Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Osteuropas Tigerstaaten holen auf

29.03.2006


Studie: Drastische Steigerung der Produktivität als Basis



Die Staaten Zentral- und Osteuropas (CEE) haben in den vergangenen zehn Jahren kräftig aufgeholt und ihre internationale Wettbewerbsfähigkeit stark gesteigert. So liegt etwa das Bruttoinlandsprodukt (BIP) der neuen EU-Mitgliedstaaten dieser Region schon um rund 50 Prozent über dem Wert Mitte der 90er Jahre, wie eine gemeinsame Studie der BA-CA und des Wiener Instituts für internationale Wirtschaftsvergleiche ergeben hat. Darüber hinaus schrumpften die Außenhandelsdefizite im Zeitraum zwischen 1999 und 2005 von sieben Prozent am BIP auf nunmehr drei Prozent.



Als Basis dieser Entwicklungen haben die Experten eine drastische Steigerung der Produktivität ausgemacht. In den neuen EU-Mitgliedsländern ist diese jährlich um vier Prozent gestiegen, in den EU-15-Staaten dagegen nur um zwei Prozent und in den asiatischen Tigerstaaten wie Hongkong oder Singapur um drei Prozent. "Im Mittel- bis Hochtechnologie-Bereich, wie etwa der Fahrzeugindustrie haben die neuen Mitgliedsländer rascher als alle anderen Länder Marktanteile erobert und ihre Preissetzungsmacht verbessern können", erklärt BA-CA-Chefökonomin Marianne Kager. "In diesem Bereich bewegen sie sich schneller als die asiatischen Tigerstaaten, China und Indien."

Den weiter fortgeschrittenen westeuropäischen Länder räumt die Studie demgegenüber vor allem bei unternehmensbezogenen Dienstleistungen einen Wettbewerbsvorteil ein. Langfristig rechnet Kager aber mit einem Angleichen der Einkommensniveaus sowie der Wirtschaftsstruktur der osteuropäischen Staaten an Westeuropa. Bei der Produktivität gäbe es etwa noch Steigerungspotenzial, so Kager im Gespräch mit pressetext. Im Vergleich zu anderen aufstrebenden Märkten wie China sieht die Expertin Osteuropa unter anderem wegen der geografischen und kulturellen Nähe zu Westeuropa im Vorteil. Darüber hinaus sei die Infrastruktur besser entwickelt und es herrsche insgesamt ein höheres Bildungsniveau.

Während in der Region CEE vor allem die Slowakei, Ungarn, Tschechien und Polen die gute Entwicklung im Mittel- bis Hochtechnologie-Bereich tragen, schneiden die Kandidatenländer Kroatien, Bulgarien und Rumänien laut Studie in allen Aspekten der Wettbewerbsfähigkeit etwas schlechter ab. Sie müssten ihre Stellung stärker gegen die Konkurrenz der zweiten Welle der asiatischen Tigerstaaten, wie etwa Indonesien oder Thailand sowie gegen Länder wie die Türkei oder Mexiko verteidigen, kommt die Studie zum Schluss. China und Indien hätten zwar vor allem bei den Produktionskosten derzeit eine hohe Konkurrenzfähigkeit gegenüber Osteuropa, hängen aber in punkto Infrastruktur und Wirtschaftsumfeld nach.

Jörn Brien | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.ba-ca.com
http://www.wiiw.ac.at

Weitere Berichte zu: BIP Produktivität Tigerstaat Wettbewerbsfähigkeit

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Wiederverwendung von IT- und Kommunikationsgeräten schont Klima und Ressourcen
23.02.2017 | Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT

nachricht Klimawandel verstärkt Selenmangel
21.02.2017 | Eidgenössische Technische Hochschule Zürich (ETH Zürich)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: „Vernetzte Autonome Systeme“ von acatech und DFKI auf der CeBIT

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Kooperation mit der Deutschen Messe AG vernetzte Autonome Systeme. In Halle 12 am Stand B 63 erwarten die Besucherinnen und Besucher unter anderem Roboter, die Hand in Hand mit Menschen zusammenarbeiten oder die selbstständig gefährliche Umgebungen erkunden.

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für...

Im Focus: Kühler Zwerg und die sieben Planeten

Erdgroße Planeten mit gemäßigtem Klima in System mit ungewöhnlich vielen Planeten entdeckt

In einer Entfernung von nur 40 Lichtjahren haben Astronomen ein System aus sieben erdgroßen Planeten entdeckt. Alle Planeten wurden unter Verwendung von boden-...

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Im Focus: HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt sich bewerten, wie verkehrspolitische Maßnahmen langfristig auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt wirken. HIGH-TOOL ist ein frei zugängliches Modell mit Modulen für Demografie, Wirtschaft und Ressourcen, Fahrzeugbestand, Nachfrage im Personen- und Güterverkehr sowie Umwelt und Sicherheit. An dem nun erfolgreich abgeschlossenen EU-Projekt unter der Koordination des KIT waren acht Partner aus fünf Ländern beteiligt.

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt...

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Aufbruch: Forschungsmethoden in einer personalisierten Medizin

24.02.2017 | Veranstaltungen

Österreich erzeugt erstmals Erdgas aus Sonnen- und Windenergie

24.02.2017 | Veranstaltungen

Big Data Centrum Ostbayern-Südböhmen startet Veranstaltungsreihe

23.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fraunhofer HHI auf dem Mobile World Congress mit VR- und 5G-Technologien

24.02.2017 | Messenachrichten

MWC 2017: 5G-Hauptstadt Berlin

24.02.2017 | Messenachrichten

Auf der molekularen Streckbank

24.02.2017 | Biowissenschaften Chemie