Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

EU-Studie: eGovernment-Angebote der Behörden EU-weit erneut verbessert

29.06.2006
Deutschland stagniert im Vergleich, Österreich auf Platz eins

Die grundlegenden Dienstleistungsangebote der Behörden im Internet in den Mitgliedsstaaten der Europäischen Union (EU) sowie Island, Norwegen und der Schweiz erreichen nun im Durchschnitt 75 Prozent des maximal möglichen Online-Umsetzungsgrades. Das bedeutet eine Zunahme von rund zehn Prozentpunkten gegenüber der letzten Untersuchung vom Oktober 2004. Damit ist erstmals im Schnitt die Stufe der so genannten Zwei-Wege-Interaktion erreicht. Das heißt, der Datenaustausch zwischen Behörden und Wirtschaft beziehungsweise Bürger ist möglich. Deutlich stärker als der Ausbau in den alten Mitgliedsstaaten der EU mit einem Plus von rund sechs Prozentpunkten ging die Online-Fähigkeit von Leistungen der Verwaltung in den zehn neuen EU Mitgliedsstaaten mit 16 Prozentpunkten voran. Knapp die Hälfte (48 Prozent) aller untersuchten Angebote können inzwischen vollständig über das Internet abgewickelt werden (plus acht Prozentpunkte). Das sind die Kernergebnisse der sechsten jährlichen Untersuchung der Management- und IT-Beratung Capgemini im Auftrag der Europäischen Kommission zum Fortschritt der Online-Verfügbarkeit von Dienstleistungen der Öffentlichen Hand. Untersucht wurden 20 von der EU definierte Dienstleistungen für Bürger und Unternehmen, die über insgesamt 12.590 Internetadressen angeboten werden. Stand ist April 2006, die vorherige Untersuchung fand im Oktober 2004 statt.

Deutschland leicht verbessert, bleibt aber im hinteren Mittelfeld

Das am weitesten entwickelte europäische Land beim eGovernment ist nun Österreich, gefolgt von Malta und Estland. Deutschland konnte beim Online-Umsetzungsgrad acht Prozentpunkte zulegen, ist aber im Ländervergleich erneut zurückgefallen (Platz 19). Die Werte von 74 Prozent Umsetzungsgrad und 47 Prozent vollständig online-verfügbarer Dienste entsprechen zwar dem EU-Durchschnitt, reichen aber wie in den Vorjahren nur für einen Platz im hinteren Mittelfeld. "Trotz viel versprechender Ansätze tritt eGovernment in Deutschland mittlerweile auf der Stelle. Weitere Fortschritte erfordern unter anderem organisatorische Veränderungen in den behördeninternen als auch behördenübergreifenden Prozessen", erläutert Tom Gensicke, Leiter Public Services bei Capgemini in Deutschland. "Die Politik sieht eGovernment offenbar vorwiegend als Kosten- nicht aber als Wirtschaftsfaktor und treibt das Thema oft nur mit geringer Priorität voran. So verfügt die Initiative 'Deutschland Online', die eigentlich das Ziel hat, die nationalen Initiativen zwischen Bund, Ländern und Kommunen zu bündeln, weder über finanzielle noch über personelle Ressourcen und steht streng genommen nur auf dem Papier."

Neue Trends in der Bereitstellung der Dienstleistungen

Die am weitesten fortgeschrittenen Länder konzentrieren sich nicht mehr auf die reine Bereitstellung von Services. Sie entwickeln zunehmend intelligente Lösungen, die sich an den Bedürfnissen der Nutzer orientieren, weniger an gewachsenen Behördenstrukturen. Mittelfristig ist hier eine neue Dimension in der Qualität der Leistungen zu erwarten, da die behördenübergreifende Bereitstellung von Dienstleistungen erhebliche Synergien ermöglicht.

Elektronische Dienstleistungsangebote für Bürger nach wie vor schlechter

Wie in den Vorjahren bleiben auch in der nun sechsten Untersuchung des Online-Angebots der Öffentlichen Hand die Dienstleistungen für Unternehmen (85 Prozent Umsetzungsgrad) besser ausgebaut als die für Bürger (68 Prozent Umsetzungsgrad). Noch deutlicher wird dies beim Anteil vollständig online-verfügbarer Dienste. Dort sind zwei Drittel der untersuchten Leistungen für die Wirtschaft vollständig elektronisch verfügbar, jedoch nur ein Drittel der Serviceangebote für Bürger. Insbesondere in den alten EU-Mitgliedsstaaten gibt es Anzeichen, dass sich die Lücke langsam zu schließen beginnt (sieben Prozentpunkte Zuwachs bei den Bürgerdiensten gegenüber vier Prozentpunkten bei Diensten für Unternehmen). In den zehn neuen EU Staaten liegt der Zuwachs in beiden Kategorien mit 17 beziehungsweise 16 Prozentpunkten etwa gleichauf. Tom Gensicke: "Die höheren Zuwachsraten in den neuen EU Staaten sind natürlich auch auf die niedrigeren Ausgangspositionen zurückzuführen. Es zeigt sich aber auch, dass die neuen Staaten die Bedeutung des eGovernments erkannt haben und die Zuwachsraten hoch bleiben." So finden sich vier neue Mitgliedsländer unter den ersten zehn Plätzen, darunter mit Malta und Estland zwei der ersten drei.

Achim Schreiber | presseportal
Weitere Informationen:
http://www.de.capgemini.com/presse

Weitere Berichte zu: Mitgliedsstaat Prozentpunkt Umsetzungsgrad

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Studie zu sicherem Autofahren bis ins hohe Alter
19.06.2017 | Leibniz-Institut für Arbeitsforschung an der TU Dortmund

nachricht Welche Auswirkungen hat die Digitalisierung der Industrieproduktion auf Jobs und Umweltschutz?
16.05.2017 | Institute for Advanced Sustainability Studies e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Schnelles und umweltschonendes Laserstrukturieren von Werkzeugen zur Folienherstellung

Kosteneffizienz und hohe Produktivität ohne dabei die Umwelt zu belasten: Im EU-Projekt »PoLaRoll« entwickelt das Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie IPT aus Aachen gemeinsam mit dem Oberhausener Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheit- und Energietechnik UMSICHT und sechs Industriepartnern ein Modul zur direkten Laser-Mikrostrukturierung in einem Rolle-zu-Rolle-Verfahren. Ziel ist es, mit Hilfe dieses Systems eine siebartige Metallfolie als Demonstrator zu fertigen, die zum Sonnenschutz von Glasfassaden verwendet wird: Durch ihre besondere Geometrie wird die Sonneneinstrahlung reduziert, woraus sich ein verminderter Energieaufwand für Kühlung und Belüftung ergibt.

Das Fraunhofer IPT ist im Projekt »PoLaRoll« für die Prozessentwicklung der Laserstrukturierung sowie für die Mess- und Systemtechnik zuständig. Von den...

Im Focus: Das Auto lernt vorauszudenken

Ein neues Christian Doppler Labor an der TU Wien beschäftigt sich mit der Regelung und Überwachung von Antriebssystemen – mit Unterstützung des Wissenschaftsministeriums und von AVL List.

Wer ein Auto fährt, trifft ständig Entscheidungen: Man gibt Gas, bremst und dreht am Lenkrad. Doch zusätzlich muss auch das Fahrzeug selbst ununterbrochen...

Im Focus: Vorbild Delfinhaut: Elastisches Material vermindert Reibungswiderstand bei Schiffen

Für eine elegante und ökonomische Fortbewegung im Wasser geben Delfine den Wissenschaftlern ein exzellentes Vorbild. Die flinken Säuger erzielen erstaunliche Schwimmleistungen, deren Ursachen einerseits in der Körperform und andererseits in den elastischen Eigenschaften ihrer Haut zu finden sind. Letzteres Phänomen ist bereits seit Mitte des vorigen Jahrhunderts bekannt, konnte aber bislang nicht erfolgreich auf technische Anwendungen übertragen werden. Experten des Fraunhofer IFAM und der HSVA GmbH haben nun gemeinsam mit zwei weiteren Forschungspartnern eine Oberflächenbeschichtung entwickelt, die ähnlich wie die Delfinhaut den Strömungswiderstand im Wasser messbar verringert.

Delfine haben eine glatte Haut mit einer darunter liegenden dicken, nachgiebigen Speckschicht. Diese speziellen Hauteigenschaften führen zu einer signifikanten...

Im Focus: Kaltes Wasser: Und es bewegt sich doch!

Bei minus 150 Grad Celsius flüssiges Wasser beobachten, das beherrschen Chemiker der Universität Innsbruck. Nun haben sie gemeinsam mit Forschern in Schweden und Deutschland experimentell nachgewiesen, dass zwei unterschiedliche Formen von Wasser existieren, die sich in Struktur und Dichte stark unterscheiden.

Die Wissenschaft sucht seit langem nach dem Grund, warum ausgerechnet Wasser das Molekül des Lebens ist. Mit ausgefeilten Techniken gelingt es Forschern am...

Im Focus: Hyperspektrale Bildgebung zur 100%-Inspektion von Oberflächen und Schichten

„Mehr sehen, als das Auge erlaubt“, das ist ein Anspruch, dem die Hyperspektrale Bildgebung (HSI) gerecht wird. Die neue Kameratechnologie ermöglicht, Licht nicht nur ortsaufgelöst, sondern simultan auch spektral aufgelöst aufzuzeichnen. Das bedeutet, dass zur Informationsgewinnung nicht nur herkömmlich drei spektrale Bänder (RGB), sondern bis zu eintausend genutzt werden.

Das Fraunhofer IWS Dresden entwickelt eine integrierte HSI-Lösung, die das Potenzial der HSI-Technologie in zuverlässige Hard- und Software überführt und für...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Marine Pilze – hervorragende Quellen für neue marine Wirkstoffe?

28.06.2017 | Veranstaltungen

Willkommen an Bord!

28.06.2017 | Veranstaltungen

Internationale Fachkonferenz IEEE ICDCM - Lokale Gleichstromnetze bereichern die Energieversorgung

27.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

EUROSTARS-Projekt gestartet - mHealth-Lösung: time4you Forschungs- und Entwicklungspartner bei IMPACHS

28.06.2017 | Unternehmensmeldung

Proteine entdecken, zählen, katalogisieren

28.06.2017 | Biowissenschaften Chemie

Neue Scheinwerfer-Dimension: Volladaptive Lichtverteilung in Echtzeit

28.06.2017 | Automotive