Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Sportmediziner: Training darf anstrengend sein

23.02.2006


"Machen Sie ruhig langsam." "Bloß nicht zu hoch belasten, damit Sie nicht zu sehr aus der Puste kommen".... - Solche Ratschläge mögen so manchem zwar angenehm sein; beim körperlich gesunden Sportler ist für einen optimalen Trainingseffekt die ruhige Art jedoch nicht zwangsläufig die beste. Selbst ein so genanntes "Fettstoffwechseltraining" sollte nicht unbedingt ausschließlich mit niedrigen Belastungen erfolgen. Dies haben Saarbrücker Sportmediziner jetzt anhand mehrerer Studien belegt.



"Will man optimal die Ausdauer trainieren, den Fettstoffwechsel bestmöglich aktivieren und das Gewicht reduzieren, so darf Training durchaus anstrengend sein", erklärt Privatdozent Dr. Tim Meyer. Der Wissenschaftler lehrt und forscht am Institut für Sport- und Präventivmedizin der Saar-Universität, das von Prof. Wilfried Kindermann geleitet wird. Als dessen Nachfolger betreut Dr. Meyer seit 2002 als Mannschaftsarzt die deutsche Fußball-Nationalelf - auch bei der diesjährigen Fußballweltmeisterschaft.



"Am effektivsten ist es, knapp unter der Dauerleistungsgrenze zu trainieren. Das betont ruhige Training ist für den an Herz und Kreislauf gesunden Sportler nicht das Training der Wahl", betont Dr. Meyer.

In drei verschiedenen Studien, die insgesamt über einen Zeitraum von zwei Jahren liefen, untersuchten der Sportmediziner und seine Arbeitsgruppe niedrigintensives Training, das gern als "den Fettstoffwechsel fördernd" propagiert wird: In Studie eins wurde bei Probanden, die je eine Stunde auf dem Fahrrad trainierten, untersucht, bei welcher Intensität am meisten Fett verbrannt wird. In Studie zwei wurde bei einem 8-Kilometer-Lauftraining der Kalorienverbrauch unterschiedlicher, aber realistischer Trainingsgeschwindigkeiten gemessen. Studie drei untersuchte über drei Monate die unterschiedlichen Ausdauerzuwächse bei fünfmaligem Training in der Woche. Verglichen wurden zwei Trainingsprogramme mit identischem Kalorienverbrauch: eines bei mittlerer, ein anderes bei betont niedriger Intensität.

Insgesamt ließ sich kein eindeutiger Vorteil der niedrigen Intensitäten erkennen. Im Gegenteil: "Die niedrigsten Trainingsintensitäten ergaben sogar etwas geringere Trainingseffekte", so Dr. Meyer zum Ergebnis. Zum Einsatz kamen neben Messungen der Herzfrequenz und der Laktat-Konzentration (Salz der Milchsäure) im Blut auch Atemgasmessungen, bei denen Sauerstoffaufnahme und Kohlendioxidabgabe überprüft werden.

Selbst kontrollieren können Sportler ihre Beanspruchung im Training am einfachsten über den Puls. Dr. Meyer empfiehlt für Personen über 40 Jahre oder bei bekannten Vorerkrankungen zunächst einen Gesundheitscheck beim Arzt: "Bei ambitionierten Sportlern kann und bei Risikopatienten muss ein Fitnesstest in Form eines Belastungs-EKGs die angemessene Trainingsherzfrequenz ermitteln. Das effektivste Training liegt beim gesunden Sportler ohne Herz-Kreislauf-Erkrankungen im Durchschnitt bei etwa 80 bis 85 Prozent der maximalen Herzfrequenz, die sich per Faustformel mit 220 (Laufen) bzw. 200 (Radfahren) minus Lebensalter abschätzen lässt."

Zu den Forschungsgebieten von Dr. Tim Meyer zählen neben Trainingsstudien die internistisch-leistungsphysiologische Sportmedizin (bes. Gasaustauschmessungen), sportmedizinische Aspekte des Fußballs sowie Sport in der Therapie von Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems.

Pressekontakt:
PD Dr. Tim Meyer
Telefon: 49-681-302-3750
E-Mail: tim.meyer@mx.uni-saarland.de

Claudia Ehrlich | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-saarland.de

Weitere Berichte zu: Fettstoffwechsel Herzfrequenz Sportmediziner Trainingseffekt

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Bedeutung von Biodiversität in Wäldern könnte mit Klimawandel zunehmen
17.11.2017 | Deutsches Zentrum für integrative Biodiversitätsforschung (iDiv) Halle-Jena-Leipzig

nachricht Medizinische Innovationen für Afrika
02.11.2017 | Karlsruher Institut für Technologie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Ultrakalte chemische Prozesse: Physikern gelingt beispiellose Vermessung auf Quantenniveau

Wissenschaftler um den Ulmer Physikprofessor Johannes Hecker Denschlag haben chemische Prozesse mit einer beispiellosen Auflösung auf Quantenniveau vermessen. Bei ihrer wissenschaftlichen Arbeit kombinierten die Forscher Theorie und Experiment und können so erstmals die Produktzustandsverteilung über alle Quantenzustände hinweg - unmittelbar nach der Molekülbildung - nachvollziehen. Die Forscher haben ihre Erkenntnisse in der renommierten Fachzeitschrift "Science" publiziert. Durch die Ergebnisse wird ein tieferes Verständnis zunehmend komplexer chemischer Reaktionen möglich, das zukünftig genutzt werden kann, um Reaktionsprozesse auf Quantenniveau zu steuern.

Einer deutsch-amerikanischen Forschergruppe ist es gelungen, chemische Prozesse mit einer nie dagewesenen Auflösung auf Quantenniveau zu vermessen. Dadurch...

Im Focus: Leoniden 2017: Sternschnuppen im Anflug?

Gemeinsame Pressemitteilung der Vereinigung der Sternfreunde und des Hauses der Astronomie in Heidelberg

Die Sternschnuppen der Leoniden sind in diesem Jahr gut zu beobachten, da kein Mondlicht stört. Experten sagen für die Nächte vom 16. auf den 17. und vom 17....

Im Focus: «Kosmische Schlange» lässt die Struktur von fernen Galaxien erkennen

Die Entstehung von Sternen in fernen Galaxien ist noch weitgehend unerforscht. Astronomen der Universität Genf konnten nun erstmals ein sechs Milliarden Lichtjahre entferntes Sternensystem genauer beobachten – und damit frühere Simulationen der Universität Zürich stützen. Ein spezieller Effekt ermöglicht mehrfach reflektierte Bilder, die sich wie eine Schlange durch den Kosmos ziehen.

Heute wissen Astronomen ziemlich genau, wie sich Sterne in der jüngsten kosmischen Vergangenheit gebildet haben. Aber gelten diese Gesetzmässigkeiten auch für...

Im Focus: A “cosmic snake” reveals the structure of remote galaxies

The formation of stars in distant galaxies is still largely unexplored. For the first time, astron-omers at the University of Geneva have now been able to closely observe a star system six billion light-years away. In doing so, they are confirming earlier simulations made by the University of Zurich. One special effect is made possible by the multiple reflections of images that run through the cosmos like a snake.

Today, astronomers have a pretty accurate idea of how stars were formed in the recent cosmic past. But do these laws also apply to older galaxies? For around a...

Im Focus: Pflanzenvielfalt von Wäldern aus der Luft abbilden

Produktivität und Stabilität von Waldökosystemen hängen stark von der funktionalen Vielfalt der Pflanzengemeinschaften ab. UZH-Forschenden gelang es, die Pflanzenvielfalt von Wäldern durch Fernerkundung mit Flugzeugen in verschiedenen Massstäben zu messen und zu kartieren – von einzelnen Bäumen bis hin zu ganzen Artengemeinschaften. Die neue Methode ebnet den Weg, um zukünftig die globale Pflanzendiversität aus der Luft und aus dem All zu überwachen.

Ökologische Studien zeigen, dass die Pflanzenvielfalt zentral ist für das Funktionieren von Ökosys-temen. Wälder mit einer höheren funktionalen Vielfalt –...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Technologievorsprung durch Textiltechnik

17.11.2017 | Veranstaltungen

Roboter für ein gesundes Altern: „European Robotics Week 2017“ an der Frankfurt UAS

17.11.2017 | Veranstaltungen

Börse für Zukunftstechnologien – Leichtbautag Stade bringt Unternehmen branchenübergreifend zusammen

17.11.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Technologievorsprung durch Textiltechnik

17.11.2017 | Veranstaltungsnachrichten

IHP präsentiert sich auf der productronica 2017

17.11.2017 | Messenachrichten

Roboter schafft den Salto rückwärts

17.11.2017 | Innovative Produkte