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Führungsdefizite bei Krankenhausärzten / Anforderungen an leitende Mitarbeiter im Krankenhaus der Zukunft

18.10.2001


55 Prozent der Chefärzte sind in den Augen ihrer Mitarbeiter keine guten Führungskräfte. Nicht ganz so schlecht wie die Chefärzte kommen die Verwaltungschefs der Kliniken davon: 43 Prozent fallen bei den Mitarbeitern als Führungskräfte durch. Die Zahlen sind Ergebnisse einer Studie des Centrums für Krankenhaus-Management (CKM) in Münster, das von der Bertelsmann Stiftung getragen wird. Über 3.000 Mitarbeiter in Krankenhäusern und Reha-Kliniken in ganz Deutschland wurden gefragt, wie es um die Führungsfähigkeit von Ärzten, Pflegekräften und Betriebswirten bestellt ist.


83 Prozent der Mitarbeiter sind der Ansicht, dass die Führungskräfte viel zu wenig über die täglichen organisatorischen Hemmnisse sowie über zwischenmenschliche Probleme bei der Zusammenarbeit wissen. Dadurch würde es oft zu Fehlentscheidungen kommen, die an sich vermeidbar gewesen wären. 63 Prozent der Befragten bemängeln, dass insbesondere die Chefärzte Besprechungen schlecht leiten. Die Sitzungen seien oft langwierig und würden ohne greifbare Ergebnisse enden.

Für Prof. Wilfried von Eiff vom CKM steht fest: "Führung ist der zentrale Erfolgsfaktor in jedem Unternehmen, egal ob in der Autoindustrie, im Einzelhandel oder im Krankenhaus." Seiner Ansicht nach müssen sich Krankenhäuser dringend um Fortbildungen ihres Führungspersonals in Kommunikation, Moderation und Problemlösungsfähigkeit bemühen. Auf die Dauer mache sich dies sicher bezahlt.


Nach der Umfrage ist kein bestimmtes Einzelmerkmal Indikator für eine dauerhaft erfolgreiche Führungskraft - vielmehr macht ein gesamtes Bündel von Eigenschaften den Führungserfolg aus. 53 Prozent der befragten Mitarbeiter geben die Fachqualifikation als besonders wichtiges Kriterium an. Gemeint ist damit, dass eine auf Dauer akzeptierte Führungskraft mindestens in einem Teilgebiet des ihr unterstellten Verantwortungsbereichs die fachlich beste Kraft der Abteilung sein sollte. Gleichzeitig sollte sie aber auch die Größe besitzen, andere Mitarbeiter zu fördern. Als Ideal wird angesehen, wenn sich die Fachqualitäten von Chef und Mitarbeitern ergänzen. Fast genauso wichtig erachten die Befragten Kommunikations- und Entscheidungsfähigkeit der Führungskräfte, gefolgt von Kooperations- und Coachfähigkeit.

ots Originaltext: Bertelsmann Stiftung
Im Internet recherchierbar: http://www.presseportal.de

Rückfragen an:
Prof. Wilfried von Eiff,
CKM,
Telefon: 0 251 / 83 31-440

| ots
Weitere Informationen:
http://www.krankenhaus-management.de

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