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Gesundheitsrisiko von Handys bewertet

10.07.2006
Ergebnisse des größten nationalen Mobilfunk Forschungsprogramms bis Ende 2007

Die hochfrequenten elektromagnetischen Felder, die beispielsweise in der Umgebung von Sendeanlagen wie Funktürme und Mobilfunk-Basisstationen oder beim Gebrauch von mobilen Endgeräten (Handys) auftreten, stehen in Verdacht, gesundheitliche Auswirkungen auf den Menschen zu haben. Das Deutsche Mobilfunk Forschungsprogramm (DMF) wird nun Daten der größten nationalen angelegten Studie zu diesem Thema veröffentlichen. Von Sommer 2006 bis Ende 2007 werden die Ergebnisse des Forschungsprogramms zum Mobilfunk zusammengefasst und in Zusammenarbeit mit international renommierten Experten bewertet. Die Koordination des Forschungsprojekts liegt beim Bundesamt für Strahlenschutz (BfS).

"Mit dem Abschluss des DMF werden wir einen entscheidenden Beitrag zur Beantwortung noch offener Fragen leisten, ob und welche Auswirkungen der Mobilfunk auf Mensch und Umwelt hat", so BfS-Präsident Wolfram König. "Die Ergebnisse von insgesamt mehr als 50 seit 2002 durchgeführten Forschungsprojekten werden in fünf themen-spezifischen wissenschaftlichen Fachgesprächen der internationalen Fachöffentlichkeit vorgestellt und mit Vertretern verschiedener nationaler Forschungsprogramme diskutiert", erklärte Rüdiger Matthes, Elektrosmog-Experte beim BfS gegenüber pressetext. Den Auftakt bildet im Juli 2006 das erste von insgesamt fünf Fachgesprächen zu Forschungsprojekten. Schwerpunkt ist das Thema Dosimetrie - das sind Untersuchungen, bei denen die Belastungen durch elektromagnetische Felder quantitativ erfasst wurden. Die anderen Schwerpunktthemen sind "Risikokommunikation", "gesundheitliche Wirkungen des Mobilfunks" sowie die beiden biologischen Themenkreise "Wirkmechanismen" und "chronische Effekte".

"Es gibt noch viele unbeantwortete Fragen darüber, wie sehr Menschen im Alltag den Strahlen ausgesetzt sind", so Matthes. Es liegen einzelne Hinweise auf biologische Wirkungen auch bei Intensitäten unterhalb der hier geltenden Grenzwerte vor, räumt der Experte ein. Dabei sei klar geworden, dass es keine pauschalen Urteile gebe, sondern immer vom Einzelfall ausgegangen werden müsse. Ein wesentliches Ziel dieser Fachgespräche sei neben der Diskussion der Studien auch die Einordnung der Ergebnisse in das wissenschaftliche Gesamtbild.

Die Gesamtbewertung der Forschungsprojekte des DMF soll Ende 2007 stattfinden. Unter internationaler Beteiligung sollen dann die Erkenntnisse der fünf Fachgespräche bewertet werden. "Dabei werden wir auch die Ergebnisse aus anderen nationalen und internationalen Forschungsprogrammen zusammenführen und so eine Risikobewertung auf dem internationalen Stand der Wissenschaft vornehmen." Die Ergebnisse der Abschlusstagung werden im Internet veröffentlicht und in einem nationalen Abschlussfachgespräch des DMF der Öffentlichkeit vorgestellt.

Wolfgang Weitlaner | pressetext.deutschland
Weitere Informationen:
http://www.emf-forschungsprogramm.de
http://www.bfs.de

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