Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

ASCO 2006: Neue Studiendaten zu HPV-Impfung präsentiert

06.06.2006


Vereinfachte Darstellung eines Humanen Papillom-Virus (HPV).


GSK-Kandidatimpfstoff beweist hohe Immunogenität und Verträglichkeit bei Frauen zwischen 26 und 55 Jahren


Erstmals hat eine klinische Studie die Immunantwort von Frauen älter als 25 Jahre auf einen Impfstoff gegen Humane Papillomviren (HPV) untersucht. Der GlaxoSmithKline-Kandidatimpfstoff zur Prävention des Zervixkarzinoms zeigte bei Frauen über 25 Jahren eine hohe Immunogenität. Dieses Ergebnis wurde heute auf der Jahrestagung der American Society of Clinical Oncology (ASCO) in Atlanta, USA präsentiert. „Der Impfstoff konnte bei Frauen aller Altersgruppen eine starke Immunantwort induzieren“, betonte Dr. Professor Tino Schwarz, Stiftung Juliusspital Würzburg.

In der vorgestellten Phase III-Studie wiesen 100 Prozent der Frauen zwischen 15 und 55 Jahren, die mit dem GSK-Kandidatimpfstoff geimpft worden waren, einen Monat nach Beendigung des Impfzyklus Antikörper gegen die HPV-Typen 16 und 18 auf. Bei einer Untersuchung 12 Monate nach der ersten Impfung wurde bei allen Frauen eine anhaltende Immunantwort festgestellt. Die Antikörperspiegel waren signifikant höher als die nach einer natürlichen Infektion beobachteten Konzentrationen. Der HPV-Impfstoff enthält ein neues, patentiertes Adjuvans (AS04), welches die Immunantwort verstärkt und hohe Antikörperkonzentrationen hervorruft.1


Positive Studiendaten für Frauen über 25 Jahren

Die jetzt vorgestellten Ergebnisse zeigen erstmals, dass die Impfung auch bei Frauen über 25 Jahren eine gute Immunantwort hervorruft. Die gemessenen Antikörperkonzentrationen waren entweder gleich hoch oder sogar höher als die Ergebnisse aus der Wirksamkeitsstudie, die Frauen im Alter von 15 bis 25 Jahren eingeschlossen hatten.2 Die kürzlich veröffentlichte Follow-up-Untersuchung hatte belegt, dass die Impfung über 4,5 Jahre hohe und lang anhaltende Antikörperspiegel hervorruft und vor persistierenden Infektionen und den damit verbundenen präkanzerösen Läsionen im Zervixepithel schützt.2

„Zum ersten Mal beobachten wir, dass ein Impfstoff gegen bestimmte HPV-Typen und den hierdurch ausgelösten Gebärmutterhalskrebs bei Frauen bis zu 55 Jahren hoch immunogen ist. Dies sind viel versprechende Ergebnisse, die darauf hinweisen, dass die Impfung sowohl jüngeren als auch älteren Frauen einen Schutz vor HPV-Infektionen und den damit einhergehenden zervikalen Läsionen bieten könnte“, so Professor Torsten Strohmeyer, Leiter Forschung und Medizin bei Glaxo SmithKline.

Zuverlässiger Schutz auch nach 4,5 Jahren bestätigt

Die Ergebnisse bestätigten außerdem, dass der Impfstoff nicht nur einen 100-prozentigen Schutz vor präkanzerösen Läsionen verursacht durch HPV 16 und 18 bietet:2 Er scheint auch vor Infektionen mit den dritt- und vierthäufigsten onkogenen HPV-Typen 45 und 31 zu schützten. Auf die HPV-Typen 16, 18, 45 und 31 sind gemeinsam etwa 80 Prozent aller Fälle von Gebärmutterhalskrebs zurückzuführen.2

Die neuen Daten belegen, dass dieser GSK-Kandidatimpfstoff bei Frauen über 25 Jahren sicher und gut verträglich ist. Dies bestätigt das Sicherheitsprofil, das bereits bei jüngeren Altersgruppen unter Beweis gestellt wurde. Professor Torsten Strohmeyer: „Die vorliegenden Ergebnisse zeigen, dass unsere Entscheidung richtig war, unseren Impfstoff sowohl jüngeren als auch älteren Frauen zur Verfügung zu stellen.“

Weltweit infizieren sich 50 bis 80 Prozent aller Frauen im Laufe ihres Lebens mit HPV. Die Infektion verläuft in der Regel unbemerkt und heilt meist spontan wieder ab. In etwa 10 Prozent der Fälle entwickelt sich jedoch eine persistierende Infektion, die meist über Jahre unerkannt bleibt und zu zytologischen Veränderungen im Bereich der Zervix führen kann. Bei 99,7 Prozent aller Zervixkarzinome lassen sich onkogene HPV-Typen nachweisen.

Quellen:

1 Giannini SL et al. Superior Immune Response Induced by Vaccination with HPV 16/18 L1 VLP Formulated with AS04 Compared to Aluminum Salt Only Formulation. Poster B68, presented at the 4th Annu.Int.Conf. on Frontiers in Cancer Prevention Research (AACR), October 30 - November 2, 2005, Baltimore, MD, USA

2 Harper D et al. Sustained efficacy up to 4,5 years of a bivalent L1 virus-like particle vaccine against human papillomavirus type 16 and 18: follow-up from a randomized control trial. Lancet. April 2006. Early online publication.

3 Muñoz N, Bosch FX, Castellsagué X, Diaz M, de Sanjose S, Hammouda D, Shah KV, Meijer CJLM. Against which human papillomavirus types shall we vaccinate and screen? The international perspective. Int J Cancer 2004; 111: 278-285.

Unternehmensinformation

GlaxoSmithKline – eines der weltweit führenden forschungsorientierten Arzneimittel- und Healthcare-Unternehmen – engagiert sich für die Verbesserung der Lebensqualität, um Menschen ein aktiveres, längeres und gesünderes Leben zu ermöglichen.

Daria Munsel | GlaxoSmithKline GmbH&Co. KG
Weitere Informationen:
http://www.glaxosmithkline.de

Weitere Berichte zu: HPV HPV-Typ Immunantwort Impfstoff Impfung Infektion

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Diabetesmedikament könnte die Heilung von Knochenbrüchen verbessern
17.03.2017 | Deutsches Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke

nachricht Soziale Phobie: Hinweise auf genetische Ursache
10.03.2017 | Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Entwicklung miniaturisierter Lichtmikroskope - „ChipScope“ will ins Innere lebender Zellen blicken

Das Institut für Halbleitertechnik und das Institut für Physikalische und Theoretische Chemie, beide Mitglieder des Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), der Technischen Universität Braunschweig, sind Partner des kürzlich gestarteten EU-Forschungsprojektes ChipScope. Ziel ist es, ein neues, extrem kleines Lichtmikroskop zu entwickeln. Damit soll das Innere lebender Zellen in Echtzeit beobachtet werden können. Sieben Institute in fünf europäischen Ländern beteiligen sich über die nächsten vier Jahre an diesem technologisch anspruchsvollen Projekt.

Die zukünftigen Einsatzmöglichkeiten des neu zu entwickelnden und nur wenige Millimeter großen Mikroskops sind äußerst vielfältig. Die Projektpartner haben...

Im Focus: A Challenging European Research Project to Develop New Tiny Microscopes

The Institute of Semiconductor Technology and the Institute of Physical and Theoretical Chemistry, both members of the Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), at Technische Universität Braunschweig are partners in a new European research project entitled ChipScope, which aims to develop a completely new and extremely small optical microscope capable of observing the interior of living cells in real time. A consortium of 7 partners from 5 countries will tackle this issue with very ambitious objectives during a four-year research program.

To demonstrate the usefulness of this new scientific tool, at the end of the project the developed chip-sized microscope will be used to observe in real-time...

Im Focus: Das anwachsende Ende der Ordnung

Physiker aus Konstanz weisen sogenannte Mermin-Wagner-Fluktuationen experimentell nach

Ein Kristall besteht aus perfekt angeordneten Teilchen, aus einer lückenlos symmetrischen Atomstruktur – dies besagt die klassische Definition aus der Physik....

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Industriearbeitskreis »Prozesskontrolle in der Lasermaterialbearbeitung ICPC« lädt nach Aachen ein

28.03.2017 | Veranstaltungen

Neue Methoden für zuverlässige Mikroelektronik: Internationale Experten treffen sich in Halle

28.03.2017 | Veranstaltungen

Wie Menschen wachsen

27.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Hannover Messe: Elektrische Maschinen in neuen Dimensionen

28.03.2017 | HANNOVER MESSE

Dimethylfumarat – eine neue Behandlungsoption für Lymphome

28.03.2017 | Medizin Gesundheit

Antibiotikaresistenz zeigt sich durch Leuchten

28.03.2017 | Biowissenschaften Chemie