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„WORLD OF EVENTS“ – Kreative Marktstrategien

20.02.2006


Die Zukunft der Event-Kommunikation



120 Teilnehmer hörten auf dem diesjährigen Fachkongress zur „WORLD OF EVENTS“ unter dem Motto „Kreative Marktstrategien“ worauf sich die Branche in den nächsten Jahren einstellen muss, damit Veranstaltungen ein voller Erfolg werden.



Neue Studie zur Marktsituation

Professor Ulrich Wünsch, Head of Event Management an der Internationalen Fachhochschule Bad Honnef und Eigner von melametrix – consulting, creating, coaching, stellte die Ergebnisse seiner Studie zur Eventbranche in Deutschland 2005 vor. 1500 Experten aus der Veranstaltungsbranche beantworteten für die Erhebung vor allem Fragen zum Status quo sowie den zu erwartenden Entwicklungen im Markt.

Trotz der zunehmend positiven Wirtschafts- und Konjunkturprognosen sei überraschenderweise nur knapp die Hälfte der Befragten der Meinung, dass sich die Marktlage für Events verbessere. So bringe zwar beispielsweise die Fußball-Weltmeisterschaft eine Sonderkonjunktur, jedoch blieben die Befragten skeptisch, ob sich das Event nachhaltig auf die Situation der Gesamtbranche auswirke.

Auch die Eventbranche muss sich mit Themen wie Kostensenkung, Budgetkontrolle und Einsparungen auseinander setzen. 75 Prozent der Event-Experten gaben an, dass der Kostendruck stetig gewachsen sei. Nicht verwunderlich ist daher, dass 78 Prozent der Befragten bereits eine genaue Budgetkontrolle etabliert haben. Darüber hinaus sahen 87 Prozent Einsparpotenziale durch interne und externe Kooperationen, womit sich beispielsweise Dopplereffekte vermeiden ließen. Besonders hinsichtlich der ökonomischen Effizienz von Events befürwortete Prof. Wünsch die Einführung dieser und weiterer Controlling-Maßnahmen. „Controlling ist menschlich, Kontrolle ist deutsch“, konstatierte Wünsch. „Es geht hier nicht um oftmals gefürchtete Kontrolle, sondern um die Steuerung von Projekten und Prozessen und vor allem um die aus dem Controlling resultierende Lerneffekte“, so der Marketing-Experte abschließend (vollständige Studie unter: www.melametrix.de).

Megatrends – ein Blick in die Glaskugel

Der renommierte niederländische Trendforscher und Direktor der Dexter GmbH, Adjiedj Bakas, stellte auf dem Fachkongress globale und europäische Megatrends vor. Zudem zeigte er Lösungsansätze für ein erfolgreiches Marketing vor dem Hintergrund der zu erwartenden politischen, wirtschaftlichen und sozialen Veränderungen.

Bakas erwartete eine neue ökonomische Weltordnung: die BRIC-Staaten, Japan sowie die USA bilden die Spitze der sogenannten „Economic superpowers“. Dicht gefolgt von den „Tigers“, zu denen er Malaysia und Singapur rechnete. Deutschland sah der Trendwatcher als „sleeping country“, nicht zuletzt durch die stetig steigende Anzahl von Rentnern. Am eindrucksvollsten schilderte Bakas in diesem Zusammenhang die Auswirkungen auf Europa durch die sogenannten „Angry countries and tribes“. „Wir müssen uns mit der Bedrohung durch islamistische Terroristen abfinden. Das haben wir in den siebziger Jahren mit der RAF ja auch“, konstatierte Bakas nüchtern. Für das weitere Zusammentreffen von Islam und Christentum in Europa gab Bakas ebenfalls eine düstere Prognose ab: „Nehmen wir das Beispiel des ermordeten niederländischen Filmemachers Theo van Gogh. Niemand wird sich in den Niederlanden je wieder trauen, einen islam-kritischen Film zu machen. Damit haben die ihr Ziel erreicht. Darüber hinaus werden wir in einigen Städten und Regionen eine „Belfastization“ erleben. Damit müssen wir halt leben!“

„Die dauerhafte, aber auch die temporäre Migration zwischen Kontinenten, Religionen und ethnischen Gruppen wird zunehmen. Es werden zahlreiche Subkulturen entstehen, die ein sehr viel stärkeres Zugehörigkeitsgefühl generieren als Ländergrenzen.“ Besonders vor dem Hintergrund steigender religiöser und regionaler Zugehörigkeitsgefühle verlören Staaten und Staatsgrenzen immer weiter an Bedeutung. Dies zeige sich beispielsweise am Verhalten deutscher Emigranten in Brasilien. Die deutsche Kultur und deren Traditionen würden dort sehr viel stärker gepflegt als in Deutschland selbst. Das Gleiche können wir überall auf der Welt beobachten. Dass religiöse Zugehörigkeiten Menschen stärker verbinden als Staatsangehörigkeiten, zeigten die jüngsten Ereignisse wie beispielsweise der Karikaturen-Konflikt.

Bakas erklärte weiter, dass sich der Trend der „Asianisation“ weiter fortsetzen werde. Das habe zur Folge, dass besonders Chinas und Indiens wohlhabende Mittelschicht zukünftig verstärkt nach Europa und vor allem nach Deutschland reise werde: „Chinesische und indische Städte sind hässlich, laut und schmutzig. Die Asiaten kommen nach Deutschland, weil sie hier den Eindruck haben, in einem riesigen Disneyland zu sein. Und es werden noch mehr kommen. Übrigens hat die Fluggesellschaft KLM schon auf diese Entwicklung reagiert und setzt auf Asienflügen chinesisch sprechende Stewardessen ein.“

Auch der obligatorische Blick auf die demografischen Entwicklungen fehlte in Bakas Prognosen nicht. Der Trendwatcher ging vor allem auf die Entwicklungen des Arbeitsmarkts ein. Das Fehlen jüngerer Arbeitskräfte durch die sinkenden Geburtenraten (außer in der Türkei) bedeute für die Unternehmen, dass junge Arbeitnehmer wesentlich teuer einzukaufen sein werden als ältere. Aus eigener Erfahrung berichtete der Geschäftsführer, dass sich die jungen Arbeitnehmer sich ihres Wertes durchaus bewusst wären und mit horrenden Vorstellungen zu Vorstellungsgesprächen erschienen.

Zum Abschluss warnte Bakas mit einem Gleichnis davor, die vorgestellten Trends zu verschlafen: „Die Rehmutter sagt ihrem Kitz von Geburt an: Wenn Du überleben willst, dann renn so schnell du kannst. Die Tigermutter sagt ihrem Jungen von Geburt an: Wenn Du fressen willst, dann renn so schnell du kannst. Es ist gleich, ob man Tiger oder Reh ist in dieser Welt. Man muss nur schneller laufen als die anderen.“ Dies gelte besonders für die Marketingbranche.

Ein außergewöhnliches Event

Als ein sehr eindrucksvollen Event stellten Oliver Schlossarek ( Stageco Deutschland GmbH), Joachim E. Thomas (BilfingerBerger/HSG) und Hermann-Josef Johanns ( Weltjugendtag gGmbH) das Mega-Event „10. Weltjugendtag in Köln“ vor.

Johanns berichtete über die Voraussetzungen und Anforderungen, die die katholische Kirche an das Event stellte: „Es sollte ein Gesamtkonzept entstehen, dass religiöse und biblische Merkmale trägt und gleichzeitig zielgruppengerecht umgesetzt wird.“

Joachim E. Thomas beeindruckte die Teilnehmer des Kongress mit einer Reihe imposanter Fakten über die baulichen Herausforderungen auf dem Marienfeld bei Köln. Auf den 270 Hektar Veranstaltungsfläche wurden 55 Kilometer temporäre Wege gebaut, 30 Kilometer Wasserleitungen gezogen und 123 Kilometer Starkstromkabel verlegt. Während der Veranstaltung sorgten 4000 Sicherheitskräfte und 1000 Sanitäter für Sicherheit und Gesundheit der 1,1 Millionen Pilger, 9630 Priester 8263, Journalisten und selbstverständlich für Papst Benedikt XVI.

Eines der zentralen Gewerke war die Errichtung des Altarhügels, denn hier wurde ein weiteres Highlight der Veranstaltung installiert: die Bühnendachkonstruktion über dem Altar, genannt „Wolke“. Die Wolke war eine transluzente Membrankonstruktion, die entfernt an einen Zeppelin erinnerte. Sie überspannte in 10 Metern Höhe den Altarhügel. „Eine der zentralen Fragen war, wie wir bei einer Stahlkonstruktion von 60 Tonnen den Eindruck des Schwebens herstellen und zudem die Wolke von Innen zum Leuchten bringen“, so Oliver Schlossarek. Nachdem er die technische und logistische Leistungen vorgestellt hatte, riet der Event-Experte den Teilnehmer eindringlich dazu, bei solch großen Veranstaltungen von Anfang an mit einem zuverlässigen und erfahrenen Partner zusammen zu arbeiten, um Zeit, Geld und Nerven zu sparen.

Dass der Weltjugendtag organisatorisch und logistisch ein voller Erfolg war, konnten auch die weltweit 250 Millionen Fernsehzuschauer mitverfolgen.

Eine ungewöhnliche Strategie

Eine ungewöhnliche Marketingstrategie stellte Karl-Heinz Flick von der Steinzeug Abwassersysteme GmbH vor. Das Motto des gänzlich branchenfremden Events lautete „Ceramic meets Fashion – Abwassertechnik und Mode“ eine Modeschau, die mithilfe der Agentur Barten & Barten sowie in Zusammenarbeit mit der Modefachschule Sigamringen konzipiert wurde. „Wir wollten ein exklusives Event organisieren, dass vor allem auf unsere langjährigen Stammkunden zugeschnitten war. Hier ging es nicht um Absatzsteigerungen, sondern um den Beweis, dass wir Tradition mit modernem Lifestyle verbinden, also eine Imagekampagne“, sagte der Geschäftsführer des Fachverbands Steinzeug. Der Vortrag zeigte den Kongressteilnehmern, dass außergewöhnliche Wege in der Marketingstrategie nicht nur denk- und gangbar, sondern auch erfolgreich umzusetzen sind.

Die Kraft der Bilder

Der Redebeitrag von Karl-Heinz Flick wurde durch visuelle Protokolle begleitet. Dr. Marianne Stiefel und Reinhard Kuchenmüller zeichneten zeitgleich zu dem Vortrag Protokolle, die Sinn und Inhalt der Aussagen bildlich darstellten. Die Bilder wurden während des Vortrages per Visualizer, einer Art Over-head-Projektor, neben der Präsentation eingeblendet. „Visuelle Protokolle erleben derzeit einen Boom, sowohl als Visualisierer komplexer Themen als auch als Anstifter und Betreuer interaktiver Gruppenprozesse“, erläuterte Kuchenmüller.

Karlheinz Illner (sonar.brandandmusic), Prof. Dr. Jens Müller (ZDF Unternehmensplanung) sowie Ralph Herrmann (marbert Marion & Bettina Würth GmbH & Co. KG), Stefan Bartosch (De Boer GmbH) und Jan Pauen (Triad Berlin) zeigten praxisnah wie Sie durch Erlebniswelten einmalige Markenimages aufbauen. Über das Großereignis WM 2006 sprach Sevilay Der (Hyundai Motor Deutschland). Als Spezial-Gust des Fachkongress sprach Pop-Star Joey Kelly über seine Erfahrungen mit Event-Kommunikation.

Der 9. Fachkongress zur WORLD OF EVENTS 2007 wird am 17. und 18.01.2007 in Wiesbaden stattfinden.

Weitere Informationen:
Jacqueline Jagusch M.A. phil.
Pressereferentin
EUROFORUM Deutschland GmbH
Prinzenallee 3
40549 Düsseldorf
Telefon: +49 (0) 211/ 9686-3381
Telefax: +49 (0) 211/ 9686-4381
Mailto:jacqueline.jagusch@euroforum.com

EUROFORUM Deutschland GmbH

EUROFORUM Deutschland GmbH, gegründet 1990, ist eines der führenden Unternehmen für Konferenzen, Seminare, Jahrestagungen und schriftliche Management-Lehrgänge. Seit 1993 ist EUROFORUM Deutschland GmbH Exklusiv-Partner für Handelsblatt-Veranstaltungen, seit 2003 ebenfalls Kooperationspartner für Konferenzen der WirtschaftsWoche. 2005 haben 956 Veranstaltungen in über 30 Themengebieten stattgefunden. Rund 40 500 Teilnehmer besuchten im vergangenen Jahr unsere Veranstaltungen. Der Umsatz lag 2005 bei circa 55 Millionen Euro.

Dr. phil. Nadja Thomas | EUROFORUM Deutschland GmbH
Weitere Informationen:
http://www.euroforum.de

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