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Schwere Infektionen begünstigen Blutgerinnsel

31.03.2006


Tiefe Beinvenenthrombose und Lungenembolie betroffen



Bei Menschen, die an einer schweren Infektion leiden, entstehen eher gefährliche Blutgerinnsel. Zu diesem Ergebnis ist eine Studie der London School of Hygiene and Tropical Medicine gekommen. Die Wissenschafter argumentieren, dass Patienten mit Infektionen der Atemwege und Harnwege zeitweise über ein doppelt so hohes Risiko verfügen, an einer tiefen Beinvenenthrombose zu erkranken. Dabei handelt es sich um eine potenziell tödliche Erkrankung bei der Blutgerinnsel die Zirkulation in großen Venen blockieren. Frühere Studien haben einen Zusammenhang zwischen akuten Infektionen und Herzanfällen hergestellt. Die Ergebnisse der Studie wurden in dem Fachmagazin The Lancet veröffentlicht.



Das Team um Liam Smeeth untersuchte die Aufzeichnungen einer britischen Datenbank, die die letzten zwei Jahrzehnte abdeckt und identifizierte mehr als 7.000 Patienten mit einer tiefen Beinvenenthrombose. Sie ermittelten zusätzlich fast 4.000 Patienten, die an einer Lungenembolie erkrankt waren. In Ergänzung dazu wurde überprüft, ob die Patienten wegen einer akuten Infektion der Harn- oder Atemwege in Behandlung gewesen waren. Die retrospektive Analyse ergab, dass Infektionen der Harnwege das Risiko an einer tiefen Beinvenenthrombose oder einer Lungenembolie zu erkranken zeitweise verdoppelt. Akute Infektionen der Atemwege erhöhten das Risiko einer tiefen Beinvenenthrombose ebenfalls deutlich. Die Wissenschafter zögern laut New Scientist jedoch einen Zusammenhang zwischen Erkrankungen der Atemwege und Blutgerinnseln in der Lunge herzustellen, da eine Lungenembolie fälschlicherweise auch als eine Infektion der Atemwege diagnostiziert werden kann.

Die Wissenschafter betonen, dass das Risiko zwei Wochen nach der Infektion am größten ist und danach rasch abnimmt. Laut Patrick Vallance, einem Mitautor der Studie, steigt und fällt das Risiko innerhalb von sehr kurzen Zeitabständen. Die Forscher gehen davon aus, dass die entzündliche Reaktion des Körpers eher als die beteiligen Mikroben für das vermehrte Entstehen von Blutgerinnseln in der Lunge und den Venen verantwortlich ist. Diese Theorie erscheint auch dem Thrombose-Experten Joseph Caprini von der Northwestern University sinnvoll. Gerinnungswirkstoffe im Blut seien dafür bekannt, dass sie mit vielen Viren und Bakterien interagierten.

Michaela Monschein | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.lshtm.ac.uk
http://www.thelancet.com
http://www.northwestern.edu

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