Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Koffeinfreier Kaffe kann Diabetesrisiko verringern

03.07.2006
Mehr als sechs Tassen reduzieren Risiko um 33 Prozent

Eine groß angelegte Studie der University of Minnesota hat ergeben, dass das Trinken von koffeinfreiem Kaffee mit einem verringerten Diabetesrisiko in Zusammenhang steht. Es zeigte sich, dass das Trinken von mehr als sechs Tassen dieses Kaffees einem um rund 33 Prozent verringerten Diabetesrisiko entsprach. An der Studie nahmen rund 28.000 Frauen teil. Bei Frauen, die koffeinhältigen Kaffee tranken, war dieses Risiko deutlich weniger gesunken. Die in den Archives of Internal Medicine veröffentlichte Untersuchung legt im Gegensatz zu anderen Forschungsergebnissen laut BBC nahe, dass der Koffeinkonsum das Diabetesrisiko nicht verringert.

Das Team um Mark Pereira analysierte Daten von Frauen nach den Wechseljahren, die zwischen 1986 und 1997 an der so genannten Iowa Women's Health Study teilnahmen. Zu Beginn des Untersuchungszeitraumes litt keine der Teilnehmerinnen an Diabetes oder einer Herz- und Gefäßerkrankung. Der Kaffeekonsum wurde mittels einer Reihe von Fragebögen festgestellt. Zusätzlich wurden die Teilnehmerinnen zu ihren Risikofaktoren für Diabetes wie Alter, BMI, körperliche Aktivitäten, Alkoholskonsum und Rauchgewohnheiten befragt. Wurden im Vergleich mit Frauen, die keinen Kaffee trinken, alle diese Faktoren berücksichtigt, zeigte sich, dass sechs Tassen Kaffee am Tag das Diabetesrisiko um 22 Prozent senkten. Das Trinken von koffeinfreiem Kaffee verringerte das Risiko dabei deutlicher als das Trinken von koffeinhältigem Kaffee. Daraus wurde geschlossen, dass das Koffein nicht für die Verringerung des Risikos verantwortlich ist. Der Zusammenhang schien auch bei verschiedenem Gewicht oder Alter erhalten zu bleiben.

Zusätzlich wurde überprüft, ob andere Bestandteile des koffeinfreien Kaffees für diese Wirkung verantwortlich sein könnten. Mineralien wie Magnesium oder Fytinsäure könnten die Kontrolle des Blutzuckers günstig beeinflussen. Mit den vorhandenen Daten konnte jedoch kein Zusammenhang nachgewiesen werden. Kaffee enthält zusätzlich eine Reihe von Phytochemikalien, die eine stark antioxidante Wirkung zu haben scheinen. Die Forscher gehen davon aus, dass so Insulin produzierende Zellen in der Bauchspeicheldrüse geschützt werden könnten. Dieser Schutz könnte in der Folge eine Diabeteserkrankung verhindern oder ihr Einsetzen zumindest verzögern. Der leitende Wissenschaftler Mark Pereira erklärte, dass die Ursachen für den Zusammenhang zwischen dem Trinken von koffeinfreiem Kaffee und einem verringerten Diabetesrisiko Gegenstand von Forschungsvorhaben sein sollten.

Michaela Monschein | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www1.umn.edu
http://archinte.ama-assn.org

Weitere Berichte zu: Diabetesrisiko Kaffe

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Klimawandel: ungeahnte Rolle der Bodenerosion
11.04.2017 | Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

nachricht Europaweite Studie zu „Smart Engineering“
30.03.2017 | IPH - Institut für Integrierte Produktion Hannover gGmbH

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Immunzellen helfen bei elektrischer Reizleitung im Herzen

Erstmals elektrische Kopplung von Muskelzellen und Makrophagen im Herzen nachgewiesen / Erkenntnisse könnten neue Therapieansätze bei Herzinfarkt und Herzrhythmus-Störungen ermöglichen / Publikation am 20. April 2017 in Cell

Makrophagen, auch Fresszellen genannt, sind Teil des Immunsystems und spielen eine wesentliche Rolle in der Abwehr von Krankheitserregern und bei der...

Im Focus: Tief im Inneren von M87

Die Galaxie M87 enthält ein supermassereiches Schwarzes Loch von sechs Milliarden Sonnenmassen im Zentrum. Ihr leuchtkräftiger Jet dominiert das beobachtete Spektrum über einen Frequenzbereich von 10 Größenordnungen. Aufgrund ihrer Nähe, des ausgeprägten Jets und des sehr massereichen Schwarzen Lochs stellt M87 ein ideales Laboratorium dar, um die Entstehung, Beschleunigung und Bündelung der Materie in relativistischen Jets zu erforschen. Ein Forscherteam unter der Leitung von Silke Britzen vom MPIfR Bonn liefert Hinweise für die Verbindung von Akkretionsscheibe und Jet von M87 durch turbulente Prozesse und damit neue Erkenntnisse für das Problem des Ursprungs von astrophysikalischen Jets.

Supermassereiche Schwarze Löcher in den Zentren von Galaxien sind eines der rätselhaftesten Phänomene in der modernen Astrophysik. Ihr gewaltiger...

Im Focus: Deep inside Galaxy M87

The nearby, giant radio galaxy M87 hosts a supermassive black hole (BH) and is well-known for its bright jet dominating the spectrum over ten orders of magnitude in frequency. Due to its proximity, jet prominence, and the large black hole mass, M87 is the best laboratory for investigating the formation, acceleration, and collimation of relativistic jets. A research team led by Silke Britzen from the Max Planck Institute for Radio Astronomy in Bonn, Germany, has found strong indication for turbulent processes connecting the accretion disk and the jet of that galaxy providing insights into the longstanding problem of the origin of astrophysical jets.

Supermassive black holes form some of the most enigmatic phenomena in astrophysics. Their enormous energy output is supposed to be generated by the...

Im Focus: Neu entdeckter Exoplanet könnte bester Kandidat für die Suche nach Leben sein

Supererde in bewohnbarer Zone um aktivitätsschwachen roten Zwergstern gefunden

Ein Exoplanet, der 40 Lichtjahre von der Erde entfernt einen roten Zwergstern umkreist, könnte in naher Zukunft der beste Ort sein, um außerhalb des...

Im Focus: Resistiver Schaltmechanismus aufgeklärt

Sie erlauben energiesparendes Schalten innerhalb von Nanosekunden, und die gespeicherten Informationen bleiben auf Dauer erhalten: ReRAM-Speicher gelten als Hoffnungsträger für die Datenspeicher der Zukunft.

Wie ReRAM-Zellen genau funktionieren, ist jedoch bisher nicht vollständig verstanden. Insbesondere die Details der ablaufenden chemischen Reaktionen geben den...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Smart-Data-Forschung auf dem Weg in die wirtschaftliche Praxis

21.04.2017 | Veranstaltungen

Baukultur: Mehr Qualität durch Gestaltungsbeiräte

21.04.2017 | Veranstaltungen

Licht - ein Werkzeug für die Laborbranche

20.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Intelligenter Werkstattwagen unterstützt Mensch in der Produktion

21.04.2017 | HANNOVER MESSE

Forschungszentrum Jülich auf der Hannover Messe 2017

21.04.2017 | HANNOVER MESSE

Smart-Data-Forschung auf dem Weg in die wirtschaftliche Praxis

21.04.2017 | Veranstaltungsnachrichten