Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Kopfläuse formieren sich zum Gegenangriff

16.06.2006
80 Prozent der Parasiten gegen herkömmlichen Wirkstoff resistent

Einer Studie britischer Forscher zufolge ist ein Großteil der Kopfläuse bereits gegen den herkömmlichen Wirkstoff namens Pyrethroid immun. Bei rund 3.000 untersuchten Schülern in Wales konnten die Wissenschaftler bei mehr als 80 Prozent der Fälle Resistenzen nachweisen. Im Abschlussbericht der Untersuchung bemerkte das Team, dass dieses Problem wahrscheinlich auch in anderen Regionen zu erwarten sei, berichtet die Online-Ausgabe des Wissenschaftsmagazins New Scientist http://www.newscientist.com .

Im Prinzip sind die Läuse, die sich auf der Kopfhaut einnisten und die nachgewiesen bereits seit Jahrmillionen die Menschen plagen, in den gemäßigten Klimazonen nicht gefährlich - außer bei jenen, die eine Immunreaktion auf die Plagegeister entwickeln. Im Durchschnitt finden sich in der Kopfhaut eines infizierten Kindes zwischen zehn und 100 Tiere. Bisher war es mit Insektiziden, wie etwa den Pyrethroiden, das ursprünglich aus den Blüten von verschiedenen Chrysanthemen-Arten gewonnen wurde oder Organophosphat-Verbindungen möglich, gegen die Läuse erfolgreich vorzugehen. Pyrethroide wird in den Tropen auch häufig als Insektizid gegen Stechmücken verwendet, da es das Nervensystem der Insekten zerstört. Nach Vermutungen, dass der Wirkstoff nun plötzlich nicht mehr wirksam sein sollte, hat das Forscherteam um Janet Hemingway von der Liverpool School of Tropical Medicine, die breit angelegte Studie in mehr als 30 Schulen in ganz Wales, begonnen. Tatsächlich konnten die Wissenschaftler die Resistenzen bestätigen. Doch damit nicht genug: Auch aus Israel wurden solche Resistenzen gegen Pyrethroide gemeldet. Tatsächlich konnte eine DNA-Analyse der Forscher zeigen, dass es in Wales zwei verschiedene Arten von Kopfläusen gibt - dabei waren mit 82 Prozent jene, die Resistenzen gegen das Insektizid entwickelt haben, deutlich in der Mehrzahl.

Kopfläuse Pediculus humanus werden zwischen 2,5 und 3,5 Millimeter groß. Sie sind mit bloßem Auge zu erkennen. Dadurch, dass die Tiere so schnell sind, werden sie häufig nicht erkannt. Anders verhält es sich allerdings bei den Eiern der Läuse. Die zwei bis sechs Eier werden an den Haaransätzen in so genannten Nissen festgemacht. Die Larven schlüpfen nach etwa einer Woche und die leeren Nissen wachsen mit den Haaren nach oben aus. Sind die Nissen einige Zentimeter von der Kopfhaut entfernt, sind sie längst von ihren Bewohnern verlassen. Der gesamte Zyklus von Ei zum Ei der nächsten Generation beträgt zwischen 18 und 21 Tagen. Je wärmer es ist, desto schneller läuft die Entwicklung ab.

Wolfgang Weitlaner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.liv.ac.uk/lstm/Well_Trop

Weitere Berichte zu: Insektizid Kopfhaut Kopfläuse Pyrethroid Resistenz Wirkstoff

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Wiederverwendung von IT- und Kommunikationsgeräten schont Klima und Ressourcen
23.02.2017 | Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT

nachricht Klimawandel verstärkt Selenmangel
21.02.2017 | Eidgenössische Technische Hochschule Zürich (ETH Zürich)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: „Vernetzte Autonome Systeme“ von acatech und DFKI auf der CeBIT

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Kooperation mit der Deutschen Messe AG vernetzte Autonome Systeme. In Halle 12 am Stand B 63 erwarten die Besucherinnen und Besucher unter anderem Roboter, die Hand in Hand mit Menschen zusammenarbeiten oder die selbstständig gefährliche Umgebungen erkunden.

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für...

Im Focus: Kühler Zwerg und die sieben Planeten

Erdgroße Planeten mit gemäßigtem Klima in System mit ungewöhnlich vielen Planeten entdeckt

In einer Entfernung von nur 40 Lichtjahren haben Astronomen ein System aus sieben erdgroßen Planeten entdeckt. Alle Planeten wurden unter Verwendung von boden-...

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Im Focus: HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt sich bewerten, wie verkehrspolitische Maßnahmen langfristig auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt wirken. HIGH-TOOL ist ein frei zugängliches Modell mit Modulen für Demografie, Wirtschaft und Ressourcen, Fahrzeugbestand, Nachfrage im Personen- und Güterverkehr sowie Umwelt und Sicherheit. An dem nun erfolgreich abgeschlossenen EU-Projekt unter der Koordination des KIT waren acht Partner aus fünf Ländern beteiligt.

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt...

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Aufbruch: Forschungsmethoden in einer personalisierten Medizin

24.02.2017 | Veranstaltungen

Österreich erzeugt erstmals Erdgas aus Sonnen- und Windenergie

24.02.2017 | Veranstaltungen

Big Data Centrum Ostbayern-Südböhmen startet Veranstaltungsreihe

23.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fraunhofer HHI auf dem Mobile World Congress mit VR- und 5G-Technologien

24.02.2017 | Messenachrichten

MWC 2017: 5G-Hauptstadt Berlin

24.02.2017 | Messenachrichten

Auf der molekularen Streckbank

24.02.2017 | Biowissenschaften Chemie