Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Schwache Verbindungen im Gehirn erklären Autismus

10.04.2006


Gesichter führen zu keiner Erhöhung der Gehirnaktivität



Die Schwierigkeiten, die Autisten in Beziehungen mit anderen Menschen haben, könnten auf eine schlechte Kommunikation zwischen entscheidenden Bereichen des Gehirns zurückzuführen sein. Zu diesem Ergebnis ist eine Studie der University College London gekommen. Damit könnte erklärt sein, warum Autisten nicht gut interagieren. Schwache Verbindungen im Gehirn bedeuten in diesem Fall, dass diese Menschen aus sozialen Situationen weniger Nutzen ziehen. Früher wurde angenommen, dass der Mangel an sozialen Fähigkeiten auf Anomalien in bestimmten Bereichen des Gehirns zurückzuführen sei. Für die in Neuroimage

... mehr zu:
»ASD »Autist »Gehirnaktivität »Gehirnscan

veröffentlichte Studie wurden die Gehirnscans von 32 Personen verglichen.

Die Wissenschafter werteten die Gehirnscans von 16 Personen mit Erkrankungen aus dem autistischen Spektrum (ASD) und überdurchschnittlichem Intelligenzquotienten und die Scans von 16 gesunden Freiwilligen aus. Es wurden vier Darstellungen auf einem Bildschirm gezeigt, zwei Häuser und zwei Gesichter. Die Teilnehmer wurden ersucht, sich entweder auf die Gesichter oder auf die Häuser zu konzentrieren und zu entscheiden, ob die ausgewählten Bilder identisch waren. Scans ergaben deutliche Unterschiede in der Gehirnaktivität der beiden Gruppen. Bei der Kontrollgruppe führte die Konzentration auf die Gesichter zu einem deutlichen Anstieg der Gehirnaktivität. Bei Menschen mit ASD führte die Konzentration auf die Gesichter zu keiner Auswirkung auf das Gehirn. Damit ist laut BBC auch ihr mangelndes Interesse an Gesichtern erklärt. Beide Gruppen wiesen die gleichen Reaktionen auf die Darstellungen von Häusern auf.


Der leitende Wissenschafter Geoff Bird vom UCL Institute of Cognitive Neuroscience erklärte, dass die sozialen Probleme bei ASD normalerweise auf Schwierigkeiten in jenem Bereich des Gehirns zurückgeführt werden, in dem die Informationsverarbeitung für Gesichter stattfindet. "Unsere Forschungen legen nahe, dass das Problem wo anders liegt. Es scheint so zu sein, dass der Anblick von Gesichtern zu keiner normalen Erhöhung der Aktivität im Gehirn führt. Verantwortlich dafür ist, dass die entscheidenden Bereiche im Gehirn nicht gut mit jenen Bereichen verbunden sind, die wie die Stirn- oder Scheitelregion die Aufmerksamkeit kontrollieren. Wir alle wissen, dass es schwerer ist, ein Gesicht in einer belebten Menge herauszugreifen. Aber wenn wird das richtige Gesicht gefunden haben und uns darauf konzentrieren, sind wir leicht in der Lage alle anderen Ablenkungen auszublenden. Es scheint für Menschen mit ASD viel schwerer zu sein, sich auf ein Gesicht zu konzentrieren und es hat nicht die gleiche Wirkung."

Michaela Monschein | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.ucl.ac.uk
http://www.elsevier.com/wps/find/journaldescription.cws_home/622925/description#description

Weitere Berichte zu: ASD Autist Gehirnaktivität Gehirnscan

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Studie zu Bildungsangeboten für die Industrie 4.0 in Österreich
05.02.2018 | Fachhochschule St. Pölten

nachricht Schildkrötengehirne sind komplexer als gedacht
05.02.2018 | Eberhard Karls Universität Tübingen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Innovation im Leichtbaubereich: Belastbares Sandwich aus Aramid und Carbon

Die Entwicklung von Leichtbaustrukturen ist eines der zentralen Zukunftsthemen unserer Gesellschaft. Besonders in der Luftfahrtindustrie und in anderen Transportbereichen sind Leichtbaustrukturen gefragt. Sie ermöglichen Energieeinsparungen und reduzieren den Ressourcenverbrauch bei Treibstoffen und Material. Zum Einsatz kommen dabei Verbundmaterialien in der so genannten Sandwich-Bauweise. Diese bestehen aus zwei dünnen, steifen und hochfesten Deckschichten mit einer dazwischen liegenden dicken, vergleichsweise leichten und weichen Mittelschicht, dem Sandwich-Kern.

