Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Grenzenloser Zahlungsverkehr wird für Banken teuer

22.06.2006
Kosten in der Höhe von mehreren Mrd. Euro erwartet

Die für 2008 geplante Einführung des paneuropäischen Zahlungsverfahren SEPA (Single Euro Payments Area) wird Umstellungskosten in der Höhe von mehreren Mrd. Euro verursachen. Zu diesem Schluss kommt eine neue Studie der Boston Consulting Group (BCG). Während die Investitionskosten der europäischen Banken in der ersten Phase der Umsetzung rund 500 Mio. Euro betragen, werden bis zum angepeilten Ende des Umstellungszeitraums im Jahr 2010 Mehrkosten von bis zu fünf Mrd. Euro anfallen, prophezeit die BCG.


SEPA kommt 2008

Während die BCG-Analysten die erste Phase der Einführung begrüßen, weil "der unmittelbare Nutzen der Maßnahme für den Kunden konkret spürbar ist", wird das rigorose Festhalten am Abschluss der Umstellung bis 2010 durch die Europäische Zentralbank kritisch bewertet. Niclas Storz, BCG-Analyst und Koautor der Studie, glaubt, dass im Interesse aller Marktteilnehmer die SEPA-Umsetzung weitestgehend den Marktkräften überlassen werden solle, wenngleich der Gesetzgeber dabei flankierend zur Seite stehen könne. Storz rät Banken zu einer klaren Ausrichtung auf die Kundenbedürfnisse und zu einer intelligenten Steuerung von Investitionen in die Infrastruktur: "Es sind immer noch die Kunden, die über Erfolg oder Misserfolg der Banken im Zahlungsverkehr entscheiden".

"Natürlich kostet die SEPA-Umstellung eine Menge Geld. Gleichzeitig muss man aber auch die Chancen sehen, die sich im Sinne des europäischen Binnenmarkts dadurch eröffnen", bewertet Andreas Goralczyk, Direktor des Bundesverbands deutscher Banken (BDB), im Gespräch mit pressetext das Großvorhaben überwiegend positiv. Die Vereinheitlichung der Bankeninfrastruktur von 25 verschiedenen Ländern stelle naturgemäß eine enorme Herausforderung dar. "Klar ist, dass 'SEPA' nur funktioniert, wenn alle Beteiligten das neue Verfahren akzeptieren und das Ihrige zur Vereinheitlichung der gesamteuropäischen Infrastruktur beitragen", meint Goralczyk.

Über die tatsächlich zu erwartenden Kosten der Umstellung herrscht weiterhin Unklarheit. Während die BCG-Studie rund fünf Mrd. Euro für die zweite Phase der Umsetzung voraussagt, kommt eine ebenfalls kürzlich veröffentlichte Studie der Beraterfirma Steria Mummert Consulting in ihrer Schätzung gar auf Umstellungskosten in zweistelliger Milliardenhöhe. "Genaue Zahlen liegen uns nicht vor. Da aber die SEPA-Einführung ein komplexes Infrastruktur-Projekt ist, mit Auswirkungen auf die gesamte Prozesskette im Zahlungsverkehr, und mit der SEPA-Lastschrift ein völlig neues Verfahren eingeführt wird, halten wir Kostenvergleiche mit der Euro-Einführung durchaus für realistisch", kommentiert BDB-Direktor Goralczyk gegenüber pressetext die Schätzungen.

Um etwas Licht ins Dunkel hinsichtlich der wirtschaftlichen und technischen Herausforderungen der Kreditinstitute während der SEPA-Umstellung zu bringen, veranstaltet das Euroforum http://www.euroforum.de von 3. bis 5. Juli 2006 in Wiesbaden eine dreitägige Konferenz, an der neben Goralczyk eine Reihe anderer namhafter Experten zu Wort kommen sollen.

Martin Stepanek | pressetext.deutschland
Weitere Informationen:
http://www.bcg.de
http://www.bankenverband.de
http://www.steria-mummert.de

Weitere Berichte zu: Grenzenloser Umstellungskosten Zahlungsverkehr

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Klimawandel verstärkt Selenmangel
21.02.2017 | Eidgenössische Technische Hochschule Zürich (ETH Zürich)

nachricht Echtzeit-Feedback hilft Energie und Wasser sparen
08.02.2017 | Otto-Friedrich-Universität Bamberg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Im Focus: HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt sich bewerten, wie verkehrspolitische Maßnahmen langfristig auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt wirken. HIGH-TOOL ist ein frei zugängliches Modell mit Modulen für Demografie, Wirtschaft und Ressourcen, Fahrzeugbestand, Nachfrage im Personen- und Güterverkehr sowie Umwelt und Sicherheit. An dem nun erfolgreich abgeschlossenen EU-Projekt unter der Koordination des KIT waren acht Partner aus fünf Ländern beteiligt.

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt...

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Im Focus: Innovative Antikörper für die Tumortherapie

Immuntherapie mit Antikörpern stellt heute für viele Krebspatienten einen Erfolg versprechenden Ansatz dar. Weil aber längst nicht alle Patienten nachhaltig von diesen teuren Medikamenten profitieren, wird intensiv an deren Verbesserung gearbeitet. Forschern um Prof. Thomas Valerius an der Christian Albrechts Universität Kiel gelang es nun, innovative Antikörper mit verbesserter Wirkung zu entwickeln.

Immuntherapie mit Antikörpern stellt heute für viele Krebspatienten einen Erfolg versprechenden Ansatz dar. Weil aber längst nicht alle Patienten nachhaltig...

Im Focus: Durchbruch mit einer Kette aus Goldatomen

Einem internationalen Physikerteam mit Konstanzer Beteiligung gelang im Bereich der Nanophysik ein entscheidender Durchbruch zum besseren Verständnis des Wärmetransportes

Einem internationalen Physikerteam mit Konstanzer Beteiligung gelang im Bereich der Nanophysik ein entscheidender Durchbruch zum besseren Verständnis des...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

6. Internationale Fachkonferenz „InnoTesting“ am 23. und 24. Februar 2017 in Wildau

22.02.2017 | Veranstaltungen

Wunderwelt der Mikroben

22.02.2017 | Veranstaltungen

Der Lkw der Zukunft kommt ohne Fahrer aus

21.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Ursache für eine erbliche Muskelerkrankung entdeckt

22.02.2017 | Medizin Gesundheit

Möglicher Zell-Therapieansatz gegen Zytomegalie

22.02.2017 | Biowissenschaften Chemie

Meeresforschung in Echtzeit verfolgen

22.02.2017 | Geowissenschaften