Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Absolventenbefragung Wiwi: Frauen verdienen erstmals soviel wie Männer

14.11.2001


Gestatten: Controller, 73.000 Mark Jahresgehalt, tätig in NRW
Absolventenbefragung der Bochumer Wirtschaftswissenschaftler


Prof. Lösch: "Frauen verdienen erstmals so viel wie Männer"

Im Schnitt kommen die Absolventinnen und Absolventen in größeren Unternehmen im Ruhrgebiet oder in NRW unter, sie arbeiten im Bereich Controlling/Rechnungswesen und verdienen etwa 73.000 Mark. "Erstmals zeigt sich bei unseren Absolventenbefragungen, dass Frauen so viel wie Männer verdienen", sagt Professor Dr. Manfred Lösch.

"Wer nichts wird, wird Wirt", lautet ein abgedroschener Spruch, den auch Akademiker gern mal zu hören bekommen. Die Fakultät für Wirtschaftswissenschaft der Ruhr-Universität wollte hingegen genau wissen, welchen beruflichen Weg die Absolventen einschlagen. Die Ergebnisse der aktuellen Befragung zeigen: Im Schnitt kommen die Absolventinnen und Absolventen in größeren Unternehmen im Ruhrgebiet oder in NRW unter, sie arbeiten im Bereich Controlling/Rechnungswesen und verdienen etwa 73.000 Mark. "Erstmals zeigt sich bei unseren Absolventenbefragungen, dass Frauen so viel wie Männer verdienen", sagt Professor Dr. Manfred Lösch (Lehrstuhl für Quantitative Analyse). Zusammen mit Diplom-Ökonom Christian Gayer hat er 67 Absolventen des Examenstermins Frühjahr 2000 befragt, die Auswertung liegt jetzt vor (Rücklauf 46,3 %, 31 Teilnehmer der Befragung).

Die Auswertung: Ergebnisse im Internet

Die Jobsuche: Die "Besten" sind nicht immer die Schnellsten

Die typische Absolventin, der typische Absolvent hat zwischen drei und zehn (Mittel: sieben) Bewerbungsschreiben verschickt sowie im Schnitt vier Vorstellungsgespräche benötigt, um eine Stelle zu finden. 43 Prozent der Befragten haben einen Job ohne Wartezeit gefunden, 37 Prozent mussten einen bis drei Monate nach dem Studium warten. Die Ergebnisse zeigen: Die vermeintlich "besten" Absolventen sind nicht automatisch die schnellsten, wenn es darum geht, einen Job zu finden. Die Befragten, die vier bis sechs Monate bis zum Stellenantritt warten mussten, erreichten im Schnitt eine Diplomnote von 2,6 nach 10,8 Fachsemestern. Absolventen ohne Wartezeit bis zum Stellenantritt hingegen hatten eine durchschnittliche Diplomnote von 2,9 und benötigten dafür 13 Fachsemester. Bei der Suche nach einem Job griffen übrigens 45 Prozent der Befragten auf den Klassiker "Stellenanzeige" zurück, 14 Prozent nutzten Praxiskontakte sowie jeweils 10 Prozent Absolventenkongresse oder "Vitamin B" (persönliche Beziehungen).

Der Job: 46,5 Stunden im Controlling

Etwa ein Drittel der Teilnehmer (30 %) arbeitet im Bereich Controlling, je 17 Prozent sind inzwischen Unternehmensberater sowie Wirtschaftsprüfer bzw. Steuerberater, 13 Prozent geben an, im weitesten Sinne im Management tätig zu sein. Nur einer der Teilnehmer hat sich selbstständig gemacht, zwei streben eine Promotion an. Die durchschnittliche wöchentliche Arbeitszeit liegt bei 46,5 Stunden: 40 Prozent der Befragten arbeiten zwischen 45 und 49 Stunden in der Woche, 30 Prozent mehr als 50 Stunden.

Das Gehalt: Frauen holen Männer ein

Zu welchem Gehalt? Das Einstiegsgehalt liegt zwischen 57.000 und 86.000 Mark, im Schnitt verdienen die Absolventen ca. 73.000 Mark jährlich. Dabei spielt die Diskrepanz früherer Zeiten zwischen männlichen und weiblichen Berufseinsteigern keine Rolle mehr. Im Gegenteil: "Bisher haben die Befragungen von Absolventen meist gezeigt, dass Frauen im Schnitt bessere Noten haben, schneller studieren, aber häufig längere Zeit bis zum Berufseinstieg warten als die Männer und zudem weniger verdienen", sagt Manfred Lösch. "In dieser Befragung ergibt sich erstmals ein anderes Bild: Die Frauen verdienen im Durchschnitt so viel wie die Männer und liegen bei den Spitzengehältern für Berufseinsteiger sogar vorn."

Das Unternehmen: 5.000 Beschäftigte in NRW

Die Absolventinnen und Absolventen zieht es dabei zu größeren Unternehmen, die jedoch in Nordrhein-Westfalen angesiedelt sind. 37 Prozent der Befragten arbeiten in einem Unternehmen mit 1.000 bis 5.000 Beschäftigten, 20 Prozent gar in noch größeren Unternehmen. Der Ort des Arbeitsplatzes liegt für 43 Prozent im Ruhrgebiet, 47 Prozent arbeiten im sonstigen NRW - und nur ein Befragter hat eine Stelle im Ausland.

Das Studium: praktische Erfahrungen sind das A & O

Marketing ist unter den Teilnehmern der Umfrage das beliebteste Diplomarbeits-Fach (26%), die beliebtesten betriebswirtschaftlichen Vertiefungsfächer sind Controlling (30%), gefolgt von Planung & Organisation und Unternehmensprüfung (je 26,7%) sowie Marketing (23,3%). 77 Prozent der Befragten haben während des Studiums zumindest ein Praktikum absolviert, 26 Prozent haben vorher eine kaufmännische oder Banklehre gemacht. Als "erwünschte Zusatzqualifikationen" bei ihren Bewerbungen gaben die Befragten an: Praxisbezug/Praktika (35 %), EDV-Kenntnisse (26 %) sowie Fremdsprachen (16 %). Daher empfehlen die Absolventen auch künftigen Studierenden in erster Linie, praktische Erfahrungen zu sammeln (39 %) und Auslandssemester einzulegen (23 %). Generell betrachten über 80 Prozent der Befragten ihr Studium als effektive Grundlage für den Job: 20 Prozent antworteten, es sei "äußerst effektiv" gewesen, 63 Prozent bezeichneten es als "überwiegend effektiv".

Die Studie: bedingt repräsentativ

Im Frühjahr 2000 haben 65 Absolventen die Diplomprüfung erfolgreich abgeschlossen, 2 Kandidaten sind durchgefallen. Diese 67 Absolventen wurden im Anfang Juni 2001 befragt, letztlich haben 31 davon auf den Fragebogen geantwortet (Rücklauf 46,3 %). Die Leiter der Studie interpretieren die Daten daher auch mit einem Vorbehalt: Die Ergebnisse könnten dadurch verzerrt sein, dass Absolventen ohne Arbeitsplatz oder mit einer schlechteren Position auf dem Arbeitsmarkt möglicherweise weniger häufig geantwortet haben. Die Verteilung der Merkmale "Diplomnote", "Diplomarbeitsnote", "Geschlecht" und "Alter" in der Gruppe der Befragten unterscheidet sich jedoch nicht signifikant von der Gesamtheit aller Absolventen. Als Grundlage für diesen Vergleich dienten die Prüfungsbögen der 67 Absolventen im Frühjahr 2000. Die Ergebnisse der Befragung lassen sich demnach tendenziell auf die Absolventen der Bochumer Wirtschaftswissenschaft verallgemeinern.

