Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Anpfiff für Deutschlands Kinderärzte: Erste deutschlandweite Studie zur Prävalenz angeborener Herzfehler startet

04.07.2006
Im Juli 2006 startet in Deutschland die erste flächendeckende Erhebung für angeborene Herzfehler im Rahmen des Kompetenznetzes Angeborene Herzfehler. Kinderkardiologen und Kinderärzte aus allen Regionen beteiligen sich an der bundesweiten Aktion. Über einen Zeitraum von einem Jahr sollen im Rahmen der PAN-Studie alle Neugeborenen und Säuglinge mit einem Herzfehler registriert werden. "Die Studie dient dazu, erstmals aussagekräftige Daten darüber zu gewinnen, wie viele Kinder in Deutschland mit dieser Erkrankung geboren werden und wie häufig bestimmte Herzfehlbildungen auftreten", so der Studienleiter Professor Dr. Hans-Werner Hense, Institut für Epidemiologie und Sozialmedizin des Universitätsklinikums Münster. "Nur mit belastbaren Zahlen lässt sich die medizinische, soziale und gesundheitspolitische Versorgung der Patienten in Zukunft sinnvoll gestalten."

Exakte Daten zur Prävalenz fehlen

Hochrechnungen zufolge leben in Deutschland derzeit circa 200.000-300.000 Menschen mit angeborenem Herzfehler. Man schätzt, dass jährlich zwischen 4000 und 6000 Säuglinge hinzukommen. Die bisher durchgeführten deutschen Erhebungen sind wegen der Erhebungsart und der unscharfen regionalen Begrenzung nicht zur exakten Bestimmung der Prävalenz geeignet. Die Auswertung einer großen Zahl von Patienten mit einem angeborenen Herzfehler unter den aktuellen diagnostischen und therapeutischen Bedingungen dient der Evaluation der Herzfehler-Prävalenz in Deutschland und soll die Grundlage für eine bedarfsgerechte Versorgung bilden. Volkswirtschaftlich hat die Studie eine große Bedeutung, denn die Kosten, die durch die lebenslange chronische Krankheit der Patientengruppe entstehen, sind enorm.

Bundesweite Kooperation aller Kinderärzte notwendig

... mehr zu:
»BMBF »Kinderkardiologe »Prävalenz

"Es ist wichtig, dass sich alle Ärzte, die herzkranke Neugeborene und Säuglinge betreuen, an der PAN-Studie beteiligen", erläutert die klinische Studienleiterin Frau Professor Dr. Angelika Lindinger vom Universitätsklinikum Homburg/Saar, "nur dann können wir einen Erfolg erzielen." Damit dies gelingt, wurden umfangreiche Vorbereitungen getroffen. Bundesweit wurden 250 Kinderärzte und Kinderkardiologen in Kliniken und Praxen angeschrieben und mit Studienmaterial versorgt. "Die Resonanz ist sehr positiv, sodass wir optimistisch sind, dass dieses Vorhaben gelingen wird", so Frau Professor Lindinger.

Kompetenznetz Angeborene Herzfehler

Das Kompetenznetz Angeborene Herzfehler erforscht Krankheitsmechanismen, neue Behandlungsmöglichkeiten und die aktuelle Versorgungslage von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen mit Herzfehlern in Deutschland. In dem Forschungsverbund arbeiten Ärzte, Wissenschaftler, Elternverbände und Selbsthilfegruppen zusammen, um einen schnellen Austausch neuer Forschungsergebnisse zwischen Forschung und Versorgung zu erreichen. Das Netzwerk wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Programm "Gesundheitsforschung: Forschung für den Menschen" über fünf Jahre gefördert. Damit möchte das BMBF die strukturenübergreifende Wissenschaftszusammenarbeit stärken. Schirmherrin ist Friede Springer.

Pressekontakt:
Kompetenznetz Angeborene Herzfehler
Wiebke Lesch
Tel.: 030 40048783
Fax: 030 40048781
E-Mail: lesch@kompetenznetz-ahf.de

Wiebke Lesch | idw
Weitere Informationen:
http://www.kompetenznetz-ahf.de/content/forschung_projekte_1829.htm
http://www.kompetenznetz-ahf.de

Weitere Berichte zu: BMBF Kinderkardiologe Prävalenz

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Ab ins Ungewisse: Über das Risikoverhalten von Jugendlichen
19.01.2017 | Max-Planck-Institut für Bildungsforschung

nachricht Der Klang des Ozeans
12.01.2017 | Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Innovatives Hochleistungsmaterial: Biofasern aus Florfliegenseide

Neuartige Biofasern aus einem Seidenprotein der Florfliege werden am Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymerforschung IAP gemeinsam mit der Firma AMSilk GmbH entwickelt. Die Forscher arbeiten daran, das Protein in großen Mengen biotechnologisch herzustellen. Als hochgradig biegesteife Faser soll das Material künftig zum Beispiel in Leichtbaukunststoffen für die Verkehrstechnik eingesetzt werden. Im Bereich Medizintechnik sind beispielsweise biokompatible Seidenbeschichtungen von Implantaten denkbar. Ein erstes Materialmuster präsentiert das Fraunhofer IAP auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin vom 20.1. bis 29.1.2017 in Halle 4.2 am Stand 212.

Zum Schutz des Nachwuchses vor bodennahen Fressfeinden lagern Florfliegen ihre Eier auf der Unterseite von Blättern ab – auf der Spitze von stabilen seidenen...

Im Focus: Verkehrsstau im Nichts

Konstanzer Physiker verbuchen neue Erfolge bei der Vermessung des Quanten-Vakuums

An der Universität Konstanz ist ein weiterer bedeutender Schritt hin zu einem völlig neuen experimentellen Zugang zur Quantenphysik gelungen. Das Team um Prof....

Im Focus: Traffic jam in empty space

New success for Konstanz physicists in studying the quantum vacuum

An important step towards a completely new experimental access to quantum physics has been made at University of Konstanz. The team of scientists headed by...

Im Focus: Textiler Hochwasserschutz erhöht Sicherheit

Wissenschaftler der TU Chemnitz präsentieren im Februar und März 2017 ein neues temporäres System zum Schutz gegen Hochwasser auf Baumessen in Chemnitz und Dresden

Auch die jüngsten Hochwasserereignisse zeigen, dass vielerorts das natürliche Rückhaltepotential von Uferbereichen schnell erschöpft ist und angrenzende...

Im Focus: Wie Darmbakterien krank machen

HZI-Forscher entschlüsseln Infektionsmechanismen von Yersinien und Immunantworten des Wirts

Yersinien verursachen schwere Darminfektionen. Um ihre Infektionsmechanismen besser zu verstehen, werden Studien mit dem Modellorganismus Yersinia...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Mittelstand 4.0 – Mehrwerte durch Digitalisierung: Hintergründe, Beispiele, Lösungen

20.01.2017 | Veranstaltungen

Nachhaltige Wassernutzung in der Landwirtschaft Osteuropas und Zentralasiens

19.01.2017 | Veranstaltungen

Künftige Rohstoffexperten aus aller Welt in Freiberg zur Winterschule

18.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

21.500 Euro für eine grüne Zukunft – Unserer Umwelt zuliebe

20.01.2017 | Unternehmensmeldung

innovations-report im Interview mit Rolf-Dieter Lafrenz, Gründer und Geschäftsführer der Hamburger Start ups Cargonexx

20.01.2017 | Unternehmensmeldung

Niederlande: Intelligente Lösungen für Bahn und Stahlindustrie werden gefördert

20.01.2017 | Förderungen Preise