Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Weniger Verkehr durch Online-Shopping?

18.01.2006


Umfrage startet



Immer mehr Menschen in Deutschland nutzen das Internet zum Einkaufen. Beim Weihnachtsgeschäft 2005 war der über das Internet erreichte Umsatz deutlich höher als im Vorjahr; und die Prognose des Hauptverbands des Deutschen Einzelhandels (HDE) für das Jahr 2006 ist mit einer Steigerung von 13 Prozent im Vergleich zum Vorjahr viel versprechend. Vom Buchhandel bis zum Versandhaus sind mittlerweile alle Branchen auf dem virtuellen Marktplatz vertreten und unterbreiten den Kunden zu Hause oder zunehmend auch mobil ein umfangreiches Warenangebot. Wenn zukünftig "halb Deutschland" online einkauft, welche Konsequenzen hat das für den Straßenverkehr - endlich freie Fahrt oder noch mehr Verkehr?



Surfen statt fahren

Die Wirkungen eines Online-Einkaufs sind einfach zu beschreiben: Wird ein Buch nicht mehr beim Händler im Ladengeschäft erworben, sondern beim Online-Anbieter im weltweiten Netz, so fällt die Fahrt des Kunden dorthin weg. Ähnlich sieht es aus, wenn es um die Information über Waren geht, deren Kauf in nächster Zeit ansteht: Anstatt mit dem Pkw von einem Geschäft ins nächste zu fahren, um das aktuelle Angebot zu sichten, technische Details zu vergleichen und nicht zuletzt das günstigste Angebot zu finden, kann bequem ohne Stau, Parkplatzsuche und Ärger über steigende Benzinpreise rund um die Uhr am Computer recherchiert werden.

Doch bei genauerem Hinsehen stehen der These von der Substitution von Verkehr durch Online-Information und Online-Shopping eine ganze Reihe von Faktoren und Verhaltensweisen entgegen: Durch die Informationsfülle im Internet finden sich beispielsweise "neue" und weiter entfernte Ladengeschäfte, die dann doch aufgesucht werden. Auch Rahmenbedingungen wie das Ladenschlussgesetz oder die Buchpreisbindung beeinflussen die Entscheidung des Kunden, real oder virtuell einzukaufen. Ausführlich mit der Theorie haben sich die Forscher des Virtuellen Instituts für Verkehrsanalysen (vi-va) beschäftigt, an dem auch Wissenschaftler der Uni Stuttgart beteiligt sind.

Online-Umfrage startet

Nun soll die Theorie in der Praxis überprüft werden: Mit einer Online-Umfrage zum Einkaufsverhalten der Endkunden versuchen die Wissenschaftler der vi-va-Forschergruppe aus Stuttgart und Hamburg ab sofort die Frage nach den Auswirkungen des Internet-Einkaufs auf den Personenverkehr zu beantworten: Führt On-line-Shopping tatsächlich zu weniger Verkehr? An der Umfrage auf www.vi-va.de können sich die Internet-Nutzer Deutschlands bis Ende Februar beteiligen. Als kleiner Dank werden unter allen Teilnehmern zehn MP3-USBSticks (512 MB Speicher) verlost.

vi-va

Das Virtuelle Institut für Verkehrsanalysen (vi-va) ist ein Zusammenschluss verschiedener Hochschuleinrichtungen, die gemeinsam an verkehrswissenschaftlichen Fragestellungen forschen. Zentrales Thema ist die Entwicklung und Umsetzung innovativer Konzepte und Methoden zur Erforschung der Wechselwirkungen zwischen Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) und Verkehr. Partner des von der Helmholtz-Gemeinschaft geförderten Virtuellen Instituts sind das Institut für Straßen- und Verkehrswesen der Universität Stuttgart (Lehrstuhl für Straßenplanung und Straßenbau), die Geographischen Institute der Universitäten Berlin und Würzburg, der Arbeitsbereich Technikbewertung und Technikgestaltung der Technischen Universität Hamburg-Harburg sowie das Institut für Verkehrsforschung des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR).

Weitere Informationen:
Dr.-Ing. Walter Vogt und Dipl.-Ing. Felix Schiffner, Institut für Straßen- und Ver-kehrswesen der Universität Stuttgart, Tel. 0711/685-6437, e-mail: schiffner@isv.uni-stuttgart.de

Ursula Zitzler | idw
Weitere Informationen:
http://www.vi-va.de
http://www.uni-stuttgart.de/uni-kurier/uk96/forschen/fs46.htm

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Studie zu sicherem Autofahren bis ins hohe Alter
19.06.2017 | Leibniz-Institut für Arbeitsforschung an der TU Dortmund

nachricht Welche Auswirkungen hat die Digitalisierung der Industrieproduktion auf Jobs und Umweltschutz?
16.05.2017 | Institute for Advanced Sustainability Studies e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hyperspektrale Bildgebung zur 100%-Inspektion von Oberflächen und Schichten

„Mehr sehen, als das Auge erlaubt“, das ist ein Anspruch, dem die Hyperspektrale Bildgebung (HSI) gerecht wird. Die neue Kameratechnologie ermöglicht, Licht nicht nur ortsaufgelöst, sondern simultan auch spektral aufgelöst aufzuzeichnen. Das bedeutet, dass zur Informationsgewinnung nicht nur herkömmlich drei spektrale Bänder (RGB), sondern bis zu eintausend genutzt werden.

Das Fraunhofer IWS Dresden entwickelt eine integrierte HSI-Lösung, die das Potenzial der HSI-Technologie in zuverlässige Hard- und Software überführt und für...

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Im Focus: Climate satellite: Tracking methane with robust laser technology

Heatwaves in the Arctic, longer periods of vegetation in Europe, severe floods in West Africa – starting in 2021, scientists want to explore the emissions of the greenhouse gas methane with the German-French satellite MERLIN. This is made possible by a new robust laser system of the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT in Aachen, which achieves unprecedented measurement accuracy.

Methane is primarily the result of the decomposition of organic matter. The gas has a 25 times greater warming potential than carbon dioxide, but is not as...

Im Focus: How protons move through a fuel cell

Hydrogen is regarded as the energy source of the future: It is produced with solar power and can be used to generate heat and electricity in fuel cells. Empa researchers have now succeeded in decoding the movement of hydrogen ions in crystals – a key step towards more efficient energy conversion in the hydrogen industry of tomorrow.

As charge carriers, electrons and ions play the leading role in electrochemical energy storage devices and converters such as batteries and fuel cells. Proton...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Future Security Conference 2017 in Nürnberg - Call for Papers bis 31. Juli

26.06.2017 | Veranstaltungen

Von Batterieforschung bis Optoelektronik

23.06.2017 | Veranstaltungen

10. HDT-Tagung: Elektrische Antriebstechnologie für Hybrid- und Elektrofahrzeuge

22.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

„Digital Mobility“– 48 Mio. Euro für die Entwicklung des digitalen Fahrzeuges

26.06.2017 | Förderungen Preise

Fahrerlose Transportfahrzeuge reagieren bald automatisch auf Störungen

26.06.2017 | Verkehr Logistik

Forscher sorgen mit ungewöhnlicher Studie über Edelgase international für Aufmerksamkeit

26.06.2017 | Physik Astronomie