Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Großbritannien: Statine sollen häufiger verschrieben werden

22.05.2006


Änderung der Ernährung wäre Cholesterinsenkern vorzuziehen



Statine, cholesterinsenkende Medikamente, sollten für eine effektive Senkung der Herzerkrankungen in Großbritannien häufiger verschrieben werden. Zu diesem Ergebnis ist eine Studie der University of Manchester gekommen, die eine Gruppe von rund 1.600 Männern mittleren Alters zehn Jahre lang begleitete. Im Fachmagazin Heart schreiben die Wissenschaftler, dass die britischen Richtlinien nur 20 der mehr als 200 aufgetretenen Herzanfälle und Schlaganfälle verhindert hätten. Regierungsstellen erklärten laut BBC, dass die Anzahl der Verschreibungen seit dem Jahr 2000 jährlich zugenommen habe.



Die Forscher konzentrierten sich Mitte der achtziger Jahre bis Mitte der neunziger Jahre 1.653 Männer zwischen 49 und 65 Jahren und zeichneten auf, wie viele einen Herzanfall oder einen Schlaganfall erlitten. In der Folge wurde berechnet, wie viele Personen ein Statin erhalten haben müssten, um alle diese Erkrankungen zu verhindern und wie die Anwendung der derzeit in Großbritannien, Europa und Amerika geltenden Richtlinien diese Zahlen beeinflusst hätte. Zusätzlich wurde untersucht, wie viele möglicherweise auftretende ernsthafte Erkrankungen in der Gesamtbevölkerung durch den Einsatz von Statinen hätten verhindert werden können.

Während des Beobachtungszeitraumes kam es bei den Teilnehmern zu 212 Herzanfällen oder Schlaganfällen. Die auf die am stärksten Gefährdeten abzielenden Richtlinien des britischen National Service Framework hätten erfordert, dass 14 Prozent der Teilnehmer behandelt worden wären. Dadurch wäre die Anzahl dieser Erkrankungen in der Gesamtbevölkerung um nur neun Prozent gesunken. Die Europäischen Richtlinien hätten bei 46 Prozent der Teilnehmer eine Behandlung verlangt und zu einer Verringerung der Krankheitsfälle um 19 Prozent geführt. Die amerikanischen Richtlinien hätten bei 60 Prozent der Teilnehmer eine Behandlung vorgesehen. Die Folge wären 22 Prozent weniger Herzanfälle und Schlaganfälle.

Das Team unter der Leitung von Paul Durrington erklärte, dass die Behandlung mit Statinen in Hinblick auf die allgemeinen Erkrankungszahlen nur einen geringen Unterschied erzielen könnte, wenn nicht auch all jene Personen mit einem durchschnittlichen Risiko behandelt werden würden. Dazu gehörten die meisten Männer mittleren Alters und die meisten älteren Frauen. Ob die Senkung der Cholesterinwerte in einem derartigen Ausmaß durch Medikamente angestrebt werden sollte, könne nur in Zusammenhang mit philosophischen, psychologischen und wirtschaftlichen Überlegungen entschieden werden. Vielmehr seien effektivere nationale Strategien im Bereich der Ernährung einer Konzentration auf Statine vorzuziehen. Die Wissenschafter kritisieren den Mangel an Entschlossenheit offizieller Stellen die ungesunden Ernährungsgewohnheiten der Briten zu verändern. Nicht ohne Grund stamme in Europa eines von drei fettleibigen Kindern aus Großbritannien.

Michaela Monschein | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.manchester.ac.uk
http://heart.bmjjournals.com

Weitere Berichte zu: Herzanfall Richtlinie Schlaganfall Statin

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Studie zu Bildungsangeboten für die Industrie 4.0 in Österreich
05.02.2018 | Fachhochschule St. Pölten

nachricht Schildkrötengehirne sind komplexer als gedacht
05.02.2018 | Eberhard Karls Universität Tübingen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Vorstoß ins Innere der Atome

Mit Hilfe einer neuen Lasertechnologie haben es Physiker vom Labor für Attosekundenphysik der LMU und des MPQ geschafft, Attosekunden-Lichtblitze mit hoher Intensität und Photonenenergie zu produzieren. Damit konnten sie erstmals die Interaktion mehrere Photonen in einem Attosekundenpuls mit Elektronen aus einer inneren atomaren Schale beobachten konnten.

Wer die ultraschnelle Bewegung von Elektronen in inneren atomaren Schalen beobachten möchte, der benötigt ultrakurze und intensive Lichtblitze bei genügend...

Im Focus: Attoseconds break into atomic interior

A newly developed laser technology has enabled physicists in the Laboratory for Attosecond Physics (jointly run by LMU Munich and the Max Planck Institute of Quantum Optics) to generate attosecond bursts of high-energy photons of unprecedented intensity. This has made it possible to observe the interaction of multiple photons in a single such pulse with electrons in the inner orbital shell of an atom.

In order to observe the ultrafast electron motion in the inner shells of atoms with short light pulses, the pulses must not only be ultrashort, but very...

Im Focus: Good vibrations feel the force

Eine Gruppe von Forschern um Andrea Cavalleri am Max-Planck-Institut für Struktur und Dynamik der Materie (MPSD) in Hamburg hat eine Methode demonstriert, die es erlaubt die interatomaren Kräfte eines Festkörpers detailliert auszumessen. Ihr Artikel Probing the Interatomic Potential of Solids by Strong-Field Nonlinear Phononics, nun online in Nature veröffentlich, erläutert, wie Terahertz-Laserpulse die Atome eines Festkörpers zu extrem hohen Auslenkungen treiben können.

Die zeitaufgelöste Messung der sehr unkonventionellen atomaren Bewegungen, die einer Anregung mit extrem starken Lichtpulsen folgen, ermöglichte es der...

Im Focus: Good vibrations feel the force

A group of researchers led by Andrea Cavalleri at the Max Planck Institute for Structure and Dynamics of Matter (MPSD) in Hamburg has demonstrated a new method enabling precise measurements of the interatomic forces that hold crystalline solids together. The paper Probing the Interatomic Potential of Solids by Strong-Field Nonlinear Phononics, published online in Nature, explains how a terahertz-frequency laser pulse can drive very large deformations of the crystal.

By measuring the highly unusual atomic trajectories under extreme electromagnetic transients, the MPSD group could reconstruct how rigid the atomic bonds are...

Im Focus: Verlässliche Quantencomputer entwickeln

Internationalem Forschungsteam gelingt wichtiger Schritt auf dem Weg zur Lösung von Zertifizierungsproblemen

Quantencomputer sollen künftig algorithmische Probleme lösen, die selbst die größten klassischen Superrechner überfordern. Doch wie lässt sich prüfen, dass der...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Von festen Körpern und Philosophen

23.02.2018 | Veranstaltungen

Spannungsfeld Elektromobilität

23.02.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - April 2018

21.02.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Vorstoß ins Innere der Atome

23.02.2018 | Physik Astronomie

Wirt oder Gast? Proteomik gibt neue Aufschlüsse über Reaktion von Rifforganismen auf Umweltstress

23.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Wie Zellen unterschiedlich auf Stress reagieren

23.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics