Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Wer im Alter fit ist, hat nach einem Sturz weniger Komplikationen zu befürchten

30.03.2006


Heidelberger Studie zu Folgen des Oberschenkelhalsbruches veröffentlicht / Fortbildung "Praktische Notfallmedizin" am 31. März 2006 befasst sich mit "Altersstürzen"



Schon leichte Stürze können älteren Menschen zum Verhängnis werden. Oberschenkelbrüche sind schmerzhaft, mitunter kompliziert und können letztlich Wegbereiter von dauerhafter Behinderung und Pflegebedürftigkeit sein. 20 Prozent der im Durchschnitt über 80-jährigen Patienten sterben innerhalb eines Jahres trotz optimaler Behandlung des Knochenbruchs.



Die besten Heilungschancen haben Patienten ohne zusätzliche Begleiterkrankungen, z.B. Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Einschränkung der Gehirnfunktion. Dies hat eine Studie der Orthopädischen Universitätsklinik Heidelberg gezeigt, die rund 1.100 Patienten nach Stürzen über einen Zeitraum von 25 Jahren (1975 bis 2000) verfolgt hat. Ihre Ergebnisse sind jetzt in der Zeitschrift "Der Orthopäde" veröffentlicht worden.

Mit der Vorbeugung, den Folgen und der Behandlung von "Altersstürzen" befasst sich auch die Fortbildungsveranstaltung "Praktische Notfallmedizin" am Freitag, dem 31. März 2006, in der Orthopädischen Universitätsklinik Heidelberg. "Stürze von älteren Menschen nehmen zu", erklärt Dr. Rolf Simon, Leitender Notarzt in Heidelberg/Rhein-Neckar-Kreis, der auch die Notfallambulanz der Orthopädischen Universitätsklinik Heidelberg leitet.

In Deutschland erleiden jährlich rund 135.000 Menschen über 65 Jahren - vor allem Frauen - einen Oberschenkelhalsbruch; im Heidelberger Raum sind es ca. 400 pro Jahr.Je nach Art des Knochenbruchs, wird der gebrochene Oberschenkel mit Platten, Schrauben oder Nägeln stabilisiert oder das geschädigte Hüftgelenk wird gegen ein künstliches Gelenk ausgetauscht, damit der ältere Patient möglichst rasch wieder auf die Beine kommt.

Dass bei hohem chirurgischem Standard weniger die Art der operativen Therapie für den Erfolg sechs Monate nach der Operation entscheidend ist, hatte bereits eine frühere Studie aus dem Jahr 2003 gezeigt, an der neben der Orthopädischen Universitätsklinik auch weitere Heidelberger Kliniken - das Bethanien Krankenhaus, die Chirurgische Universitätsklinik Heidelberg, das St. Josefskrankenhaus - sowie das Deutsche Zentrum für Altersforschung beteiligt waren.

"Begleiterkrankungen sind der wichtigste Risikofaktor dafür, dass Komplikationen nach der Operation bei etwa einem Drittel der Patienten auftreten", sagt Professor Dr. Volker Ewerbeck, Vorstandsvorsitzender der Orthopädischen Universitätsklinik Heidelberg. Etwa die Hälfte der Patienten in der Heidelberger Studie erlangte ihre selbständige Gehfähigkeit innerhalb von 6 Monaten nicht wieder.

"Ältere Menschen sollten etwas für ihre geistige und körperliche Fitness tun, dann haben sie bessere Chancen, nach einem Oberschenkelbruch wieder in ihr gewohntes Leben zurückzukehren", empfiehlt Professor Ewerbeck. "Gemeinsam mit dem Erhalt der Sehkraft und einer kontrollierten Einnahme der vom Hausarzt verordneten Medikamente ist körperliche und geistige Fitness auch die beste Vorbeugung gegen Stürze."

Literatur:
Die proximale Femurfraktur des älteren Menschen
F. Geiger, K. Schreiner, S. Schneider, R. Pauschert, M. Thomsen
Der Orthopäde 2006, 24. März

Case-Management und funktionelle Ergebnisse nach proximaler Femurfraktur
im höheren Lebensalter
N. Specht-Leible, U. Schultz, B. Kraus, P.J. Meeder, A. Quentmeier, V. Ewerbeck, E. Voss, M. Martin, P. Oster
Der Unfallchirurg 3, 2003, S. 207 -214

Ansprechpartner:
Professor Dr. Volker Ewerbeck
Ärztlicher Direktor der Orthopädischen Universitätsklinik Heidelberg
Telefon (Sekretariat) 06221 / 96 6302