Aramidpapier ist ein etabliertes Material für solche Sandwichkerne. Sein mechanisches Strukturversagen ist jedoch noch unzureichend erforscht: Bislang fehlten...

Im Focus: Die Brücke, die sich dehnen kann

Brücken verformen sich, daher baut man normalerweise Dehnfugen ein. An der TU Wien wurde eine Technik entwickelt, die ohne Fugen auskommt und dadurch viel Geld und Aufwand spart.

Wer im Auto mit flottem Tempo über eine Brücke fährt, spürt es sofort: Meist rumpelt man am Anfang und am Ende der Brücke über eine Dehnfuge, die dort...

Im Focus: Eine Frage der Dynamik

Die meisten Ionenkanäle lassen nur eine ganz bestimmte Sorte von Ionen passieren, zum Beispiel Natrium- oder Kaliumionen. Daneben gibt es jedoch eine Reihe von Kanälen, die für beide Ionensorten durchlässig sind. Wie den Eiweißmolekülen das gelingt, hat jetzt ein Team um die Wissenschaftlerin Han Sun (FMP) und die Arbeitsgruppe von Adam Lange (FMP) herausgefunden. Solche nicht-selektiven Kanäle besäßen anders als die selektiven eine dynamische Struktur ihres Selektivitätsfilters, berichten die FMP-Forscher im Fachblatt Nature Communications. Dieser Filter könne zwei unterschiedliche Formen ausbilden, die jeweils nur eine der beiden Ionensorten passieren lassen.

Ionenkanäle sind für den Organismus von herausragender Bedeutung. Wenn zum Beispiel Sinnesreize wahrgenommen, ans Gehirn weitergeleitet und dort verarbeitet...

Im Focus: In best circles: First integrated circuit from self-assembled polymer

For the first time, a team of researchers at the Max-Planck Institute (MPI) for Polymer Research in Mainz, Germany, has succeeded in making an integrated circuit (IC) from just a monolayer of a semiconducting polymer via a bottom-up, self-assembly approach.

In the self-assembly process, the semiconducting polymer arranges itself into an ordered monolayer in a transistor. The transistors are binary switches used...

Im Focus: Erste integrierte Schaltkreise (IC) aus Plastik

Erstmals ist es einem Forscherteam am Max-Planck-Institut (MPI) für Polymerforschung in Mainz gelungen, einen integrierten Schaltkreis (IC) aus einer monomolekularen Schicht eines Halbleiterpolymers herzustellen. Dies erfolgte in einem sogenannten Bottom-Up-Ansatz durch einen selbstanordnenden Aufbau.

In diesem selbstanordnenden Aufbauprozess ordnen sich die Halbleiterpolymere als geordnete monomolekulare Schicht in einem Transistor an. Transistoren sind...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - April 2018

21.02.2018 | Veranstaltungen

Tag der Seltenen Erkrankungen – Deutsche Leberstiftung informiert über seltene Lebererkrankungen

21.02.2018 | Veranstaltungen

Digitalisierung auf dem Prüfstand: Hochkarätige Konferenz zu Empowerment in der agilen Arbeitswelt

20.02.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Kameratechnologie in Fahrzeugen: Bilddaten latenzarm komprimiert

21.02.2018 | Messenachrichten

Mit grüner Chemie gegen Malaria

21.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Periimplantitis: BMBF fördert zahnärztliches Verbund-Projekt mit 1,1 Millionen Euro

21.02.2018 | Förderungen Preise

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics