Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Uni Osnabrück erstellt Machbarkeitsstudie: Für ökologisch nachhaltige Fischzucht am Aralsee

26.06.2006
Das Institut für Umweltsystemforschung der Universität Osnabrück erstellt eine Machbarkeitsstudie zur ökonomisch und ökologisch nachhaltigen Fischzucht in Usbekistan. Im Rahmen der von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt geförderten Untersuchung werden Konzepte zur Steigerung des Gesamtfischertrags am Aralsee erarbeitet.

Ziel der Studie ist es, die wirtschaftlichen Bedingungen für die Fischzucht im Einzugsgebiet des Aralsees zu optimieren. Darüber hinaus soll ein übertragbares Modell für eine nachhaltige Fischereiwirtschaft in langjährig umweltgeschädigten Gebieten unter besonderer Berücksichtigung naturschutzfachlicher Belange erarbeitet werden. "Dazu zählen der Erhalt gefährdeter Arten, Verbesserung des Naturhaushaltes und Erhöhung der Biodiversität", so der Osnabrücker Wissenschaftler Prof. Dr. Michael Matthies, der die Studie verfassen wird.

Zum Hintergrund: Durch die überhöhte und ineffiziente Wassernutzung für die Produktion von Baumwolle sind die Fischereierträge in Usbekistan seit den sechziger Jahren um bis zu 84 Prozent gesunken. "Diese Katastrophe manifestiert sich in der fortschreitenden Austrocknung des Aralsees, wo die Fischerei komplett zum Erliegen kam und die Fischerboote im Sandboden festliegen", erklärt Matthies. Schon zu sowjetischen Zeiten wurden daher Fischfarmbetriebe in allen Regionen Usbekistans aufgebaut und große Mengen Seewasserfisch importiert, die in den ehemaligen Fischerdörfern am Aralsee verarbeitet wurden. Durch diese Planwirtschaft wurden die sozioökonomischen Effekte in den betroffenen Gegenden gemildert, wenn nicht sogar behoben. Nach der Unabhängigkeit Usbekistans sind jedoch die Fischerei, die Fischzucht und auch die Fischverarbeitung zusammengebrochen.

Der Fischkonsum ist seit dem Rückzug des Aralsees stark zurückgegangen. Diese dramatische Entwicklung hängt in erster Linie mit wirtschaftlichen Problemen im Land zusammen. Neben fehlenden Investitionsmitteln, einer schleppenden Privatisierung und schlechtem Management sind es aber auch veränderte Umweltbedingungen, die zu diesem Rückgang führten. Die einzige entwickelte Produktionsform sind extensiv bewirtschaftete Teichwirtschaften. Es existieren ca. 20 Firmen, die eine Teichfläche von ca. 10.000 Hektar Teichfläche bewirtschaften. Neben den allgemein bekannten Verfahren, wie Teiche oder Durchflussanlagen, werden auch moderne, kreislaufgeführte Systeme in die Untersuchungen mit einbezogen. Die Technologie der Fischzucht in geschlossenen, kreislaufgeführten Anlagen ist in Deutschland weit entwickelt. Diese von der Umwelt entkoppelten Systeme bieten die Möglichkeit der Fischzucht in geschlossenen Wasser- und Stoffkreisläufen. Dadurch wird gleichzeitig ein geringerer Wasserbedarf und eine effizientere Kontrolle über die Produktionsbedingungen im Wasser erreicht. Im Projekt erarbeitet ein Konsortium aus kleinen und mittleren Unternehmen und wissenschaftlichen Instituten die technische, ökologische und ökonomische Machbarkeit der entwickelten Konzepte.

Weitere Informationen:
Prof. Dr. Michael Matthies, Universität Osnabrück,
Institut für Umweltsystemforschung,
Barbarastraße 12, 49076 Osnabrück,
Tel. +49 541 969 2576, Fax +49 541 969 2599,
E-Mail: michael.matthies@usf.uni-osnabrueck.de

Dr. Oliver Schmidt | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-osnabrueck.de/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Tabakrauchen verkalkt Arterien stärker als reiner Cannabis-Konsum
11.04.2018 | Universität Bern

nachricht »Zweites Leben« für Smartphones und Tablets
16.03.2018 | Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Gammastrahlungsblitze aus Plasmafäden

Neuartige hocheffiziente und brillante Quelle für Gammastrahlung: Anhand von Modellrechnungen haben Physiker des Heidelberger MPI für Kernphysik eine neue Methode für eine effiziente und brillante Gammastrahlungsquelle vorgeschlagen. Ein gigantischer Gammastrahlungsblitz wird hier durch die Wechselwirkung eines dichten ultra-relativistischen Elektronenstrahls mit einem dünnen leitenden Festkörper erzeugt. Die reichliche Produktion energetischer Gammastrahlen beruht auf der Aufspaltung des Elektronenstrahls in einzelne Filamente, während dieser den Festkörper durchquert. Die erreichbare Energie und Intensität der Gammastrahlung eröffnet neue und fundamentale Experimente in der Kernphysik.

Die typische Wellenlänge des Lichtes, die mit einem Objekt des Mikrokosmos wechselwirkt, ist umso kürzer, je kleiner dieses Objekt ist. Für Atome reicht dies...

Im Focus: Gamma-ray flashes from plasma filaments

Novel highly efficient and brilliant gamma-ray source: Based on model calculations, physicists of the Max PIanck Institute for Nuclear Physics in Heidelberg propose a novel method for an efficient high-brilliance gamma-ray source. A giant collimated gamma-ray pulse is generated from the interaction of a dense ultra-relativistic electron beam with a thin solid conductor. Energetic gamma-rays are copiously produced as the electron beam splits into filaments while propagating across the conductor. The resulting gamma-ray energy and flux enable novel experiments in nuclear and fundamental physics.

The typical wavelength of light interacting with an object of the microcosm scales with the size of this object. For atoms, this ranges from visible light to...

Im Focus: Wie schwingt ein Molekül, wenn es berührt wird?

Physiker aus Regensburg, Kanazawa und Kalmar untersuchen Einfluss eines äußeren Kraftfeldes

Physiker der Universität Regensburg (Deutschland), der Kanazawa University (Japan) und der Linnaeus University in Kalmar (Schweden) haben den Einfluss eines...

Im Focus: Basler Forschern gelingt die Züchtung von Knorpel aus Stammzellen

Aus Stammzellen aus dem Knochenmark von Erwachsenen lassen sich stabile Gelenkknorpel herstellen. Diese Zellen können so gesteuert werden, dass sie molekulare Prozesse der embryonalen Entwicklung des Knorpelgewebes durchlaufen, wie Forschende des Departements Biomedizin von Universität und Universitätsspital Basel im Fachmagazin PNAS berichten.

Bestimmte mesenchymale Stamm-/Stromazellen aus dem Knochenmark von Erwachsenen gelten als äusserst viel versprechend für die Regeneration von Skelettgewebe....

Im Focus: Basel researchers succeed in cultivating cartilage from stem cells

Stable joint cartilage can be produced from adult stem cells originating from bone marrow. This is made possible by inducing specific molecular processes occurring during embryonic cartilage formation, as researchers from the University and University Hospital of Basel report in the scientific journal PNAS.

Certain mesenchymal stem/stromal cells from the bone marrow of adults are considered extremely promising for skeletal tissue regeneration. These adult stem...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

124. Internistenkongress in Mannheim: Internisten rücken Altersmedizin in den Fokus

19.04.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Juni 2018

17.04.2018 | Veranstaltungen

Stralsunder IT-Sicherheitskonferenz im Mai zum 7. Mal an der Hochschule Stralsund

12.04.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

124. Internistenkongress in Mannheim: Internisten rücken Altersmedizin in den Fokus

19.04.2018 | Veranstaltungsnachrichten

Aus dem Labor auf die Schiene: Forscher des HI-ERN planen Wasserstoffzüge mit LOHC-Technologie

19.04.2018 | Verkehr Logistik

Neuer Wirkmechanismus von Tumortherapeutikum entdeckt

19.04.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics