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Entwicklung von Wahrnehmung und Bewegung im Kindesalter

29.06.2006
Neuropsychologen der Uniklinik Tübingen starten Studie mit Kindern im Alter von 5 bis 8 Jahren

Am Zentrum für Neurologie des Universitätsklinikums Tübingen wird eine Studie zum Thema "Entwicklung von Wahrnehmung und Bewegung im Kindesalter" durchgeführt. Es soll untersucht werden, welchen Einfluss ein computergestütztes, spielerisches Training der visuell-räumlichen Fähigkeiten auf das Ausführen von Zeigebewegungen bei gesunden Kindern im Alter von 5 bis 8 Jahren hat.

Langfristiges Ziel der Studie der Forschungsektion für Neuropsychologie (Leitung Professor Dr. Dr. Hans-Otto Karnath) ist die Entwicklung eines visuell-räumlichen Trainings- oder Therapieprogramms, das bei Kindern mit motorischen Defiziten eingesetzt werden kann.

Die 6 jährige Julia ist ganz bei der Sache: vor ihr auf dem Papier sind zwei schwarze Punkte aufgemalt. Einer ist der Startpunkt: mit geschlossenen Augen soll sie jetzt auf den anderen deuten. Unbemerkt von ihr werden ihre Zeigebewegungen über eine Infrarot-Kamera aufgezeichnet. Ein auf den Zeigefinger aufgeklebter Marker, der sich leicht entfernen lässt, zeigt später im Videobild die Position an. Kein Problem für Julia.

Anschließend wird trainiert: Sind die zwei weißen Linien auf dem Bildschirm parallel? Wie sieht das mit dem weißen, roten und schwarzen Punkt aus? Bei jeder richtiger Antwort erscheint ein großer lachender Stern auf dem Schirm. Zum Abschluss des Trainings wird noch einmal die Zeigeübung durchgeführt. Dann darf sich jeder der kleinen Studienteilnehmer aus der Spielkiste etwas aussuchen. Die eineinhalb Stunden, die das Training mit allen Pausen benötigt, sind für Mutter und Kind wie im Flug vergangen. "Das war spannend" findet Julia, "und Forschung sei lustig", vor allem, wenn man noch eine Urkunde bekommt.

Ernst hingegen ist der Hintergrund, der die neuropsychologischen Wissenschaftler des Uniklinikums zu der Studie angeregt hat. Sie versuchen, für Kinder, die ihrem Alter entsprechend motorische Defizite haben, Trainings-Methoden zu entwickeln und die Ursachen für diese Defizite zu erforschen. Die Wissenschaftler versuchen zu verstehen, wie visuelle Wahrnehmung und Motorik zusammenhängen, wie Bewegungsstörungen bei Kindern zustande kommen und welchen Hintergrund diese haben. Erstmals werden in der renommierten Arbeitsgruppe auch motorische Fähigkeiten bei Kindern untersucht. Die Untersuchungen und Trainingsergebnisse gesunder Kinder werden benötigt, um diese dann in späteren Studien mit den Ergebnissen von Kindern mit motorischen Defiziten zu vergleichen.

Interessierte Eltern werden gebeten Kontakt mit Diplom-Psychologin Dr. Stefanie Richter, Telefon: 07071/29-8 40 80 (Mo bis Do, 9 Uhr bis 17 Uhr), E-Mail stefanie.richter@uni-tuebingen.de, aufzunehmen. Sie werden dort ausführlich über die Studie beraten.

Die Anfahrtkosten werden erstattet. Teilnehmende Kinder erhalten eine "Urkunde" und können durch das Sammeln richtiger Antworten bei den PC-Aufgaben "Geschenke-Bons" für eine kleine Überraschung erwerben.

Ansprechpartner für nähere Informationen

Universitätsklinikum Tübingen
Zentrum für Neurologie
Sektion für Neuropsychologie
Diplom-Psychologin Dr. Stefanie Richter
stefanie.richter@uni-tuebingen.de
Tel. 0 70 71 / 29-8 40 80, Fax 0 70 71 / 29-59 57

Dr. Ellen Katz | idw
Weitere Informationen:
http://www.medizin.uni-tuebingen.de/

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