Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Ausgründungen aus Unternehmen und Instituten wachsen schneller als Hochschul-Spin-offs

18.04.2006


Start-ups, die aus einem Unternehmen oder einem Forschungsinstitut ausgegründet wurden, wachsen schneller als Universitäts-Spin-offs. Quelle: IVAM Research.


Die Finanzierung des Start-ups wirkt sich auf den Erfolg des Unternehmens aus: Unternehmen, die Fördermittel oder Risikokapital erhalten, wachsen schneller als Unternehmen, die ohne Förderung oder VC auskommen müssen. Quelle: IVAM Research.


Gründungsmonitor Mikro-/Nanotechnik analysiert Rahmenbedingungen und Erfolgsfaktoren für Start-ups in Deutschland


Die berufliche Herkunft von Unternehmern, die eine Mikro- oder Nanotechnik-Firma gründen, wirkt sich auf den Erfolg des Unternehmens aus: Start-ups, die aus einem Unternehmen oder Forschungsinstitut ausgegründet werden, wachsen schneller als Ausgründungen aus Hochschulen. Weitere Erfolgsfaktoren für Mikro- und Nanotechnik-Start-ups sind die Finanzierung und der Unternehmensstandort.

Dies sind Ergebnisse einer Befragung von Unternehmern, die zwischen 2000 und 2005 in Deutschland eine Mikro- oder Nanotechnik-Firma gegründet haben. Die Ergebnisse werden am 24. April 2006 im "Gründungsmonitor Mikro- und Nanotechnik 2006" veröffentlicht und während der Hannover Messe auf dem Forum der MicroTechnology "Innovations for Industry" vorgestellt. Die Studie wurde von IVAM Research, dem Geschäftsbereich Marktforschung des IVAM Fachverbandes für Mikrotechnik, in Zusammenarbeit mit dem dortmund-project durchgeführt.


Wie ein Vergleich der befragten Unternehmen zeigt, ist die Herkunft der Gründer ausschlaggebend für das mittelfristige Wachstum der Mikro- und Nanotechnik-Start-ups. Ausgründungen aus Hochschulen erzielen in den ersten Jahren ein geringeres Wachstum in Bezug auf Umsatz und Mitarbeiter als Spin-offs aus Forschungsinstituten und bestehenden Unternehmen. Mögliche Ursachen sind die fehlende Industrieerfahrung der Hochschul-Ausgründer und die mangelnde Verknüpfung von technischen und betriebswirtschaftlichen Studiengängen an den Hochschulen.

Ein Faktor, der das Wachstum der Start-ups positiv beeinflusst, ist eine ausreichende Finanzierung in der Startphase. Start-ups, die Risikokapital oder Fördermittel erhalten, wachsen schneller als Unternehmen, die ohne diese finanzielle Unterstützung auskommen müssen. Gerade für die frühe Unternehmensphase war jedoch in den letzten Jahren in Deutschland wenig Risikokapital zu bekommen. Von der schwierigen Finanzierungssituation sind Mikro- und Nanotechnik-Start-ups, die oft hohe Anfangsinvestitionen für die technische Ausstattung brauchen, besonders betroffen.

Zudem wirkt sich der Standort auf den Erfolg des Unternehmens aus. Start-ups wachsen schneller, wenn sie sich in einem Cluster ansiedeln - an einem Standort also, an dem sich bereits mehrere Unternehmen und Einrichtungen gleicher wirtschaftlicher Ausrichtung befinden. Gründer, die Standorte analysieren und vergleichen, siedeln sich wesentlich häufiger als der Durchschnitt in bestehenden Clustern an. Die Standorte Dortmund, Berlin, München und Jena - die vier größten Mikro- und Nanotechnik-Cluster in Deutschland - sind bei diesen Gründern besonders beliebt.

Die Ergebnisse des Gründungsmonitors sollen unter anderem dazu beitragen, standortpolitische Maßnahmen, zum Beispiel im Rahmen von Cluster-Initiativen, so effizient wie möglich zu gestalten. Standorte, die Start-ups anlocken wollen, stehen vor der Herausforderung, Defizite bei den allgemeinen Rahmenbedingungen auszugleichen - zum Beispiel, indem sie Gründern Infrastruktureinrichtungen mit Laboren, Reinräumen und Anlagen zur Verfügung stellen. Durch die Nutzung solcher Einrichtungen können Mikro- und Nanotechnik-Gründer hohe Investitionen in der Startphase vermeiden und die Entwicklungszeiten für ihre Produkte verkürzen.

Der Gründungsmonitor Mikro-/Nanotechnik erscheint am 24. April 2006. Die Studie kann für 115,00 Euro bei IVAM Research bestellt werden.