Weitere Informationen

Dipl.-Ök. Christian Gayer, Lehrstuhl für Quantitative Analyse (Statistik/Ökonometrie), Fakultät für Wirtschaftswissenschaft der RUB, GC 1/139. Tel. 0234/32-22916, Fax: 0234/32-14528, E-Mail:  christian.gayer@ruhr-uni-bochum.de

Dr. Josef König | idw
Weitere Informationen:
http://www.ruhr-uni-bochum.de/stat-oek

Weitere Berichte zu: Absolvent Absolventenbefragung NRW

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Studie zu Bildungsangeboten für die Industrie 4.0 in Österreich
05.02.2018 | Fachhochschule St. Pölten

nachricht Schildkrötengehirne sind komplexer als gedacht
05.02.2018 | Eberhard Karls Universität Tübingen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Eine Frage der Dynamik

Die meisten Ionenkanäle lassen nur eine ganz bestimmte Sorte von Ionen passieren, zum Beispiel Natrium- oder Kaliumionen. Daneben gibt es jedoch eine Reihe von Kanälen, die für beide Ionensorten durchlässig sind. Wie den Eiweißmolekülen das gelingt, hat jetzt ein Team um die Wissenschaftlerin Han Sun (FMP) und die Arbeitsgruppe von Adam Lange (FMP) herausgefunden. Solche nicht-selektiven Kanäle besäßen anders als die selektiven eine dynamische Struktur ihres Selektivitätsfilters, berichten die FMP-Forscher im Fachblatt Nature Communications. Dieser Filter könne zwei unterschiedliche Formen ausbilden, die jeweils nur eine der beiden Ionensorten passieren lassen.

Ionenkanäle sind für den Organismus von herausragender Bedeutung. Wenn zum Beispiel Sinnesreize wahrgenommen, ans Gehirn weitergeleitet und dort verarbeitet...

Im Focus: In best circles: First integrated circuit from self-assembled polymer

For the first time, a team of researchers at the Max-Planck Institute (MPI) for Polymer Research in Mainz, Germany, has succeeded in making an integrated circuit (IC) from just a monolayer of a semiconducting polymer via a bottom-up, self-assembly approach.

In the self-assembly process, the semiconducting polymer arranges itself into an ordered monolayer in a transistor. The transistors are binary switches used...

Im Focus: Erste integrierte Schaltkreise (IC) aus Plastik

Erstmals ist es einem Forscherteam am Max-Planck-Institut (MPI) für Polymerforschung in Mainz gelungen, einen integrierten Schaltkreis (IC) aus einer monomolekularen Schicht eines Halbleiterpolymers herzustellen. Dies erfolgte in einem sogenannten Bottom-Up-Ansatz durch einen selbstanordnenden Aufbau.

In diesem selbstanordnenden Aufbauprozess ordnen sich die Halbleiterpolymere als geordnete monomolekulare Schicht in einem Transistor an. Transistoren sind...

Im Focus: Quantenbits per Licht übertragen

Physiker aus Princeton, Konstanz und Maryland koppeln Quantenbits und Licht

Der Quantencomputer rückt näher: Neue Forschungsergebnisse zeigen das Potenzial von Licht als Medium, um Informationen zwischen sogenannten Quantenbits...

Im Focus: Demonstration of a single molecule piezoelectric effect

Breakthrough provides a new concept of the design of molecular motors, sensors and electricity generators at nanoscale

Researchers from the Institute of Organic Chemistry and Biochemistry of the CAS (IOCB Prague), Institute of Physics of the CAS (IP CAS) and Palacký University...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Aachener Optiktage: Expertenwissen in zwei Konferenzen für die Glas- und Kunststoffoptikfertigung

19.02.2018 | Veranstaltungen

Konferenz "Die Mobilität von morgen gestalten"

19.02.2018 | Veranstaltungen

Von Bitcoins bis zur Genomchirurgie

19.02.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Die Zukunft wird gedruckt

19.02.2018 | Architektur Bauwesen

Fraunhofer HHI präsentiert neueste VR- und 5G-Technologien auf dem Mobile World Congress

19.02.2018 | Messenachrichten

Stabile Gashydrate lösen Hangrutschung aus

19.02.2018 | Geowissenschaften

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics