Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Medikament verringert Schädigung durch fetales Alkoholsyndrom

21.02.2006


Wirksamkeit von Nicotinamid bei Mäusen nachgewiesen



Das Medikament Nicotinamid könnte in der Lage sein, die Schädigungen bei Kindern zu verringern, deren Mütter während der Schwangerschaft viel Alkohol getrunken haben. Zu diesem Ergebnis ist eine Studie der Cornell University gekommen. Das so genannte fetale Alkoholsyndrom (FAS) wird mit Problemen wie abnormem Wachstum und einer Verzögerung der geistigen Entwicklung in Zusammenhang gebracht. Derzeit gibt es keinen erfolgreichen Behandlungsansatz. FAS ist in der westlichen Welt die am meisten verbreitete Ursache für eine nicht genetisch bedingte geistige Zurückgebliebenheit. Die Ergebnisse der Studie wurden in der Public Library of Science Medicine http://medicine.plosjournals.org/perlserv/?request=get-document&doi=10%2E1371%2Fjournal%2Epmed%2E0030101 veröffentlicht.



Die Wissenschafter wiesen nach, dass das Medikament Nicotinamid, das auch für die Behandlung von Autoimmunerkrankungen eingesetzt wird, half Mäuse gegen FAS zu schützen. Das Team injizierte Mäusen kurz nach der Geburt eine Alkoholmenge, die in etwa jener entsprach, der ein menschlicher Fötus durch exzessives Trinken der Mutter ausgesetzt wäre. Diese Dosis war ausreichend, um das Absterben der Zellen in den Gehirnen der Tiere zu verursachen. Nachdem die Mäuse das Erwachsenenalter erreicht hatten, kam es zu Verhaltensauffälligkeiten. Wurde zwei Stunden nach dem Alkohol eine Dosis Nicotinamid verabreicht, war die Anzahl der abgestorbenen Zellen nicht größer als bei der normalen Gehirnentwicklung. Zusätzlich kam es zu keinen Verhaltensabweichungen.

Die Wissenschafter betonen, dass sich ihre Forschungen noch in einem frühen Stadium befinden. Es bedeute laut BBC noch viel Arbeit zu ermitteln, ob dieser Behandlungsansatz auch beim Menschen funktioniert. Man solle sich in jedem Fall weiter darauf konzentrieren, Frauen vom Alkoholgenuss während der Schwangerschaft abzuraten. Eine Schädigung der betroffenen Kinder könnte jedoch durch die Einnahme des Medikaments kurz nach dem Konsum von Alkohol verhindert werden. FAS wird dadurch verursacht, dass der Alkohol die Bildung und das Überleben von Nervenzellen in dem sich entwickelnden Gehirn stört. Besonders betroffen sind die letzten drei Monate der Schwangerschaft und die ersten Jahre nach der Geburt, wenn das Gehirn besonders stark in Entwicklung begriffen ist.

Michaela Monschein | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.cornell.edu

Weitere Berichte zu: Alkoholsyndrom FAS Medikament Nicotinamid Schwangerschaft

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Wiederverwendung von IT- und Kommunikationsgeräten schont Klima und Ressourcen
23.02.2017 | Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT

nachricht Klimawandel verstärkt Selenmangel
21.02.2017 | Eidgenössische Technische Hochschule Zürich (ETH Zürich)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: „Vernetzte Autonome Systeme“ von acatech und DFKI auf der CeBIT

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Kooperation mit der Deutschen Messe AG vernetzte Autonome Systeme. In Halle 12 am Stand B 63 erwarten die Besucherinnen und Besucher unter anderem Roboter, die Hand in Hand mit Menschen zusammenarbeiten oder die selbstständig gefährliche Umgebungen erkunden.

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für...

Im Focus: Kühler Zwerg und die sieben Planeten

Erdgroße Planeten mit gemäßigtem Klima in System mit ungewöhnlich vielen Planeten entdeckt

In einer Entfernung von nur 40 Lichtjahren haben Astronomen ein System aus sieben erdgroßen Planeten entdeckt. Alle Planeten wurden unter Verwendung von boden-...

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Im Focus: HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt sich bewerten, wie verkehrspolitische Maßnahmen langfristig auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt wirken. HIGH-TOOL ist ein frei zugängliches Modell mit Modulen für Demografie, Wirtschaft und Ressourcen, Fahrzeugbestand, Nachfrage im Personen- und Güterverkehr sowie Umwelt und Sicherheit. An dem nun erfolgreich abgeschlossenen EU-Projekt unter der Koordination des KIT waren acht Partner aus fünf Ländern beteiligt.

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt...

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Aufbruch: Forschungsmethoden in einer personalisierten Medizin

24.02.2017 | Veranstaltungen

Österreich erzeugt erstmals Erdgas aus Sonnen- und Windenergie

24.02.2017 | Veranstaltungen

Big Data Centrum Ostbayern-Südböhmen startet Veranstaltungsreihe

23.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fraunhofer HHI auf dem Mobile World Congress mit VR- und 5G-Technologien

24.02.2017 | Messenachrichten

MWC 2017: 5G-Hauptstadt Berlin

24.02.2017 | Messenachrichten

Auf der molekularen Streckbank

24.02.2017 | Biowissenschaften Chemie