Kontakt:
IVAM Research
Iris Lehmann
Tel.: +49 (0) 231 9742 149
E-Mail: il@ivam.de

Josefine Zucker | idw
Weitere Informationen:
http://www.ivam.de
http://www.dortmund-project.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Wie gesund werden wir alt?
18.09.2017 | Medizinische Hochschule Hannover

nachricht Entrepreneurship-Studie: Großes Potential für Unternehmensgründungen in Deutschland
15.09.2017 | Alexander von Humboldt Institut für Internet und Gesellschaft

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hochpräzise Verschaltung in der Hirnrinde

Es ist noch immer weitgehend unbekannt, wie die komplexen neuronalen Netzwerke im Gehirn aufgebaut sind. Insbesondere in der Hirnrinde der Säugetiere, wo Sehen, Denken und Orientierung berechnet werden, sind die Regeln, nach denen die Nervenzellen miteinander verschaltet sind, nur unzureichend erforscht. Wissenschaftler um Moritz Helmstaedter vom Max-Planck-Institut für Hirnforschung in Frankfurt am Main und Helene Schmidt vom Bernstein-Zentrum der Humboldt-Universität in Berlin haben nun in dem Teil der Großhirnrinde, der für die räumliche Orientierung zuständig ist, ein überraschend präzises Verschaltungsmuster der Nervenzellen entdeckt.

Wie die Forscher in Nature berichten (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005), haben die...

Im Focus: Highly precise wiring in the Cerebral Cortex

Our brains house extremely complex neuronal circuits, whose detailed structures are still largely unknown. This is especially true for the so-called cerebral cortex of mammals, where among other things vision, thoughts or spatial orientation are being computed. Here the rules by which nerve cells are connected to each other are only partly understood. A team of scientists around Moritz Helmstaedter at the Frankfiurt Max Planck Institute for Brain Research and Helene Schmidt (Humboldt University in Berlin) have now discovered a surprisingly precise nerve cell connectivity pattern in the part of the cerebral cortex that is responsible for orienting the individual animal or human in space.

The researchers report online in Nature (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005) that synapses in...

Im Focus: Tiny lasers from a gallery of whispers

New technique promises tunable laser devices

Whispering gallery mode (WGM) resonators are used to make tiny micro-lasers, sensors, switches, routers and other devices. These tiny structures rely on a...

Im Focus: Wundermaterial Graphen: Gewölbt wie das Polster eines Chesterfield-Sofas

Graphen besitzt extreme Eigenschaften und ist vielseitig verwendbar. Mit einem Trick lassen sich sogar die Spins im Graphen kontrollieren. Dies gelang einem HZB-Team schon vor einiger Zeit: Die Physiker haben dafür eine Lage Graphen auf einem Nickelsubstrat aufgebracht und Goldatome dazwischen eingeschleust. Im Fachblatt 2D Materials zeigen sie nun, warum dies sich derartig stark auf die Spins auswirkt. Graphen kommt so auch als Material für künftige Informationstechnologien infrage, die auf der Verarbeitung von Spins als Informationseinheiten basieren.

Graphen ist wohl die exotischste Form von Kohlenstoff: Alle Atome sind untereinander nur in der Ebene verbunden und bilden ein Netz mit sechseckigen Maschen,...

Im Focus: Hochautomatisiertes Fahren bei Schnee und Regen: Robuste Warnehmung dank intelligentem Sensormix

Schlechte Sichtverhältnisse bei Regen oder Schnellfall sind für Menschen und hochautomatisierte Fahrzeuge eine große Herausforderung. Im europäischen Projekt RobustSENSE haben die Forscher von Fraunhofer FOKUS mit 14 Partnern, darunter die Daimler AG und die Robert Bosch GmbH, in den vergangenen zwei Jahren eine Softwareplattform entwickelt, auf der verschiedene Sensordaten von Kamera, Laser, Radar und weitere Informationen wie Wetterdaten kombiniert werden. Ziel ist, eine robuste und zuverlässige Wahrnehmung der Straßensituation unabhängig von der Komplexität und der Sichtverhältnisse zu gewährleisten. Nach der virtuellen Erprobung des Systems erfolgt nun der Praxistest, unter anderem auf dem Berliner Testfeld für hochautomatisiertes Fahren.

Starker Schneefall, ein Ball rollt auf die Fahrbahn: Selbst ein Mensch kann mitunter nicht schnell genug erkennen, ob dies ein gefährlicher Gegenstand oder...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Die Erde und ihre Bestandteile im Fokus

21.09.2017 | Veranstaltungen

23. Baltic Sea Forum am 11. und 12. Oktober nimmt Wirtschaftspartner Finnland in den Fokus

21.09.2017 | Veranstaltungen

6. Stralsunder IT-Sicherheitskonferenz im Zeichen von Smart Home

21.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

OLED auf hauchdünnem Edelstahl

21.09.2017 | Messenachrichten

Weniger (Flug-)Lärm dank Mathematik

21.09.2017 | Physik Astronomie

In Zeiten des Klimawandels: Was die Farbe eines Sees über seinen Zustand verrät

21.09.2017 | Geowissenschaften