Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Jugendliche durch Vogelgrippe gefährdet

04.07.2006
WHO zieht Parallele mit Spanischer Grippe-Epidemie 1918

Eine Analyse von über 200 tödlichen Vogelgrippenfällen zeigt, dass vor allem junge Menschen vom H5N1-Virus betroffen sind, gab die World Health Organisation jetzt bekannt. Wie die New York Times berichtet, zog die Organisation dabei eine Parallele zur Spanischen Grippe-Epidemie im Jahre 1918, die ebenfalls hauptsächlich Jugendlichen das Leben kostete. Auch belegt die Analyse, dass in den vergangenen drei Jahren bei weitem die meisten Opfer im Winter zu beklagen waren. Sogar wenn das Virus nicht zu einer leichter übertragbaren Variante mutiert, müsse daher mit einer neuen Grippewelle am Ende des Jahres gerechnet werden. Das Risiko für eine leichter übertragbare Variante bleibt allerdings hoch: Unter dem Geflügel ist das H5N1-Virus weit verbreitet.

Der Studie zufolge sind die Vogelgrippe-Patienten durchschnittlich 20 Jahre alt. Die höchste Sterberate weisen mit 73 Prozent Betroffene zwischen zehn und 19 Jahren auf, während die gesamte Sterberate 56 Prozent beträgt. Dies spiegelt das Muster wider, das auch während der Spanischen Grippe-Epidemie 1918-1919 zu erkennen war. Wissenschaftler sind davon überzeugt, dass dieses H1N1-Virus ebenfalls eine Vogelgrippe-Variante war, die immer weiter mutierte, bis sie schließlich Menschen befiel und sich rasend schnell verbreitete. Obwohl die Spanische Grippe nur bei zwei Prozent der Betroffenen zum Tode führte, war das genug um weltweit zwischen 40 und 100 Mio. Opfer zu fordern.

In Asien und im Nahen Osten, wo das Virus allgegenwärtig ist, kommen Menschen von allen Altersstufen mit Hühnern in Kontakt. 90 Prozent der Opfer sind jedoch jünger als 40 Jahre alt. Eine mögliche Erklärung dafür ist, dass den Opfern sowohl 1918 wie jetzt ein so genannter "Cytokine Storm" zum Verhängnis geworden ist. Dabei werden in besonders starkem Maße entzündungsfördernde Stoffe in der Lunge freigesetzt, was zu einer Überreaktion des Immunsystems und damit zu einer Zerstörung des Lungengewebes und in der Regel rasch zu einem schweren toxischen Schock und zu Multiorganversagen führt. Da junge Menschen im Allgemeinen ein starkes Immunsystem haben, ist diese Reaktion bei ihnen oft am stärksten ausgeprägt.

In der Hoffnung vorhersagen zu können, ob das Virus in eine infektiösere Variante mutiert und um rechtzeitig Impfstoffe zu entwickeln, um einer eventuellen Pandemie die Stirn bieten zu können, beobachtet die WHO die Änderungen des Virus sorgfältig. Unveröffentlichten Daten der Organisation zufolge bilden nur wenig Menschen Antikörper gegen das H5N1. Einen derzeitigen Vogelgrippe-Ausbruch würden nur wenige Menschen überleben.

Reanne Leuning | pressetext.schweiz
Weitere Informationen:
http://www.who.int

Weitere Berichte zu: Grippe-Epidemie Immunsystem Sterberate Virus Who

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Zirkuläre Wirtschaft: Neues Wirtschaftsmodell für die chemische Industrie?
28.07.2017 | Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT

nachricht Unternehmen entwickeln sich zu Serviceanbietern
25.07.2017 | Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Im Focus: Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur

Darüber, wie sich Blutzellen entwickeln, existieren verschiedene Auffassungen – sie basieren jedoch fast ausschließlich auf Experimenten, die lediglich Momentaufnahmen widerspiegeln. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums stellen nun im Fachjournal Nature eine neue Technik vor, mit der sich das Geschehen dynamisch erfassen lässt: Mithilfe eines „Zufallsgenerators“ versehen sie Blutstammzellen mit genetischen Barcodes und können so verfolgen, welche Zelltypen aus der Stammzelle hervorgehen. Diese Technik erlaubt künftig völlig neue Einblicke in die Entwicklung unterschiedlicher Gewebe sowie in die Krebsentstehung.

Wie entsteht die Vielzahl verschiedener Zelltypen im Blut? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Nach der klassischen Vorstellung fächern sich...

Im Focus: Fizzy soda water could be key to clean manufacture of flat wonder material: Graphene

Whether you call it effervescent, fizzy, or sparkling, carbonated water is making a comeback as a beverage. Aside from quenching thirst, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have discovered a new use for these "bubbly" concoctions that will have major impact on the manufacturer of the world's thinnest, flattest, and one most useful materials -- graphene.

As graphene's popularity grows as an advanced "wonder" material, the speed and quality at which it can be manufactured will be paramount. With that in mind,...

Im Focus: Forscher entwickeln maisförmigen Arzneimittel-Transporter zum Inhalieren

Er sieht aus wie ein Maiskolben, ist winzig wie ein Bakterium und kann einen Wirkstoff direkt in die Lungenzellen liefern: Das zylinderförmige Vehikel für Arzneistoffe, das Pharmazeuten der Universität des Saarlandes entwickelt haben, kann inhaliert werden. Professor Marc Schneider und sein Team machen sich dabei die körpereigene Abwehr zunutze: Makrophagen, die Fresszellen des Immunsystems, fressen den gesundheitlich unbedenklichen „Nano-Mais“ und setzen dabei den in ihm enthaltenen Wirkstoff frei. Bei ihrer Forschung arbeiteten die Pharmazeuten mit Forschern der Medizinischen Fakultät der Saar-Uni, des Leibniz-Instituts für Neue Materialien und der Universität Marburg zusammen Ihre Forschungsergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Advanced Healthcare Materials. DOI: 10.1002/adhm.201700478

Ein Medikament wirkt nur, wenn es dort ankommt, wo es wirken soll. Wird ein Mittel inhaliert, muss der Wirkstoff in der Lunge zuerst die Hindernisse...

Im Focus: Exotische Quantenzustände: Physiker erzeugen erstmals optische „Töpfe" für ein Super-Photon

Physikern der Universität Bonn ist es gelungen, optische Mulden und komplexere Muster zu erzeugen, in die das Licht eines Bose-Einstein-Kondensates fließt. Die Herstellung solch sehr verlustarmer Strukturen für Licht ist eine Voraussetzung für komplexe Schaltkreise für Licht, beispielsweise für die Quanteninformationsverarbeitung einer neuen Computergeneration. Die Wissenschaftler stellen nun ihre Ergebnisse im Fachjournal „Nature Photonics“ vor.

Lichtteilchen (Photonen) kommen als winzige, unteilbare Portionen vor. Viele Tausend dieser Licht-Portionen lassen sich zu einem einzigen Super-Photon...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

European Conference on Eye Movements: Internationale Tagung an der Bergischen Universität Wuppertal

18.08.2017 | Veranstaltungen

Einblicke ins menschliche Denken

17.08.2017 | Veranstaltungen

Eröffnung der INC.worX-Erlebniswelt während der Technologie- und Innovationsmanagement-Tagung 2017

16.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Eine Karte der Zellkraftwerke

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Chronische Infektionen aushebeln: Ein neuer Wirkstoff auf dem Weg in die Entwicklung

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Computer mit Köpfchen

18.08.2017 | Informationstechnologie