Dr. Annette Tuffs
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
der Orthopädischen Universitätsklinik
Heidelberg und des
Universitätsklinikums Heidelberg

Tel.: 06221 / 56 45 36
Fax: 06221 / 56 45 44
E-Mail: Annette_Tuffs@med.uni-heidelberg.de

Dr. Annette Tuffs | idw
Weitere Informationen:
http://www.med.uni-heidelberg.de/
http://www.orthopaedie.uni-hd.de/

Weitere Berichte zu: Fitness Knochenbruch Komplikation Oberschenkelhalsbruch

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Zirkuläre Wirtschaft: Neues Wirtschaftsmodell für die chemische Industrie?
28.07.2017 | Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT

nachricht Unternehmen entwickeln sich zu Serviceanbietern
25.07.2017 | Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wissenschaftler entdecken seltene Ordnung von Elektronen in einem supraleitenden Kristall

In einem Artikel der aktuellen Ausgabe des Forschungsmagazins „Nature“ berichten Wissenschaftler vom Max-Planck-Institut für Chemische Physik fester Stoffe in Dresden von der Entdeckung eines seltenen Materiezustandes, bei dem sich die Elektronen in einem Kristall gemeinsam in einer Richtung bewegen. Diese Entdeckung berührt eine der offenen Fragestellungen im Bereich der Festkörperphysik: Was passiert, wenn sich Elektronen gemeinsam im Kollektiv verhalten, in sogenannten „stark korrelierten Elektronensystemen“, und wie „einigen sich“ die Elektronen auf ein gemeinsames Verhalten?

In den meisten Metallen beeinflussen sich Elektronen gegenseitig nur wenig und leiten Wärme und elektrischen Strom weitgehend unabhängig voneinander durch das...

Im Focus: Wie ein Bakterium von Methanol leben kann

Bei einem Bakterium, das Methanol als Nährstoff nutzen kann, identifizierten ETH-Forscher alle dafür benötigten Gene. Die Erkenntnis hilft, diesen Rohstoff für die Biotechnologie besser nutzbar zu machen.

Viele Chemiker erforschen derzeit, wie man aus den kleinen Kohlenstoffverbindungen Methan und Methanol grössere Moleküle herstellt. Denn Methan kommt auf der...

Im Focus: Topologische Quantenzustände einfach aufspüren

Durch gezieltes Aufheizen von Quantenmaterie können exotische Materiezustände aufgespürt werden. Zu diesem überraschenden Ergebnis kommen Theoretische Physiker um Nathan Goldman (Brüssel) und Peter Zoller (Innsbruck) in einer aktuellen Arbeit im Fachmagazin Science Advances. Sie liefern damit ein universell einsetzbares Werkzeug für die Suche nach topologischen Quantenzuständen.

In der Physik existieren gewisse Größen nur als ganzzahlige Vielfache elementarer und unteilbarer Bestandteile. Wie das antike Konzept des Atoms bezeugt, ist...

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Im Focus: Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur

Darüber, wie sich Blutzellen entwickeln, existieren verschiedene Auffassungen – sie basieren jedoch fast ausschließlich auf Experimenten, die lediglich Momentaufnahmen widerspiegeln. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums stellen nun im Fachjournal Nature eine neue Technik vor, mit der sich das Geschehen dynamisch erfassen lässt: Mithilfe eines „Zufallsgenerators“ versehen sie Blutstammzellen mit genetischen Barcodes und können so verfolgen, welche Zelltypen aus der Stammzelle hervorgehen. Diese Technik erlaubt künftig völlig neue Einblicke in die Entwicklung unterschiedlicher Gewebe sowie in die Krebsentstehung.

Wie entsteht die Vielzahl verschiedener Zelltypen im Blut? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Nach der klassischen Vorstellung fächern sich...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

International führende Informatiker in Paderborn

21.08.2017 | Veranstaltungen

Wissenschaftliche Grundlagen für eine erfolgreiche Klimapolitik

21.08.2017 | Veranstaltungen

DGI-Forum in Wittenberg: Fake News und Stimmungsmache im Netz

21.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Wissenschaftler entdecken seltene Ordnung von Elektronen in einem supraleitenden Kristall

22.08.2017 | Physik Astronomie

Forscher beschreiben neuartigen Antikörper als möglichen Wirkstoff gegen Alzheimer

22.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Virus mit Eierschale

22.08.2017 | Biowissenschaften Chemie