Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Kombinationsbehandlung macht Diabetes bei Mäusen rückgängig

21.04.2006


Medikament und Impfstoff wirken bei 50 Prozent



Ein Behandlungsansatz, der einen experimentellen Impfstoff und ein die Immunität veränderndes Medikament kombiniert kann Typ-1 Diabetes bei Mäusen rückgängig machen. Zu diesem Ergebnis ist eine Studie des La Jolla Institute for Allergy and Immunology http://www.liai.org gekommen. Die Kombinationsbehandlung machte die Diabetessymptome bei rund der Hälfte der behandelten Tiere rückgängig. Bei Typ-1 Diabetes greift das Immunsystem des Körpers auf geheimnisvolle Weise die Beta-Zellen in der Bauchspeicheldrüse an. Diese Zellen produzieren normalerweise das Hormon Insulin, das die Blutzuckerwerte reguliert. Ohne eine ausreichende Insulinmenge können die Blutzuckerwerte eine gefährliche Höhe erreichen. Aus diesem Grund müssen Diabetiker ihrem Körper regelmäßig Insulin zuführen. Die Ergebnisse der Studie wurden in dem Fachmagazin Journal of Clinical Investigation http://www.jci.org veröffentlicht.



Derzeit wird unter anderen ein Behandlungsansatz getestet, der mittels eines experimentellen Impfstoffes versucht, das Immunsystem weniger angriffslustig auf die Beta-Zellen reagieren zu lassen. Ein weiterer Behandlungsansatz, der derzeit an Patienten gestestet wird, konzentriert sich auf das Medikament Anti-CD3, das Teile des Immunsystems unterdrückt. Derartige Medikamente können zu unerwünschten Nebenwirkungen, wie einer höheren Anfälligkeit für Infektionen, führen. Auch bei diesem Ansatz soll verhindert werden, dass die Beta-Zellen durch das körpereigene Immunsystem zerstört werden. Laut dem Wissenschafter Matthias von Herrath kann durch die Kombination von beiden Behandlungsansätzen die erforderliche Menge des Medikaments Anti-CD3 verringert werden. Gleichzeitig erhöhen sich die Chancen die Symptome einer Diabeteserkrankung wieder rückgängig zu machen deutlich.

Acht Wochen nach Verabreichung der Kombinationsbehandlung, die die Tiere fünf Tage lang erhielten, verfügten 50 Prozent der an Diabetes erkrankten Mäuse wieder über normale Blutzuckerwerte. Der Impfstoff alleine erreichte keine derartige Wirkung und das Medikament alleine machte die Diabeteserkrankung nur bei 20 Prozent der Tiere rückgängig. Bei einer anderen Gruppe von Mäusen, die unter erblicher Diabetes litten, machte die Kombinationsbehandlung die Symptome bei rund 55 Prozent der Tiere rückgängig. Das Medikament allein war bei 40 Prozent der Fälle wirksam, der Impfstoff bei 20 Prozent. Die Wissenschafter gehen laut New Scientist davon aus, dass spezielle Immunzellen, die als Reaktion auf das Medikament gebildet werden den Impfstoff wirksamer machen. Das Team glaubt, dass die Ergebnisse der aktuellen Studie auch für den Menschen Gültigkeit haben und hoffen, dass klinische Tests innerhalb eines Jahres gestartet werden können.

Michaela Monschein | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.jci.org
http://www.liai.org

Weitere Berichte zu: Diabetes Immunsystem Impfstoff Kombinationsbehandlung Medikament

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Erste großangelegte Genomstudie prähistorischer Skelette aus Afrika
27.09.2017 | Max-Planck-Institut für Menschheitsgeschichte / Max Planck Institute for the Science of Human History

nachricht Wie gesund werden wir alt?
18.09.2017 | Medizinische Hochschule Hannover

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht

Im Blut zirkulierende Biomoleküle und Zellen sind Träger diagnostischer Information, deren Analyse hochwirksame, individuelle Therapien ermöglichen. Um diese Information zu erschließen, haben Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT ein Mikrochip-basiertes Diagnosegerät entwickelt: Der »AnaLighter« analysiert und sortiert klinisch relevante Biomoleküle und Zellen in einer Blutprobe mit Licht. Dadurch können Frühdiagnosen beispielsweise von Tumor- sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen gestellt und patientenindividuelle Therapien eingeleitet werden. Experten des Fraunhofer ILT stellen diese Technologie vom 13.–16. November auf der COMPAMED 2017 in Düsseldorf vor.

Der »AnaLighter« ist ein kompaktes Diagnosegerät zum Sortieren von Zellen und Biomolekülen. Sein technologischer Kern basiert auf einem optisch schaltbaren...

Im Focus: Neue Möglichkeiten für die Immuntherapie beim Lungenkrebs entdeckt

Eine gemeinsame Studie der Universität Bern und des Inselspitals Bern zeigt, dass spezielle Bindegewebszellen, die in normalen Blutgefässen die Wände abdichten, bei Lungenkrebs nicht mehr richtig funktionieren. Zusätzlich unterdrücken sie die immunologische Bekämpfung des Tumors. Die Resultate legen nahe, dass diese Zellen ein neues Ziel für die Immuntherapie gegen Lungenkarzinome sein könnten.

Lungenkarzinome sind die häufigste Krebsform weltweit. Jährlich werden 1.8 Millionen Neudiagnosen gestellt; und 2016 starben 1.6 Millionen Menschen an der...

Im Focus: Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

Ob als Smartphone-App für die Fahrkarte im Nahverkehr, als Geldwertkarten für das Schwimmbad oder in Form einer Bonuskarte für den Supermarkt: Für viele gehören „elektronische Geldbörsen“ längst zum Alltag. Doch vielen Kunden ist nicht klar, dass sie mit der Nutzung dieser Angebote weitestgehend auf ihre Privatsphäre verzichten. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entsteht ein sicheres und anonymes System, das gleichzeitig Alltagstauglichkeit verspricht. Es wird nun auf der Konferenz ACM CCS 2017 in den USA vorgestellt.

Es ist vor allem das fehlende Problembewusstsein, das den Informatiker Andy Rupp von der Arbeitsgruppe „Kryptographie und Sicherheit“ am KIT immer wieder...

Im Focus: Neutron star merger directly observed for the first time

University of Maryland researchers contribute to historic detection of gravitational waves and light created by event

On August 17, 2017, at 12:41:04 UTC, scientists made the first direct observation of a merger between two neutron stars--the dense, collapsed cores that remain...

Im Focus: Breaking: the first light from two neutron stars merging

Seven new papers describe the first-ever detection of light from a gravitational wave source. The event, caused by two neutron stars colliding and merging together, was dubbed GW170817 because it sent ripples through space-time that reached Earth on 2017 August 17. Around the world, hundreds of excited astronomers mobilized quickly and were able to observe the event using numerous telescopes, providing a wealth of new data.

Previous detections of gravitational waves have all involved the merger of two black holes, a feat that won the 2017 Nobel Prize in Physics earlier this month....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Mobilität 4.0: Konferenz an der Jacobs University

18.10.2017 | Veranstaltungen

Smart MES 2017: die Fertigung der Zukunft

18.10.2017 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Dezember 2017

17.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht

18.10.2017 | Biowissenschaften Chemie

Biokunststoffe könnten auch in Traktoren die Richtung angeben

18.10.2017 | Messenachrichten

»ILIGHTS«-Studie gestartet: Licht soll Wohlbefinden von Schichtarbeitern verbessern

18.10.2017 | Energie und Elektrotechnik