnisse stammen aus einem Vergleich von Bio-Kraftstoffen und normalen Benzin und Diesel, bei dem die gesamten Produktionswege miteinbezogen wurden. Beide Biokraftstoffe liefern jedoch noch nicht genügend Energie, um damit einen nennenswerten Teil der Nachfrage an Erdöl am US-amerikanischen Markt zu ersetzen.

Die Ergebnisse der Studie besagen, dass sowohl Biodiesel als auch auf Ethanol basierendes Biobenzin mehr Energie produzieren, als für die Aufzucht des Getreides und die Produktion der Biotreibstoffe benötigt wird. Biodiesel wurde dabei aus Soja gewonnen, Bioethanol aus Mais. Die US-Studie bezog den gesamten Produktionszyklus von Biokraftstoffen mit ein - vom Anbau des Getreides bis zur letztlich verwertbaren Energie. Bei einem Vergleich der benötigten Energie für die Produktion und der entstehenden Energie beim Verbrauch zeigte sich, dass Biodiesel um 93 Prozent mehr Energie zurück gab, als für die Produktion verbraucht wurde. Ethanol Biobenzin gab dagegen nur um 25 Prozent mehr zurück.

Werner Körbitz, Mitbegründer des österreichischen Biodiesel Instituts, bestätigt im Gespräch mit pressetext, dass derartige Energiewerte, die durch In- und Output-Studien erstellt werden, gut vergleichbar sind und erneuerbare Energien auf jeden Fall dabei helfen, fossile Energievorräte zu sparen. "Derzeit findet ein starkes industrielles Wachstum statt. Erneuerbare Flüssigenergien sind dabei besonders für den Transportbereich interessant." Er verweist hierbei auf die Biokraftstoff-Richtlinie der EU, die bis 2010 einen 5,75 Prozent-Marktanteil von Biokraftstoffen im Transportsektor vorschreibt. Studien wie jene von der University of Minnesota solle man jedoch immer mit Abstand betrachten. Durch verschiedene Methoden und Instrumente kommen Studien zu Bio-Kraftstoffen oft zu unterschiedlichsten Ergebnisse.

Die US-Forschungsleiter sehen in Biokraftstoffen auch in Zukunft keine ausreichende Alternative für Erdöl. Selbst wenn man die gesamte US-Mais und Sojabohnen Ernte für die Produktion der beiden Biokraftstoffe aufwenden würde, könnte damit nur 12 Prozent des Benzinbedarfs und sechs Prozent des Dieselbedarfs gedeckt werden. In einem nächsten Schritt solle deshalb versucht werden, andere pflanzliche Stoffe mit höherem Cellulosegehalt zu finden, die den Ausstoß von Treibhausgasen weiter reduzieren können .Diese sollten nicht am Lebensmittelmarkt benötigt werden und gleichzeitig weniger Aufwand in der Produktion benötigen, dabei aber mehr Energie produzieren.

Werner Körbitz bezeichnet die Verwendung von alternativen und nicht-erneuerbaren Energien als Ergänzung. "Es findet eine langsame Ablöse statt. Der Grund ist vor allem, eine Sicherheit in der Versorgung herzustellen und sich von Abhängigkeiten anderer Länder zu lösen."

Victoria Schubert | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.cbs.umn.edu
http://www.biodiesel.at

Weitere Berichte zu: Biobenzin Biodiesel Biokraftstoff Diesel Treibhausgas

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Wiederverwendung von IT- und Kommunikationsgeräten schont Klima und Ressourcen
23.02.2017 | Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT

nachricht Klimawandel verstärkt Selenmangel
21.02.2017 | Eidgenössische Technische Hochschule Zürich (ETH Zürich)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: „Vernetzte Autonome Systeme“ von acatech und DFKI auf der CeBIT

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Kooperation mit der Deutschen Messe AG vernetzte Autonome Systeme. In Halle 12 am Stand B 63 erwarten die Besucherinnen und Besucher unter anderem Roboter, die Hand in Hand mit Menschen zusammenarbeiten oder die selbstständig gefährliche Umgebungen erkunden.

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für...

Im Focus: Kühler Zwerg und die sieben Planeten

Erdgroße Planeten mit gemäßigtem Klima in System mit ungewöhnlich vielen Planeten entdeckt

In einer Entfernung von nur 40 Lichtjahren haben Astronomen ein System aus sieben erdgroßen Planeten entdeckt. Alle Planeten wurden unter Verwendung von boden-...

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Im Focus: HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt sich bewerten, wie verkehrspolitische Maßnahmen langfristig auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt wirken. HIGH-TOOL ist ein frei zugängliches Modell mit Modulen für Demografie, Wirtschaft und Ressourcen, Fahrzeugbestand, Nachfrage im Personen- und Güterverkehr sowie Umwelt und Sicherheit. An dem nun erfolgreich abgeschlossenen EU-Projekt unter der Koordination des KIT waren acht Partner aus fünf Ländern beteiligt.

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt...

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Aufbruch: Forschungsmethoden in einer personalisierten Medizin

24.02.2017 | Veranstaltungen

Österreich erzeugt erstmals Erdgas aus Sonnen- und Windenergie

24.02.2017 | Veranstaltungen

Big Data Centrum Ostbayern-Südböhmen startet Veranstaltungsreihe

23.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fraunhofer HHI auf dem Mobile World Congress mit VR- und 5G-Technologien

24.02.2017 | Messenachrichten

MWC 2017: 5G-Hauptstadt Berlin

24.02.2017 | Messenachrichten

Auf der molekularen Streckbank

24.02.2017 | Biowissenschaften Chemie