Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Deutsche Großunternehmen haben beim eLearning noch Nachholbedarf

28.11.2001


Erst wenige Beschäftigte deutscher Großunternehmen nutzen die Möglichkeiten des computergestützten Lernens am Arbeitsplatz ("eLearning"), um sich weiterzubilden. Außerdem werden eLearning-Projekte vergleichsweise selten effizient in die konventionelle Bildungsarbeit eingebunden, und die durchschnittlichen Projektlaufzeiten sowie Kosten entsprechen kaum den Anforderungen. Das sind die wichtigsten Ergebnisse einer aktuellen Studie im Auftrag von KPMG Consulting, bei der bundesweit über 600 Personalverantwortliche in Unternehmen mit mehr als 1.000 Beschäftigten befragt wurden.*

Lediglich knapp jedes zweite der befragten Großunternehmen (46 Prozent) bietet durch eLearning gestützte Bildungsmaßnahmen an. Erreicht werden damit nur 18,4 Prozent aller Mitarbeiter, von denen wiederum weniger als die Hälfte (46,5 Prozent) schließlich Gebrauch von diesen Angeboten macht. Den größten Anteil an eLearning-Unternehmen weist der Dienstleistungsbereich auf. Spitzenreiter ist hier das Kredit- und Versicherungsgewerbe, bei dem bereits mehr als zwei Drittel der Großunternehmen (68 Prozent) zu den Anwendern zählen. In der Branchengruppe "Handel, Verkehr, Nachrichtenübermittlung" liegt der Anteil deutlich darunter (38 Prozent).

Bei der Anwendungshäufigkeit spielt neben der Branchenzugehörigkeit auch die Größe des Unternehmens eine entscheidende Rolle: Während in der Gruppe mit 1.000 bis 2.000 Beschäftigten nur 38 Prozent der Unternehmen eLearning anbieten, sind es bei Firmen mit 2.000 bis 5.000 Beschäftigten bereits knapp die Hälfte (47 Prozent) und bei mehr als 5.000 Beschäftigten die Mehrzahl (60 Prozent). Ähnlich verhält es sich mit den Möglichkeiten des selbstgesteuerten Lernens: Nur in jedem dritten Unternehmen (30 Prozent) mit eLearning-Angebot können sich die Mitarbeiter individuelle Lernwege zusammenstellen lassen und die persönlichen Fortschritte verfolgen. Bei Unternehmen mit mehr als 5.000 Beschäftigten ist dies bereits in 41 Prozent der Fall.

eLearning erfolgt in den Großunternehmen überwiegend in Form von computergestütztem Training, das in erster Linie in lokalen Netzwerken (LAN) oder per CD-ROM zum Einsatz kommt (82 Prozent). Inter- oder Intranetgestütztes Lernen kommt nur bei jedem dritten Unternehmen (34 Prozent) zur Anwendung. Anders sieht es bei den Firmen aus, die zum Befragungszeitpunkt den eLearning-Einsatz erst planten: hier wird das Verhältnis zwischen computer- bzw. webgestütztem Training mit 59 zu 58 Prozent ausgewogen sein.

Oft findet eLearning über Pilotprojekte Eingang in die betriebliche Weiterbildung. Stärkstes Motiv ist für mehr als die Hälfte der Unternehmen (60 Prozent), ein "schnelles Update für fachliches Know-how" anbieten zu können. 43 Prozent nennen die Einführung neuer Software, was häufig auch der Anforderung - Training als Massengeschäft - entspricht.

Die Erfahrungen beim Einsatz von betrieblichem eLearning zeigen, dass es noch Verbesserungspotenzial gibt. Am weitesten erfüllt sehen die Anwender ihre Erwartungen bei der Flexibilisierung und Individualisierung des Lernens (58 Prozent bzw. 55 Prozent). Nach Ansicht der Befragten gibt es allerdings hinsichtlich der Steigerung der Lerneffektivität und der Qualitätsverbesserung des Lernens (23 bzw. 22 Prozent) noch Nachholbedarf. eLearning kommt nach Angaben der Personalverantwortlichen bei den Mitarbeitern dennoch überwiegend gut an. So bewerten 15 Prozent die Akzeptanz mit "sehr gut" und 61 Prozent mit "eher gut".

Der relativ geringe Stellenwert des computergestützten Lernens innerhalb der Weiterbildungskonzepte von Unternehmen wird auch an dessen Budgetanteil deutlich. So entfällt nach Angaben der befragten Personalverantwortlichen nur ein Achtel der gesamten Weiterbildungskosten (12,2 Prozent) auf den eLearning-Einsatz. Dabei scheint die Unternehmensgröße eine Rolle zu spielen: In Konzernen mit mehr als 5.000 Mitarbeitern liegt der durchschnittliche Anteil lediglich bei 9,4 Prozent. Hier scheint sich das Rationalisierungspotenzial der neuen Lerntechnologien stärker auszuwirken als in den anderen Größengruppen, folgern die Autoren der Studie.

Während ein Viertel der deutschen Großunternehmen (25 Prozent) auf absehbare Zeit nicht vorhat, eLearning in der betrieblichen Weiterbildung einzusetzen, planen 29 Prozent mehr oder weniger konkret den Einstieg in das computergestützte Lernen, so ein weiteres Ergebnis der Studie. Fazit der Autoren: Solange eLearning mehr als zusätzliches Weiterbildungsangebot eingesetzt und nicht in traditionelle Qualifizierungsmaßnahmen integriert wird, werden sich die Erfolge eher schrittweise als in großem Maßstab einstellen.

Die Studie "eLearning zwischen Euphorie und Ernüchterung" kann zum Preis von 350 Euro Standardversion (Print) bzw. 490 Euro Executiveversion (Datei) angefordert werden bei:

Anja Breuer
KPMG Consulting AG


Elektrastraße 6, 81925 München
Fax: (0 89) 92 82-19 64
eMail: http://www.kpmg.de/about/press-office/2001/11/abreuer@kpmg.com

Anja Breuer | Pressemitteilung
Weitere Informationen:
http://www.kpmg.de/about/press-office/2001/11/

Weitere Berichte zu: Großunternehmen Personalverantwortlich

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Der Klang des Ozeans
12.01.2017 | Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung

nachricht Verstädterung wird 300.000 km2 fruchtbarsten Ackerlands verschlingen
27.12.2016 | Mercator Research Institute on Global Commons and Climate Change (MCC) gGmbH

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Textiler Hochwasserschutz erhöht Sicherheit

Wissenschaftler der TU Chemnitz präsentieren im Februar und März 2017 ein neues temporäres System zum Schutz gegen Hochwasser auf Baumessen in Chemnitz und Dresden

Auch die jüngsten Hochwasserereignisse zeigen, dass vielerorts das natürliche Rückhaltepotential von Uferbereichen schnell erschöpft ist und angrenzende...

Im Focus: Wie Darmbakterien krank machen

HZI-Forscher entschlüsseln Infektionsmechanismen von Yersinien und Immunantworten des Wirts

Yersinien verursachen schwere Darminfektionen. Um ihre Infektionsmechanismen besser zu verstehen, werden Studien mit dem Modellorganismus Yersinia...

Im Focus: How gut bacteria can make us ill

HZI researchers decipher infection mechanisms of Yersinia and immune responses of the host

Yersiniae cause severe intestinal infections. Studies using Yersinia pseudotuberculosis as a model organism aim to elucidate the infection mechanisms of these...

Im Focus: Interfacial Superconductivity: Magnetic and superconducting order revealed simultaneously

Researchers from the University of Hamburg in Germany, in collaboration with colleagues from the University of Aarhus in Denmark, have synthesized a new superconducting material by growing a few layers of an antiferromagnetic transition-metal chalcogenide on a bismuth-based topological insulator, both being non-superconducting materials.

While superconductivity and magnetism are generally believed to be mutually exclusive, surprisingly, in this new material, superconducting correlations...

Im Focus: Erforschung von Elementarteilchen in Materialien

Laseranregung von Semimetallen ermöglicht die Erzeugung neuartiger Quasiteilchen in Festkörpersystemen sowie ultraschnelle Schaltung zwischen verschiedenen Zuständen.

Die Untersuchung der Eigenschaften fundamentaler Teilchen in Festkörpersystemen ist ein vielversprechender Ansatz für die Quantenfeldtheorie. Quasiteilchen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Künftige Rohstoffexperten aus aller Welt in Freiberg zur Winterschule

18.01.2017 | Veranstaltungen

Bundesweiter Astronomietag am 25. März 2017

17.01.2017 | Veranstaltungen

Über intelligente IT-Systeme und große Datenberge

17.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Der erste Blick auf ein einzelnes Protein

18.01.2017 | Biowissenschaften Chemie

Das menschliche Hirn wächst länger und funktionsspezifischer als gedacht

18.01.2017 | Biowissenschaften Chemie

Zur Sicherheit: Rettungsautos unterbrechen Radio

18.01.2017 | Verkehr Logistik