Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Studie weist nach: Hämodiafiltration für chronisch nierenkranke Patienten senkt Sterblichkeitsrate um 35 Prozent

11.05.2006


Die Sterblichkeitsrate unter chronisch nierenranken Patienten ist bei einer Behandlung mit Hämodiafiltration (HDF) deutlich niedrigerer als bei der herkömmlichen Hämodialyse. Zu diesem Ergebnis kommt eine neue Studie, die von Fachärzten unter Leitung des französischen Nephrologie-Professors Bernard Canaud vom Universitätskrankenhaus Lapeyronie in Montpellier erstellt worden ist. In dieser Studie hatten Patienten, die eine HDF-Behandlung mit dem höchsten Leistungsgrad erhielten, um 35 Prozent bessere Überlebenschancen als jene, die sich einer konventionellen Hämodialyse unterzogen.


Die Studie über Dialyseergebnisse und Behandlungsformen (Dialysis Outcomes and Practice Pattern Study, DOPPS) lief drei Jahre lang in fünf europäischen Ländern. An ihr beteiligten sich 2.165 Patienten, die sich durchschnittlich drei Mal in der Woche behandeln ließen.

Damit konnte erstmals in einer prospektiven Beobachtungsstudie unter Bereinigung von Einflussfaktoren wie Alter und Mehrfacherkrankungen wissenschaftlich nachgewiesen werden, dass eine HDF-Behandlung die Sterblichkeitsrate chronisch Nierenkranker reduziert hat. Einen ersten Hinweis darauf hatte bereits im vergangenen Jahre eine retrospektive Studie ergeben, die auf vorhandenen Daten basierte. Fachleute führen die verbesserten Überlebenschancen bei einer Behandlung durch HDF zurück auf eine effizientere Entfernung schädlicher Substanzen aus dem Blut, ein selteneres Auftreten von Nebenwirkungen und Begleiterkrankungen sowie verminderte allgemeine Risiken für Herz-Kreislauf-Erkrankungen (kardiovaskuläre Erkrankungen). Kardiovaskuläre Komplikationen sind noch immer die häufigste Todesursache bei Dialysepatienten: Fast jeder zweite Patient stirbt an deren Folgen.


Dr. Emanuele Gatti, Vorstand von Fresenius Medical Care für Europa, Lateinamerika, Naher Osten und Afrika: "Die positiven Ergebnisse der neuen Studie bestätigen uns darin, innovative Behandlungsmethoden wie die Hämodiafiltration anzubieten, damit chronisch Nierenkranke mit deutlich mehr Zuversicht nach vorne schauen können. Wir rechnen damit, dass die Nachfrage nach Online-HDF noch mehr steigt."

Mit dem neuen Therapiesystem 5008 bietet Fresenius Medical Care Online-HDF erstmals als Standardbehandlung auf breiter Basis an. Aufgrund höherer Kosten stand Online-HDF bisher nur für wenige Patienten zur Verfügung. Beim Therapiesystem 5008 konnten die Betriebskosten deutlich verringert werden: durch eine einfachere Bedienung, einen geringeren Wartungsaufwand sowie einen um bis zu 30 Prozent reduzierten Strom- und Wasserverbrauch. Dadurch können erstmals mehr Dialysepatienten mit Online-HDF behandelt werden. Für das Therapiesystem 5008 ist Fresenius Medical Care Anfang 2006 mit dem Innovationspreis der deutschen Wirtschaft ausgezeichnet worden.

Die Online-Hämodiafiltration verknüpft zwei verschiedene Verfahren, Blut von Giftstoffen zu befreien: die auf Diffusion beruhende Hämodialyse und die Hämofiltration, bei der das Blut über die Membran filtriert wird. Dadurch können eine große Bandbreite an Giftstoffen sowie Körperwasser besonders effizient und schonend aus dem Blut des Patienten entfernt werden. Der größte Teil der dabei entzogenen Flüssigkeit wird vom Therapiesystem 5008 automatisch durch eine entsprechende Menge an ultrareiner Elektrolytlösung ausgeglichen. Diese Lösung stellt das Dialysegerät selbst bereit ("online"), während sonst zusätzliche Infusionslösungen in Beuteln nötig sind.

Die Studie ist in der Online-Ausgabe der Fachzeitschrift "Kidney International veröffentlich worden (nur in Englisch) und kann unter der Adresse http://www.nature.com/ki/journal/vaop/ncurrent/full/5000447a.html abgerufen werden.

Über Fresenius Medical Care:

Fresenius Medical Care ist der weltweit führende Anbieter von Produkten und Dienstleistungen für Menschen mit chronischem Nierenversagen, von denen sich mehr als 1,4 Millionen Patienten regelmäßig einer Dialysebehandlung unterziehen. In einem Netz von rund 2.045 Dialysekliniken in Nordamerika, Europa, Asien, Lateinamerika und Afrika betreut Fresenius Medical Care rund 158.700 Dialysepatienten. Fresenius Medical Care ist ebenfalls der weltweit führende Anbieter von Dialyseprodukten wie zum Beispiel Hämodialyse-Maschinen, Dialysatoren und damit verbundenen Einweg-Produkten. Fresenius Medical Care ist an der Börse Frankfurt (FME, FME3) und an der Börse New York (FMS, FMS-p) notiert.

Diese Mitteilung enthält zukunftsbezogene Aussagen, die gewissen Risiken und Unsicherheiten unterliegen. Die zukünftigen Ergebnisse können erheblich von den zur Zeit erwarteten Ergebnissen abweichen, und zwar aufgrund verschiedener Risikofaktoren und Ungewissheiten wie z.B. Veränderungen der Geschäfts-, Wirtschafts-, und Wettbewerbssituation, Gesetzesänderungen, Ergebnisse klinischer Studien, Wechselkursschwankungen, Ungewissheiten bezüglich Rechtsstreitigkeiten oder Untersuchungsverfahren und die Verfügbarkeit finanzieller Mittel. Fresenius Medical Care übernimmt keinerlei Verantwortung, die in dieser Mitteilung enthaltenen zukunftsbezogenen Aussagen zu aktualisieren.

Ansprechpartner:

Dr. Bernd Ebeling
Fresenius Medical Care
Tel: 06172 608-2378
E-Mail: bernd.ebeling@fresenius.de

Dr. Bernd Ebeling | idw
Weitere Informationen:
http://www.fmc-ag.de
http://www.nature.com/ki/journal/vaop/ncurrent/full/5000447a.html

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Der Klang des Ozeans
12.01.2017 | Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung

nachricht Verstädterung wird 300.000 km2 fruchtbarsten Ackerlands verschlingen
27.12.2016 | Mercator Research Institute on Global Commons and Climate Change (MCC) gGmbH

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Textiler Hochwasserschutz erhöht Sicherheit

Wissenschaftler der TU Chemnitz präsentieren im Februar und März 2017 ein neues temporäres System zum Schutz gegen Hochwasser auf Baumessen in Chemnitz und Dresden

Auch die jüngsten Hochwasserereignisse zeigen, dass vielerorts das natürliche Rückhaltepotential von Uferbereichen schnell erschöpft ist und angrenzende...

Im Focus: Wie Darmbakterien krank machen

HZI-Forscher entschlüsseln Infektionsmechanismen von Yersinien und Immunantworten des Wirts

Yersinien verursachen schwere Darminfektionen. Um ihre Infektionsmechanismen besser zu verstehen, werden Studien mit dem Modellorganismus Yersinia...

Im Focus: How gut bacteria can make us ill

HZI researchers decipher infection mechanisms of Yersinia and immune responses of the host

Yersiniae cause severe intestinal infections. Studies using Yersinia pseudotuberculosis as a model organism aim to elucidate the infection mechanisms of these...

Im Focus: Interfacial Superconductivity: Magnetic and superconducting order revealed simultaneously

Researchers from the University of Hamburg in Germany, in collaboration with colleagues from the University of Aarhus in Denmark, have synthesized a new superconducting material by growing a few layers of an antiferromagnetic transition-metal chalcogenide on a bismuth-based topological insulator, both being non-superconducting materials.

While superconductivity and magnetism are generally believed to be mutually exclusive, surprisingly, in this new material, superconducting correlations...

Im Focus: Erforschung von Elementarteilchen in Materialien

Laseranregung von Semimetallen ermöglicht die Erzeugung neuartiger Quasiteilchen in Festkörpersystemen sowie ultraschnelle Schaltung zwischen verschiedenen Zuständen.

Die Untersuchung der Eigenschaften fundamentaler Teilchen in Festkörpersystemen ist ein vielversprechender Ansatz für die Quantenfeldtheorie. Quasiteilchen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Künftige Rohstoffexperten aus aller Welt in Freiberg zur Winterschule

18.01.2017 | Veranstaltungen

Bundesweiter Astronomietag am 25. März 2017

17.01.2017 | Veranstaltungen

Über intelligente IT-Systeme und große Datenberge

17.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Der erste Blick auf ein einzelnes Protein

18.01.2017 | Biowissenschaften Chemie

Das menschliche Hirn wächst länger und funktionsspezifischer als gedacht

18.01.2017 | Biowissenschaften Chemie

Zur Sicherheit: Rettungsautos unterbrechen Radio

18.01.2017 | Verkehr Logistik