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Jedes zweite Industrieunternehmen weltweit beklagt Fachkräftemangel

23.01.2006


Genügend qualifizierte Fachkräfte zu finden ist für die verarbeitende Industrie weltweit zu einer großen Herausforderung geworden. Inzwischen ist das neben dem Kostenmanagement das Hauptproblem. Das hat eine internationale Umfrage im Auftrag von KPMG unter 232 Vorständen und Führungskräften des produzierenden Gewerbes ergeben. Dabei bezeichnet fast schon die Hälfte der Befragten (45 Prozent) den Mangel an Fachkräften als eine der wichtigsten Herausforderungen („main challenge“), 48 Prozent nennen die Kontrolle der Kosten. Die Folgen sind gravierend: Nur noch jedes vierte Unternehmen (26 Prozent) glaubt, seine Profitabilität in den kommenden drei Jahren durch mehr Innovationen steigern zu können.



Harald von Heynitz, Partner bei KPMG: „Der Mangel an qualifiziertem Personal in Westeuropa, Nordamerika und Japan wird zunehmend zum Problem. Denn für Indus-trieunternehmen sind kontinuierliche Innovationen unverzichtbar, um gegen die wachsende Konkurrenz in China oder Indien bestehen zu können. Sie müssen bei Investitionsentscheidungen auf Bereiche mit speziellem Know-how setzen, denn nur daraus resultierende Produkte erzielen margenstarke Preise. Auf diese Weise können die Unternehmen ihre Attraktivität als heimische Standorte für Maschinenbau und Elektrotechnik sichern. Schließlich verfügen China und Indien über eine große Zahl von Ingenieuren, deren Gehälter deutlich unter denen ihrer Kollegen in den westlichen Industrienationen liegen.“



Verfügbarkeit qualifizierter Arbeitskräfte auch ein wichtiger Standortfaktor

Wenn diese Herausforderungen nicht angegangen werden, wird sich nach Ansicht von KPMG der Verlust hochwertiger Fertigung in den führenden Industrienationen zugunsten der Schwellenländer noch beschleunigen. So gab jedes zweite Unternehmen an, dass bei der Entscheidung für einen Produktionsstandort die Verfügbarkeit qualifizierter Arbeitskräfte eine wichtige Rolle spielt. Zwei Drittel der Befragten nannten als wichtige Standortfaktoren außerdem die Arbeitskosten, 57 Prozent die Nähe zu Schlüsselmärkten und für die Hälfte der Befragten hat die logistische Infrastruktur eine wichtige Bedeutung.

Forschung und Entwicklung: Europa hinkt hinterher

Darüber hinaus hat die Umfrage wiederum bestätigt, dass Europa im Vergleich zu Amerika und Asien zu wenig in Forschung und Entwicklung investiert. Wie aus Statistiken der OECD hervorgeht, gilt dies für alle europäischen Staaten mit Ausnahme von Deutschland, Schweden und Dänemark. Denn auf die Frage, welche Faktoren am wichtigsten für eine Verbesserung der Ergebnissituation seien, nannten nur 26% der befragten Führungskräfte eine verbesserte Innovationskraft ihres Unternehmens.

Thomas Blees | KPMG
Weitere Informationen:
http://www.kpmg.de

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