Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Umwelt gewinnt mit Rechnung per E-Mail

29.05.2006


Studie zeigt: deutlicher Vorteil bei elektronischem Versand / Öko-Institut fordert Engagement von Unternehmen



Rechnungen werden zunehmend elektronisch statt auf dem Postweg versandt. Damit sparen Unternehmen nicht nur Kosten, sie leisten auch einen wertvollen Beitrag zum Umweltschutz, wie das Öko-Institut jetzt herausgefunden hat. Entscheidend ist jedoch das Verhalten der Kunden: Je seltener sie ihre Rechnung ausdrucken, umso besser für die Umwelt.



Dies ist das Ergebnis einer Studie, die das Öko-Institut im Auftrag der T-Com erstellt hat. Die WissenschaftlerInnen Dr. Dietlinde Quack und Martin Möller haben untersucht, wie sich die Zustellung der Telefonrechnung auf die Umwelt auswirkt. So lässt T-Com seine Kunden zwischen Rechnung per Brief und Rechnung per E-Mail wählen.

Das Ergebnis der vergleichenden Studie zeigt, dass die Rechnung per E-Mail die Umwelt deutlich weniger belastet als der klassische Versand der Rechnung per Brief. Hier liegt die Belastung für die Umwelt rund 5 mal höher. Die Studie berücksichtigt sowohl die Herstellungs- und Versandkette für die Papierrechnung (Papier, Druck, Logistik), als auch die technische Bereitstellung und Distribution der Rechnung per E-Mail (Rechner, Energie, Festnetzinfrastruktur).

Neben den Einsparungen, die von Seiten des Unternehmens vorgenommen werden können, ist auch das Verhalten des Kunden ausschlaggebend. Vereinfacht formuliert: Druckt sich der Kunde die Rechnung jedes Mal komplett aus, wird der Umweltvorteil gegenüber der Papierrechnung aufgezehrt. Frischfaserpapier schadet der Umwelt dabei mehr als Recyclingpapier, einseitige Ausdrucke sind schädlicher als doppelseitige. Statt die Rechnung auszudrucken, sollte der Kunde die Daten auf seiner Festplatte speichern,

Natürlich gibt es auch weiterhin Möglichkeiten, die Umwelt noch mehr zu entlasten. Das Öko Institut schlägt vor, hierzu weitere Verbesserungen in der Bereitstellung in der zentralen Technik vorzunehmen, also dort, wo die Rechnungen online erstellt beziehungsweise per E-Mail versandt werden.

Umweltfreundlichere Produktionstechniken und eine effizientere Energienutzung - auch für die Herstellung der Papierrechnung - werden dauerhaft für eine weitere Entlastung der Umwelt sorgen.

Darüber hinaus sieht das Öko-Institut Unternehmen in der Pflicht: "Die eingesparten Mittel müssen in den Umweltschutz investiert werden", fordert Dr. Dietlinde Quack. Für T-Com hält die Forscherin beispielsweise ein Umweltsponsoring-Projekt für möglich. Dadurch könnte das Unternehmen die Kunden für einen Umstieg auf Rechnung per Email gewinnen. Schließlich könnte sich mit einem solchem Projekt auch ein umweltbewusstes Nutzerverhalten erreichen lassen. Dr. Quack: "Die Umwelt gewinnt nur, wenn die Kunden mitziehen."

Mehr Informationen zu Rechnung per E-Mail finden Sie unter
http://www.t-com.de/rechnung-online

AnsprechpartnerInnen:

Dr. Dietlinde Quack
Wissenschaftliche Mitarbeiterin im Bereich "Produkte & Stoffströme"
Öko-Institut e.V., Geschäftsstelle Freiburg
Telefon: 0761/45 295-48, E-Mail: d.quack@oeko.de

Martin Möller
Wissenschaftlicher Mitarbeiter im Bereich "Produkte & Stoffströme"
Öko-Institut e.V., Geschäftsstelle Freiburg
Telefon: 0761/45 295-56, E-Mail: m.moeller@oeko.de

Ein kostenloser Download der Studie ist möglich unter http://www.oeko.de/oekodoc/282/2005-019-de.pdf

Christiane Rathmann | idw
Weitere Informationen:
http://www.t-com.de/rechnung-online
http://www.oeko.de/oekodoc/282/2005-019-de.pdf

Weitere Berichte zu: Bereitstellung Papierrechnung T-Com

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Ab ins Ungewisse: Über das Risikoverhalten von Jugendlichen
19.01.2017 | Max-Planck-Institut für Bildungsforschung

nachricht Der Klang des Ozeans
12.01.2017 | Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Innovatives Hochleistungsmaterial: Biofasern aus Florfliegenseide

Neuartige Biofasern aus einem Seidenprotein der Florfliege werden am Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymerforschung IAP gemeinsam mit der Firma AMSilk GmbH entwickelt. Die Forscher arbeiten daran, das Protein in großen Mengen biotechnologisch herzustellen. Als hochgradig biegesteife Faser soll das Material künftig zum Beispiel in Leichtbaukunststoffen für die Verkehrstechnik eingesetzt werden. Im Bereich Medizintechnik sind beispielsweise biokompatible Seidenbeschichtungen von Implantaten denkbar. Ein erstes Materialmuster präsentiert das Fraunhofer IAP auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin vom 20.1. bis 29.1.2017 in Halle 4.2 am Stand 212.

Zum Schutz des Nachwuchses vor bodennahen Fressfeinden lagern Florfliegen ihre Eier auf der Unterseite von Blättern ab – auf der Spitze von stabilen seidenen...

Im Focus: Verkehrsstau im Nichts

Konstanzer Physiker verbuchen neue Erfolge bei der Vermessung des Quanten-Vakuums

An der Universität Konstanz ist ein weiterer bedeutender Schritt hin zu einem völlig neuen experimentellen Zugang zur Quantenphysik gelungen. Das Team um Prof....

Im Focus: Traffic jam in empty space

New success for Konstanz physicists in studying the quantum vacuum

An important step towards a completely new experimental access to quantum physics has been made at University of Konstanz. The team of scientists headed by...

Im Focus: Textiler Hochwasserschutz erhöht Sicherheit

Wissenschaftler der TU Chemnitz präsentieren im Februar und März 2017 ein neues temporäres System zum Schutz gegen Hochwasser auf Baumessen in Chemnitz und Dresden

Auch die jüngsten Hochwasserereignisse zeigen, dass vielerorts das natürliche Rückhaltepotential von Uferbereichen schnell erschöpft ist und angrenzende...

Im Focus: Wie Darmbakterien krank machen

HZI-Forscher entschlüsseln Infektionsmechanismen von Yersinien und Immunantworten des Wirts

Yersinien verursachen schwere Darminfektionen. Um ihre Infektionsmechanismen besser zu verstehen, werden Studien mit dem Modellorganismus Yersinia...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Mittelstand 4.0 – Mehrwerte durch Digitalisierung: Hintergründe, Beispiele, Lösungen

20.01.2017 | Veranstaltungen

Nachhaltige Wassernutzung in der Landwirtschaft Osteuropas und Zentralasiens

19.01.2017 | Veranstaltungen

Künftige Rohstoffexperten aus aller Welt in Freiberg zur Winterschule

18.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

21.500 Euro für eine grüne Zukunft – Unserer Umwelt zuliebe

20.01.2017 | Unternehmensmeldung

innovations-report im Interview mit Rolf-Dieter Lafrenz, Gründer und Geschäftsführer der Hamburger Start ups Cargonexx

20.01.2017 | Unternehmensmeldung

Niederlande: Intelligente Lösungen für Bahn und Stahlindustrie werden gefördert

20.01.2017 | Förderungen Preise