Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Studie untersucht Zweitsprachkenntnisse der Südtiroler Schüler

23.03.2006


Für erhitzte Diskussionen hatte die vergleichende Studie von Chiara Vettori, Linguistin an der Europäischen Akademie Bozen (EURAC), in Südtirol gesorgt, in der sie die Deutschkenntnisse italienischsprachiger Mittel- und Oberschüler der Städte Bozen und Trient untersucht hatte. Grund für die öffentliche Erregung war die Tatsache, dass die Studie den Trentiner Schülern bessere Deutschkenntnisse attestiert hatte - bzw., wie Vettori präzisiert, "die Tatsache, dass die im Vergleich zu Trient höhere Anzahl an Deutschstunden in Bozen nicht zu besseren Ergebnissen geführt hat."


Woran liegt es, dass die Jugendlichen im italienischsprachigen Trient scheinbar besser Deutsch können als ihre Bozner Kollegen, obwohl diese in einer zweisprachigen Realität leben? fragte man sich. "Die Einflussfaktoren sind sehr vielfältig", erklärt Andrea Abel, Kollegin von Chiara Vettori und Koordinatorin des EURAC-Instituts für Fachkommunikation und Mehrsprachigkeit. "Voreilig Schlüsse zu ziehen oder pauschale Schuldzuweisungen zu machen, ist hier sicherlich gefährlich", sagt sie.

Mit einem neuen Projekt möchte die EURAC nun den Ursachen für das schlechte Abschneiden der italienischsprachigen Südtiroler bei den Sprachtests auf den Grund gehen.


Gemeinsam mit der Universität Trient startet das EURAC-Institut für Fachkommunikation und Mehrsprachigkeit in diesen Tagen die Studie KOLIPSI. Ziel ist es, den Zusammenhang zwischen sprachlicher Leistung und außersprachlichen Einflüssen aufzudecken. "In dem neuen Projekt analysieren Linguisten, Psychologen, Soziologen und Pädagogen gemeinsam die Zweitsprachkompetenzen der Südtiroler Schüler der Sekundarstufe II", umreißt Andrea Abel den Inhalt der Studie. "Wir möchten aber nicht nur die sprachlichen Fähigkeiten der jungen Leute testen, sondern besonders soziolinguistische, soziokulturelle und psychologische Faktoren aufdecken, die das Sprachenlernen beeinflussen." Das Spektrum solcher Faktoren ist breit gefächert: Das geht vom Wohnort über die Wahrnehmung der Beziehungen zwischen den Sprachgruppen bis hin zur Rolle von Schule, Eltern und Freunden.

Getestet werden in der Studie neben den Deutschkenntnissen der italienischsprachigen Schüler auch die Italienischkenntnisse ihrer deutschsprachigen Altersgenossen. Außerdem soll die Rolle des Dialekts beleuchtet werden. "Die Ergebnisse einer solchen Studie können ein wertvolles Instrument für eine zukunftsgerichtete, innovative Sprachenpolitik der Provinz Bozen sein", zeigt sich Andrea Abel zuversichtlich. Das Projekt ist auf drei Jahre angesetzt, Zwischenergebnisse sollen jährlich bekannt gegeben werden.

Julia Reichert | idw
Weitere Informationen:
http://www.eurac.edu
http://www.eurac.edu/Org/LanguageLaw/Multilingualism/Projects/kolipsi_de

Weitere Berichte zu: Deutschkenntniss Deutschkenntnisse Mehrsprachigkeit

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Diabetesmedikament könnte die Heilung von Knochenbrüchen verbessern
17.03.2017 | Deutsches Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke

nachricht Soziale Phobie: Hinweise auf genetische Ursache
10.03.2017 | Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Förderung des Instituts für Lasertechnik und Messtechnik in Ulm mit rund 1,63 Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise

TU-Bauingenieure koordinieren EU-Projekt zu Recycling-Beton von über sieben Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise