Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Partnerschaft und Essstörung: Neue Studie zum Einfluss der partnerschaftlichen Kommunikation geplant

07.04.2006


Psychologisches Institut ermittelt Zusammenhang von Essstörungen mit der Beziehungsqualität und Kommunikation von Paaren - Teilnehmer gesucht



Essstörungen wie Magersucht und Ess-Brechsucht galten zunächst als typische Störungen der Adoleszenz. Immer mehr zeigte sich jedoch, dass die Erkrankungen genauso bei erwachsenen Frauen auftreten können und tatsächlich scheint das Durchschnittsalter, zu dem die Störungen beginnen, zu steigen. Viele dieser vergleichsweise älteren Patientinnen sind verheiratet oder leben mit einem Partner zusammen. "Dies wirft die Frage auf, welchen Einfluss die Essstörung auf die Partnerschaft hat oder umgekehrt, inwiefern die Beziehung zu einem Partner den Verlauf einer solchen Störung beeinflusst", sagt Dr. Tanja Legenbauer vom Psychologischen Institut der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Sie untersucht in der Abteilung Klinische Psychologie und Psychotherapie seit einigen Jahren die Zusammenhänge bei der Entstehung von Essstörungen und Möglichkeiten zu ihrer Überwindung. Für eine aktuelle Studie zur Frage, wie Partnerschaft und Essstörungen in Verbindung stehen, werden noch Paare als Teilnehmer gesucht.



Von Magersucht, auch als Anorexie bezeichnet, und Ess-Brechsucht bzw. Bulimie sind fast ausschließlich Frauen betroffen, die meisten davon sind unter 30 Jahre alt. Obwohl die Forschung seit fast drei Jahrzehnten auch den Beziehungsaspekt der Betroffenen im Auge hat, gibt es bislang nur wenige verlässliche Informationen über diese Patientengruppe und die Eigenschaften der jeweiligen Partnerschaftsbeziehung im Speziellen. Die wenigen Erhebungen deuten aber darauf hin, dass die Beziehungsqualität und die partnerschaftliche Kommunikation einen Einfluss auf den Krankheitsverlauf und den Therapieerfolg haben.

"Die Kommunikation zwischen Ehepartnern oder Lebenspartnern hängt stark mit ihrer Zufriedenheit in der Beziehung zusammen", erläutert Legenbauer. So ist zum Beispiel bei beziehungsgestörten Paaren das Gespräch oft von negativen Äußerungen und negativen Rückmeldungen gekennzeichnet. Bei der Studie soll nun ermittelt werden, inwieweit sich Paare mit einer essgestörten Partnerin in ihrer Beziehungsqualität und in ihrer partnerschaftlichen Kommunikation von Paaren ohne Erkrankungen unterscheiden. Vermutet wird, dass Frauen mit Essstörungen und ihre Partner ihre Beziehung jeweils als weniger zufriedenstellend erleben im Vergleich zu Frauen, die nicht von Essstörungen betroffen sind, und ihren Männern. Außerdem wird angenommen, dass die beiden Gruppen einen unterschiedlichen Kommunikationsstil zeigen. Für die Studie am Psychologischen Institut werden noch Frauen mit Essstörungen gesucht, die bereit sind, gemeinsam mit ihrem Partner teilzunehmen. Die Studie beinhaltet die Beantwortung eines Fragebogens sowie eventuell die Teilnahme an einer Verhaltensbeobachtung. Bei Interesse wird für alle Paare, die an dieser Beobachtung teilgenommen haben, ein Informationsabend zum Thema Kommunikation angeboten.

Kontakt und Informationen:
Dr. Tanja Legenbauer
Psychologisches Institut
Abt. Klinische Psychologie und Psychotherapie
Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Tel. 06131 39-22442 oder 39-24621
Fax 06131 39-24623
E-Mail: ambulanz.psychotherapie@uni-mainz.de

Petra Giegerich | idw
Weitere Informationen:
http://www.psychotherapie-mainz.de/index.html

Weitere Berichte zu: Beziehungsqualität Ess-Brechsucht Essstörung Psychologie

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Smart Data Transformation – Surfing the Big Wave
02.12.2016 | Fraunhofer-Institut für Angewandte Informationstechnik FIT

nachricht Europaweite Studie zu Antibiotikaresistenzen in Krankenhäusern
18.11.2016 | Deutsches Zentrum für Infektionsforschung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Rätsel um Mott-Isolatoren gelöst

Universelles Verhalten am Mott-Metall-Isolator-Übergang aufgedeckt

Die Ursache für den 1937 von Sir Nevill Francis Mott vorhergesagten Metall-Isolator-Übergang basiert auf der gegenseitigen Abstoßung der gleichnamig geladenen...

Im Focus: Poröse kristalline Materialien: TU Graz-Forscher zeigt Methode zum gezielten Wachstum

Mikroporöse Kristalle (MOFs) bergen große Potentiale für die funktionalen Materialien der Zukunft. Paolo Falcaro von der TU Graz et al zeigen in Nature Materials, wie man MOFs gezielt im großen Maßstab wachsen lässt.

„Metal-organic frameworks“ (MOFs) genannte poröse Kristalle bestehen aus metallischen Knotenpunkten mit organischen Molekülen als Verbindungselemente. Dank...

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Im Focus: Significantly more productivity in USP lasers

In recent years, lasers with ultrashort pulses (USP) down to the femtosecond range have become established on an industrial scale. They could advance some applications with the much-lauded “cold ablation” – if that meant they would then achieve more throughput. A new generation of process engineering that will address this issue in particular will be discussed at the “4th UKP Workshop – Ultrafast Laser Technology” in April 2017.

Even back in the 1990s, scientists were comparing materials processing with nanosecond, picosecond and femtosesecond pulses. The result was surprising:...

Im Focus: Wie sich Zellen gegen Salmonellen verteidigen

Bioinformatiker der Goethe-Universität haben das erste mathematische Modell für einen zentralen Verteidigungsmechanismus der Zelle gegen das Bakterium Salmonella entwickelt. Sie können ihren experimentell arbeitenden Kollegen damit wertvolle Anregungen zur Aufklärung der beteiligten Signalwege geben.

Jedes Jahr sind Salmonellen weltweit für Millionen von Infektionen und tausende Todesfälle verantwortlich. Die Körperzellen können sich aber gegen die...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Firmen- und Forschungsnetzwerk Munitect tagt am IOW

08.12.2016 | Veranstaltungen

NRW Nano-Konferenz in Münster

07.12.2016 | Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Einzelne Proteine bei der Arbeit beobachten

08.12.2016 | Biowissenschaften Chemie

Intelligente Filter für innovative Leichtbaukonstruktionen

08.12.2016 | Messenachrichten

Seminar: Ströme und Spannungen bedarfsgerecht schalten!

08.12.2016 | Seminare Workshops