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Verengte Herzkranzgefäße besser behandeln

28.04.2006


Blutgefäßstützen mit Medikamenten verhindern Wiederverschluss



Blutgefäßstützen, die Medikamente freisetzen, sind bei der Therapie verengter Herz-kranzgefäße konventionellen Stützen deutlich überlegen. Dabei sind sie nicht mit wesentlich höheren Kosten verbunden. Das zeigt eine Studie des Instituts für Sozi-almedizin, Epidemiologie und Gesundheitsökonomie unter der Leitung von Prof. Ste-fan N. Willich.



Eine Verengung der Herzkranzgefäße führt im schlimmsten Fall zu einem Herzin-farkt. Diese Erkrankung behandeln Ärzte heute meist durch eine Ballonaufweitung des verengten Gefäßes, um die Blutversorgung des Herzmuskels wieder herzustel-len. Setzt man in das Blutgefäß ein als Stent bezeichnetes Edelmetall - Drahtge-flecht ein, erzielt man in der Regel einen guten Kurzzeiterfolg bei der Aufweitung der Koronarverengung. Der Stent fixiert Kalkfragmente in den Gefäßen. So ist der Gefä-ßinnenraum geglättet und das Blut fließt besser. Allerdings verschließt sich im All-gemeinen rund ein Drittel der behandelten Gefäße innerhalb eines halben Jahres wieder, und der Patient leidet erneut unter Beschwerden. Der Grund dafür: Das Me-tall reizt die Gefäßwand, was zur Entzündung und vermehrter Zellteilung führt. So genannte Medikamenten-freisetzende Stents reduzieren dieses Wiederverschlussri-siko erheblich. Eine Beschichtung gibt an ihre Umgebung kontinuierlich ein Medika-ment ab, das eine unkontrollierte Zellteilung der Gefäßwand verhindert.

In den ersten zwölf Monaten verschloss sich nur bei jedem fünften Patienten mit Medikament-freisetzendem Stent das Gefäß erneut. Dagegen war jeder vierte Pati-ent mit einem konventionellen Stent davon betroffen. Die neue Behandlung ist zwar anfänglich rund 2000 Euro teurer, die Folgekosten im ersten Jahr danach sind aber niedriger. Man spart kostenträchtige erneute Behandlungen, weil die Patienten sel-tener einen Herzinfarkt oder wieder auftretende Herzbeschwerden bekamen. "Die Ergebnisse haben besondere Relevanz für die Behandlungsstrategie und Vergü-tungsregelung in der medizinischen Versorgung von Patienten mit koronarer Herz-krankheit", sagt Prof. Stefan N. Willich.

Für diese so genannte GERSHWIN Studie bewerteten die Forscher den Krankheits-verlauf von 897 Patienten mit einer Verengung der Herzkranzgefäße. 35 Kliniken nahmen an der Studie teil, die im Rahmen eines bundesweiten Modellprojektes der Techniker Krankenkasse angesiedelt ist.

Kerstin Endele | idw
Weitere Informationen:
http://www.charite.de/mediamed

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