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Experten erwarten neue Therapien gegen Brustkrebs: VFA praesentiert umfassende Studie zur Frauengesundheit

30.05.2006


Bei Brustkrebs werden in den naechsten fuenf Jahren die groessten Therapiefortschritte unter allen frauenspezifischen Krankheiten erreicht. Diese Einschaetzung aeusserten fuehrende Medizinexperten in einer aktuellen Studie zum Thema "Frauengesundheit", die das Institut fuer Sozialmedizin, Epidemiologie und Gesundheitsoekonomie der Charité im Auftrag des Verbands Forschender Arzneimittelhersteller (VFA) durchgefuehrt hat. Befragt wurden 150 Experten aus Wissenschaft und Pharmaindustrie.1 "Den medizinischen Fortschritt erhoffen sich die Experten vor allem durch neue zielgerichtete Krebsmedikamente und verbesserte Chemotherapeutika", sagte Prof. Dr. Ursula-Friederike Habenicht, Leiterin der Forschungsabteilung Gynaekologie und Andrologie der Schering AG, bei der Vorstellung der Ergebnisse in Berlin.


Brustkrebs: Neue Generation "kluger" Krebsmedikamente

Die Erkrankungszahlen bei Brustkrebs werden weiter ansteigen, davon sind 76 Prozent der Experten ueberzeugt. Als Gruende werden z.B. zunehmendes Alter, Kinderlosigkeit oder spaete Schwangerschaften genannt. Dennoch zeigen sich die Experten optimistisch: 94 Prozent der Spezialisten gehen von Therapiefortschritten bei Brustkrebs innerhalb der naechsten fuenf Jahre aus; und diese koennten zu einer laengeren Lebenszeit und einem Gewinn an Lebensqualitaet fuehren. "Es gibt verschiedene innovative Ansaetze in unterschiedlichen Phasen der Entwicklung. Dazu gehoeren so genannte kluge Krebsmedikamente, die den Tumor gezielt angreifen und gesundes Gewebe schonen", erklaerte Prof. Habenicht. Insgesamt befinden sich derzeit 15 neue Medikamente der VFA-Mitgliedsunternehmen gegen Brustkrebs in einem fortgeschrittenen Entwicklungsstadium, d.h. in der Erprobung mit Patiententinnen2 oder im Zulassungsverfahren.


Rueckgang von Gebaermutterhalskrebs durch Schutzimpfungen erwartet

Gegen Gebaermutterhalskrebs haben Pharmaforscher Impfungen entwickelt, die vor Infektionen mit humanen Papillomaviren, den Ausloesern von Gebaermutterhalskrebs, schuetzen sollen. Sie koennten 2007 verfuegbar werden. 85 Prozent der befragten Experten sehen grosses Potenzial darin, durch diese Impfstoffe in Zukunft die Gebaermutterhalskrebsrate zu senken. Zudem werden nach Meinung der Experten Frueherkennungsuntersuchungen eine grosse Rolle spielen. 70 Prozent der Experten rechnen bereits in den naechsten zehn Jahren mit einem Rueckgang der Neuerkrankungszahlen.

45 Jahre nach der Anti-Baby-Pille

Vor 45 Jahren, am 1. Juni 1961, wurde die erste Anti-Baby-Pille in Deutschland eingefuehrt. Seither haben Pharmaforscher die hormonelle Empfaengnisverhuetung fuer Frauen immer weiter entwickelt und verbessert. An anderen Verhuetungsmethoden - auch nicht-hormoneller Natur - wird ebenfalls geforscht. Allmaehlich nimmt auch die hormonelle Verhuetung fuer Maenner konkrete Formen an. Ein Drittel der Experten misst der so genannten "Pille fuer den Mann" grosse Bedeutung bei und erwartet hiervon in den naechsten zehn Jahren die groessten Fortschritte in Sachen Verhuetung. "Zum ersten Mal werden hormonelle Verhuetungsmittel fuer Maenner entwickelt", erklaerte Prof. Habenicht. Die "Pille fuer den Mann" (in Form eines Implantats und einer Injektion) wird aktuell auf Zuverlaessigkeit und Sicherheit in einer gross angelegten klinischen Studie in Europa getestet, auch in Deutschland.

Volkskrankheiten bei Frauen weiter auf dem Vormarsch

Neben frauenspezifischen Erkrankungen wurden die Experten auch zu Krankheiten befragt, die bei Frauen haeufiger vorkommen als bei Maennern oder die bei ihnen einen schwereren Verlauf nehmen. Nach Prognosen der Spezialisten werden in den naechsten zehn Jahren immer mehr Frauen an Diabetes Typ 2 (86 Prozent der Experten), koronarer Herzkrankheit (80 Prozent), Depressionen (76 Prozent) oder Schlaganfall (73 Prozent) erkranken. Als Gruende fuer diese Entwicklung werden im Falle der Depressionen steigende psychische Belastungen und gesellschaftliche Einfluesse genannt. Bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes sind nach Meinung der Experten zunehmende Lebenserwartung und ungesunde Lebensweise die Hauptursachen.

Herz-Kreislauf-Erkrankungen: Hoffnung auf neue Medikamente und bessere Versorgungsstrukturen

Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind bei Frauen die Todesursache Nummer 1. Wenn es um eine bessere Behandlung der koronaren Herzkrankheit und des Schlaganfalls geht, ist die grosse Mehrzahl der Experten durchaus optimistisch: 92 Prozent bzw. 85 Prozent erwarten in den naechsten fuenf Jahren Fortschritte in der Behandlung. Dabei versprechen sie sich auch Erfolge in puncto Lebensverlaengerung. "Beim Schlaganfall zeigen die Umfrageergebnisse zwei grosse Chancen: Erstens werden immer bessere Medikamente zur Aufloesung von Blutgerinnseln entwickelt. Zweitens profitieren Patientinnen von effizienteren Versorgungsstrukturen, so genannten Stroke Units. Beides muss zusammen kommen, damit Patientinnen innerhalb kuerzester Zeit bestmoeglich versorgt werden. Denn beim Schlaganfall zaehlt jede Minute", sagte Prof. Dr. Stefan N. Willich, Direktor des Institutes fuer Sozialmedizin, Epidemiologie und Gesundheitsoekonomie der Charité Berlin.

Jeder zweite Experte: Alzheimerpatientinnen sind schlecht versorgt

Waehrend Brustkrebspatientinnen nach Meinung von 91 Prozent der Experten derzeit medizinisch gut versorgt sind, offenbart die Umfrage bei Alzheimer Versorgungsluecken. Jeder zweite Experte schaetzt die Versorgungssituation von Alzheimerpatientinnen und damit den Zugang zu neuen Medikamenten als schlecht ein.3 "Ein Fortschritt, der die Patienten nicht erreicht, heilt keine Krankheit und verbessert die Lebensqualitaet der Betroffenen nicht", kommentierte Cornelia Yzer, Hauptgeschaeftsfuehrerin des VFA, die Ergebnisse. Sie verwies auf weitere Krankheiten wie rheumatoide Arthritis, bei denen ebenfalls viele Patientinnen nicht auf der Hoehe des medizinischen Fortschritts behandelt werden. Erwaegungen, die Zulassung und die Erstattungsfaehigkeit neuer Medikamente zu entkoppeln, koennten, wenn sie umgesetzt werden, die Situation noch erheblich verschaerfen. Sie appellierte an die Politik, sich fuer einen freien Zugang der Patientinnen zu medizinischen Innovationen einzusetzen und dies durch eine Strukturreform des Gesundheitswesens finanzierbar zu machen, bei der durch konsequent wettbewerbliche Strukturen die Effizienz, aber auch die Leistungsqualitaet gesteigert werden.

Eine adaequate Therapie zahlt sich doppelt aus: fuer Patienten und fuer das Gesundheitssystem

Die Umfrageergebnisse bestaetigen, dass sich eine adaequate Behandlung sowohl fuer Patienten als auch fuer das Gesundheitssystem auszahlen kann. Bei Diabetes Typ 2 sehen 86 Prozent der Experten ein grosses Potenzial, durch eine medikamentoese Behandlung Folgeerkrankungen zu verhindern. Gleichzeitig lassen sich nach Meinung von 93 Prozent der Befragten durch Diabetes-Medikamente wichtige Einsparungen bei den Folgekosten erzielen. Bei Osteoporose besteht ein aehnliches Potenzial: 91 Prozent der Experten sind der Meinung, dass durch eine medikamentoese Behandlung der Osteoporose Folgekosten aufgrund von Komplikationen wie Knochenbrueche gesenkt werden. "Wir fuehlen uns bestaetigt, wenn wir sagen: Sparen mit Arzneimitteln ist besser als Sparen an Arzneimitteln", kommentierte Yzer.

Forschung fuer mehr Frauengesundheit

"Die Verbesserung der Gesundheit von Frauen ist ein zentrales Forschungsfeld der Pharma-Unternehmen. Sie muss aber auch als Verantwortung der gesamten Gesellschaft begriffen werden", resuemierte Prof. Habenicht. Insgesamt befinden sich derzeit 57 Arzneimittel der VFA-Mitgliedsunternehmen allein gegen frauenspezifische Erkrankungen in der fortgeschrittenen Entwicklung, also der Erprobung mit Patientinnen2 oder vor der Zulassung. Fuer weitere Krankheiten, die ueberwiegend Frauen betreffen (Osteoporose, Migraene, Multiple Sklerose, rheumatoide Arthritis, Alzheimer und Depression), sind es 81 Medikamente. 67 in fortgeschrittener Entwicklung befindliche neue Arzneimittel gegen Herz-Kreislauf-Krankheiten kommen schliesslich Frauen wie Maennern gegen ihre Haupttodesursachen zugute.

Weitere Texte und eine Illustration zur Experten-Umfrage "Frauengesundheit" finden Sie unter: http://www.vfa.de/pk20060530

Anmerkungen:

* Es wurden zu gleichen Teilen Spezialisten aus den Fachgebieten Gynaekologie sowie Kardiologie/Neurologie befragt. Die Gynaekologen wurden zu frauenspezifischen Erkrankungen, Osteoporose sowie Verhuetung und Sterilitaet befragt, die Spezialisten aus der Kardiologie/Neurologie zu allgemeinen Erkrankungen, die verstaerkt Frauen betreffen.

* Klinische Studien der Phase II und III.

* Etwa 70 Prozent aller Demenzpatienten sind - bedingt durch die hoehere Lebenserwartung - Frauen. Vgl.: Deutsche Alzheimer Gesellschaft, http.//www.deutsche-alzheimer.de.

Kontakt fuer Anfragen:

Dr. Rolf Hoemke
Pressesprecher
Verband Forschender Arzneimittelhersteller
Hausvogteiplatz 13
10117 Berlin
Tel. 030 20604-204
Fax 030 20604-209
r.hoemke@vfa.de

Der Verband Forschender Arzneimittelhersteller e.V. (VFA) informiert im Rahmen der Informationskampagne "Forschung ist die beste Medizin." ueber die Bedeutung der forschenden Pharma-Unternehmen bei der Erforschung und Entwicklung neuer Medikamente. Forscher sprechen ueber Fortschritte, die bereits erreicht wurden und Innovationen, an denen intensiv gearbeitet wird. Und Patienten erlaeutern, wie Arzneimittel zu ihrer Heilung oder der Verbesserung ihrer Lebensqualitaet beigetragen haben.

Der Verband Forschender Arzneimittelhersteller e.V. (VFA) ist der Wirtschaftsverband der forschenden Arzneimittelhersteller in Deutschland. Er vertritt die Interessen von 39 weltweit fuehrenden Herstellern und ihren ueber 100 Tochter- und Schwesterfirmen in der Gesundheits-, Forschungs- und Wirtschaftspolitik. Die Mitglieder des VFA repraesentieren rund zwei Drittel des gesamten deutschen Arzneimittelmarktes und beschaeftigen in Deutschland rund 86.000 Mitarbeiter, darunter mehr als 14.500 in Forschung und Entwicklung.

Dr. Rolf Hoemke | VFA
Weitere Informationen:
http://www.die-forschenden-pharma-unternehmen.de
http://www.vfa.de
http://www.vfa.de/pk20060530

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