Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Malaria: Bereits geringe Temperaturveränderungen entscheidend

21.03.2006


Moskitos profitieren bereits von einem Temperaturanstieg um 0,5 Grad



Sogar geringe Veränderungen der Temperatur können zur Verbreitung von Malaria im Bergland von Ostafrika führen. Zu diesem Ergebnis ist eine neue Studie der University of Michigan gekommen, die damit in direktem Gegensatz zu früheren Untersuchungen steht. Sie geht davon aus, dass der Bestand an Malaria verursachenden Moskitos bereits durch eine geringe Temperaturerhöhung deutlich ansteigen kann.



Das mathematische Modell ergibt zum Beispiel, dass eine Erhöhung der lokalen Temperatur um drei Prozent innerhalb eines Jahres zu einer um 30 bis 40 Prozent erhöhten Menge an Moskitos führt. Experten erwähnen besonders, dass die aktuelle Studie Temperaturdaten von fünf zusätzlichen Jahren berücksichtigt, die in früheren Studien nicht einbezogen wurden. Die Ergebnisse der Studie wurden in den Proceedings of the National Academy of Sciences veröffentlicht.

Bis zu 2,7 Millionen Menschen sterben jährlich an Malaria. Beim Großteil handelt es sich um Kinder aus Afrika. Da höher gelegene Regionen kühler sind, ist es für die Moskitos dort schwerer sich zu vermehren und die Krankheit zu übertragen. Laut der Ökologin Mercedes Pascual treten die Moskitos daher im Bergland typischerweise selten auf. Trotzdem sei es zu einem Ansteigen der Erkrankungen in diesen Regionen gekommen. So kam es zum Beispiel in Kericho, im Westen von Kenia, zu einer Erhöhung der Anzahl schwerer Erkrankungen von 16 Fällen pro 1.000 Menschen im Jahr 1986 auf 120 Menschen im Jahr 1998.

Eine Kombination von modifizierten Algorythmen und die zusätzlichen Daten ermöglichten dem Team jetzt einen neue Sicht darauf, wie das Klima die Anzahl der Malariaerkrankungen beeinflussen kann. Ihre Arbeit beruht teilweise auch auf Daten aus Laborexperimenten, die untersuchten, wie Moskitos auf verschiedene Temperaturen reagieren. Die Wissenschafter belegten in den Bergregionen einen Trend zur Erwärmung um rund 0,5 Grad seit dem Jahr 1970. Sie berechneten, dass sogar diese Veränderung eine deutliche Auswirkung auf die Anzahl der Moskitos gehabt haben könnte.

Damit sei laut Pascual jedoch nicht bewiesen, dass die Temperaturveränderung hauptsächlich oder alleine verantwortlich sei. Andere Faktoren wie die Veränderungen in der Landnutzung und die zunehmende Resistenz gegen Malariamedikamente spielten ebenfalls eine Rolle. In einem nächsten Schritt wollen die Wissenschafter laut New Scientist ihr mathematisches Modell mit den Daten über die Malariaerkrankungen in Afrika der letzten 50 Jahre in Beziehung setzen.

Michaela Monschein | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.umich.edu
http://www.pnas.org

Weitere Berichte zu: Malaria Moskito Temperaturveränderung

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Klimawandel: ungeahnte Rolle der Bodenerosion
11.04.2017 | Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

nachricht Europaweite Studie zu „Smart Engineering“
30.03.2017 | IPH - Institut für Integrierte Produktion Hannover gGmbH

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: TU Chemnitz präsentiert weltweit einzigartige Pilotanlage für nachhaltigen Leichtbau

Wickelprinzip umgekehrt: Orbitalwickeltechnologie soll neue Maßstäbe in der großserientauglichen Fertigung komplexer Strukturbauteile setzen

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Bundesexzellenzclusters „Technologiefusion für multifunktionale Leichtbaustrukturen" (MERGE) und des Instituts für...

Im Focus: Smart Wireless Solutions: EU-Großprojekt „DEWI“ liefert Innovationen für eine drahtlose Zukunft

58 europäische Industrie- und Forschungspartner aus 11 Ländern forschten unter der Leitung des VIRTUAL VEHICLE drei Jahre lang, um Europas führende Position im Bereich Embedded Systems und dem Internet of Things zu stärken. Die Ergebnisse von DEWI (Dependable Embedded Wireless Infrastructure) wurden heute in Graz präsentiert. Zu sehen war eine Fülle verschiedenster Anwendungen drahtloser Sensornetzwerke und drahtloser Kommunikation – von einer Forschungsrakete über Demonstratoren zur Gebäude-, Fahrzeug- oder Eisenbahntechnik bis hin zu einem voll vernetzten LKW.

Was vor wenigen Jahren noch nach Science-Fiction geklungen hätte, ist in seinem Ansatz bereits Wirklichkeit und wird in Zukunft selbstverständlicher Teil...

Im Focus: Weltweit einzigartiger Windkanal im Leipziger Wolkenlabor hat Betrieb aufgenommen

Am Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (TROPOS) ist am Dienstag eine weltweit einzigartige Anlage in Betrieb genommen worden, mit der die Einflüsse von Turbulenzen auf Wolkenprozesse unter präzise einstellbaren Versuchsbedingungen untersucht werden können. Der neue Windkanal ist Teil des Leipziger Wolkenlabors, in dem seit 2006 verschiedenste Wolkenprozesse simuliert werden. Unter Laborbedingungen wurden z.B. das Entstehen und Gefrieren von Wolken nachgestellt. Wie stark Luftverwirbelungen diese Prozesse beeinflussen, konnte bisher noch nicht untersucht werden. Deshalb entstand in den letzten Jahren eine ergänzende Anlage für rund eine Million Euro.

Die von dieser Anlage zu erwarteten neuen Erkenntnisse sind wichtig für das Verständnis von Wetter und Klima, wie etwa die Bildung von Niederschlag und die...

Im Focus: Nanoskopie auf dem Chip: Mikroskopie in HD-Qualität

Neue Erfindung der Universitäten Bielefeld und Tromsø (Norwegen)

Physiker der Universität Bielefeld und der norwegischen Universität Tromsø haben einen Chip entwickelt, der super-auflösende Lichtmikroskopie, auch...

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Internationaler Tag der Immunologie - 29. April 2017

28.04.2017 | Veranstaltungen

Kampf gegen multiresistente Tuberkulose – InfectoGnostics trifft MYCO-NET²-Partner in Peru

28.04.2017 | Veranstaltungen

123. Internistenkongress: Traumata, Sprachbarrieren, Infektionen und Bürokratie – Herausforderungen

27.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Über zwei Millionen für bessere Bordnetze

28.04.2017 | Förderungen Preise

Symbiose-Bakterien: Vom blinden Passagier zum Leibwächter des Wollkäfers

28.04.2017 | Biowissenschaften Chemie

Wie Pflanzen ihre Zucker leitenden Gewebe bilden

28.04.2017 | Biowissenschaften Chemie