Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Rolle von psychischen Faktoren bei Krankheiten erforscht

22.05.2006


Ursache jedoch noch nicht bekannt


Krebs- und Herzkreislauferkrankungen sind in den westlichen Ländern Todesursache Nummer Eins. Daher konzentrieren sich viele Wissenschaftsdisziplinen auf die Erforschung der Ursachen, Vermeidung und Behandlung dieser Krankheiten. Auch über die Beteiligung von psychischen Faktoren beim Krankheitsverlauf liegen zahlreiche Studien vor. Die Befunde sind allerdings nicht sehr einheitlich. Um zur weiteren Klärung beizutragen, haben Forscher des Psychologischen Instituts und der Medizinischen Fakultät der Universität Heidelberg unter dem Titel "HeiDE" (Heidelberger Langzeitstudie zu Risikofaktoren und Diagnose chronischer Erkrankungen) eine Längsschnittstudie durchgeführt. Die Ergebnisse wurden nun in der Zeitschrift British Medical Journal veröffentlicht.

Ausgangspunkt der Studie ist eine Stichprobe von über 5.100 Personen beiderlei Geschlechts, die vor zehn Jahren zwischen 40 und 65 Jahre alt waren und damals einen umfangreichen Fragebogen zu Persönlichkeitsmerkmalen, Lebens-, Ernährungs- und Arbeitsgewohnheiten sowie ihren gesundheitlichen Status ausgefüllt hatten. Beginnend im Jahre 2002 erfolgte eine intensive Nachbeobachtung an denselben Personen. "Wir haben untersucht, was die Beteiligten in der Zwischenzeit an Erkrankungen erlebt hatten", erklärt Forschungsleiter Manfred Amelang im pressetext-Gespräch. "Mit dieser weiteren Studie wollten wir klären, welche Faktoren für das Entstehen von Krebs- und Herzkreislauferkrankungen zuständig sind."

Den Ergebnissen zufolge besteht ein direkter Zusammenhang zwischen dem Glauben, durch das eigene Verhalten die Ausbildung und Entwicklung von Krankheiten beeinflussen zu können - den so genannten Internalen Krankheits-Kontroll-Überzeugungen - und einem verminderten Risiko für die Entstehung von kardiovaskulären Erkrankungen. Auch zeigt die Studie, dass chronische Zeitnot mit einem verminderten Krebsrisiko zusammenhängt. "Krebs ist insgesamt jedoch viel schwerer durch persönliche Merkmale vorherzusagen als Herzkreislauferkrankungen", so Amelang gegenüber pressetext. "Diese Erkenntnis deckt sich mit den Ergebnissen internationaler Untersuchungen."


Die Frage, welche Prozesse im Einzelnen für den beobachteten Zusammenhang zwischen Persönlichkeitsmerkmalen und der Entwicklung von Krebs- und Herzkreislauferkrankungen verantwortlich sind, konnte allerdings nicht geklärt werden. Die Annahme, dass persönlichkeits-korrelierte Verhaltensweisen in den Bereichen Ernährung, Bewegung und Bildung maßgeblich für die Gesundheitsstatus sind, konnte in dieser Studie nicht belegt werden. Durch weitere Beobachtung der Studienbeteiligten hoffen die Forscher, diese und andere Fragen künftig beantworten zu können. "Darüber hinaus ist es auch forschungstechnisch sehr interessant, die Beteiligten über einen langen Zeitraum zu verfolgen", so Amelang abschließend gegenüber pressetext.

Reanne Leuning | pressetext.deutschland
Weitere Informationen:
http://www.psychologie.uni-heidelberg.de
http://med.uni-hd.de
http://bmj.bmjjournals.com

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Neue Studie „Education first! Bildung entscheidet über die Zukunft Sahel-Afrikas“
29.11.2017 | Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung

nachricht Zukunftsstudie zum Autoland Saarland veröffentlicht
29.11.2017 | Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Neue Einblicke in die Materie: Hochdruckforschung in Kombination mit NMR-Spektroskopie

Forschern der Universität Bayreuth und des Karlsruhe Institute of Technology (KIT) ist es erstmals gelungen, die magnetische Kernresonanzspektroskopie (NMR) in Experimenten anzuwenden, bei denen Materialproben unter sehr hohen Drücken – ähnlich denen im unteren Erdmantel – analysiert werden. Das in der Zeitschrift Science Advances vorgestellte Verfahren verspricht neue Erkenntnisse über Elementarteilchen, die sich unter hohen Drücken oft anders verhalten als unter Normalbedingungen. Es wird voraussichtlich technologische Innovationen fördern, aber auch neue Einblicke in das Erdinnere und die Erdgeschichte, insbesondere die Bedingungen für die Entstehung von Leben, ermöglichen.

Diamanten setzen Materie unter Hochdruck

Im Focus: Scientists channel graphene to understand filtration and ion transport into cells

Tiny pores at a cell's entryway act as miniature bouncers, letting in some electrically charged atoms--ions--but blocking others. Operating as exquisitely sensitive filters, these "ion channels" play a critical role in biological functions such as muscle contraction and the firing of brain cells.

To rapidly transport the right ions through the cell membrane, the tiny channels rely on a complex interplay between the ions and surrounding molecules,...

Im Focus: Stabile Quantenbits

Physiker aus Konstanz, Princeton und Maryland schaffen ein stabiles Quantengatter als Grundelement für den Quantencomputer

Meilenstein auf dem Weg zum Quantencomputer: Wissenschaftler der Universität Konstanz, der Princeton University sowie der University of Maryland entwickeln ein...

Im Focus: Realer Versuch statt virtuellem Experiment: Erfolgreiche Prüfung von Nanodrähten

Mit neuartigen Experimenten enträtseln Forscher des Helmholtz-Zentrums Geesthacht und der Technischen Universität Hamburg, warum winzige Metallstrukturen extrem fest sind

Ultraleichte und zugleich extrem feste Werkstoffe – poröse Nanomaterialien aus Metall versprechen hochinteressante Anwendungen unter anderem für künftige...

Im Focus: Geburtshelfer und Wegweiser für Photonen

Gezielt Photonen erzeugen und ihren Weg kontrollieren: Das sollte mit einem neuen Design gelingen, das Würzburger Physiker für optische Antennen erarbeitet haben.

Atome und Moleküle können dazu gebracht werden, Lichtteilchen (Photonen) auszusenden. Dieser Vorgang verläuft aber ohne äußeren Eingriff ineffizient und...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Innovative Strategien zur Bekämpfung von parasitären Würmern

08.12.2017 | Veranstaltungen

Hohe Heilungschancen bei Lymphomen im Kindesalter

07.12.2017 | Veranstaltungen

Der Roboter im Pflegeheim – bald Wirklichkeit?

05.12.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Neue Einblicke in die Materie: Hochdruckforschung in Kombination mit NMR-Spektroskopie

11.12.2017 | Verfahrenstechnologie

Jenaer Wissenschaftler für Prostatakrebs-Forschung ausgezeichnet

11.12.2017 | Förderungen Preise

Der Buche in die Gene schauen - Vollständiges Genom der Rotbuche entschlüsselt

11.12.2017 | Biowissenschaften Chemie