Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Mangelernährung in europäischen Krankenhäusern

18.01.2006


Studie soll Hintergründe aufdecken



Eine Langzeitstudie analysiert ab Morgen, Donnerstag, europaweit die Ernährungssituation in Krankenhäusern. Das Projekt "NutritionDay in European Hospitals" befasst sich mit der Realität von Ernährung und Mangelernährung auf einzelnen Stationen. "Ziel ist es", so Internationaler Koordinator Michael Hiesmayr von der Medizinischen Universität Wien "präzise Informationen über das Auftreten von Mangelernährung in Zusammenhang mit Krankenhaus-Strukturen zu sammeln."



Dazu bekommen am morgigen Stichtag mehr als 400 Krankenhaus-Stationen in 26 europäischen Ländern und vier weiteren Staaten (USA, Mexiko, Brasilien, Indien) Fragebögen. Diese stehen den Stationen und den über 10.000 Patienten in 24 Sprachen zur Verfügung. "Jeder Bürger Europas kann sich in seiner Muttersprache ausdrücken", betont Hiesmayr im Gespräch mit pressetext. "So werden auch benachteiligte Gruppen gleich wie alle anderen behandelt." Der Gedanke, der dahinter stecke, sei, dem Patienten eine Stimme zu geben.

Untersuchungen haben bereits gezeigt, dass bis zu 40 Prozent der stationär aufgenommenen Patienten mangelhaft ernährt werden. "Das wirkt sich massiv auf den Heilungsverlauf aus", erklärt Hiesmayr. Dabei werde das Krankenhaus-Essen nur in weniger als 10 Prozent der Fälle als schlecht bewertet. Das Problem liege auch in den Strukturen, der Organisation des Stationsalltags. "Einige Patienten klagen über mangelnde Hilfe, andere leiden unter Übelkeit", führt der Experte aus. Doch auf den Punkt gebracht: Die Patienten essen insgesamt zu wenig.

Jetzt soll ein bewussterer Blick auf die Ernährungssituation helfen, diese Probleme in den Griff zu bekommen und Krankenhaus-Kosten zu senken. "Es ist ein qualitätssicherndes Projekt für einen europaweiten Vergleich", sagt Hiesmayr gegenüber pressetext. Die Ergebnisse würden ein Bewusstsein über Stärken und Schwächen der Stationen als Organisationseinheit schaffen. Nach dem Stichtag bekommt jede teilnehmende Einrichtung ihre persönliche Auswertung. Damit bestehe die Chance, etwas zu verbessern.

Im Laufe des dreijährigen Projekts werden zwei weitere "NutritionDays" im Abstand von einem Jahr durchgeführt. So können die jährlichen Ergebnisse der einzelnen Stationen verglichen werden. Mit der Langzeitstudie setzt das österreichische Forscher-Team eine politische Willenserklärung des Europarats von 2003 in die Praxis um. Denn das Ausmaß des Problems der Mangelernährung in Krankenhäusern wurde bereits 2001 erkannt. "Jetzt muss man Taten folgen lassen", hebt Hiesmayr hervor.

In ganz Österreich nehmen 82 Stationen an der Ernährungsstudie teil, 25 davon im Allgemeinen Krankenhaus Wien. Im Krankenhaus der Barmherzigen Brüder in St.Veit/Glan setzen die Mediziner bei der Ernährung schon länger auf neueste wissenschaftliche Erkenntnisse (pte berichtete: http://www.pressetext.de/pte.mc?pte=051017037 ). Zwei Monate nach der Umstellung des Speiseplans durch Ernährungteams waren bereits positive Auswirkungen sichtbar. Durch das Studienprojekt "NutritionDay" erhoffen sich die Wissenschaftler aussagekräftige Daten, um Konsequenzen daraus ziehen zu können.

Lisa Hartmann | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.meduniwien.ac.at

Weitere Berichte zu: Ernährungssituation Mangelernährung

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Wiederverwendung von IT- und Kommunikationsgeräten schont Klima und Ressourcen
23.02.2017 | Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT

nachricht Klimawandel verstärkt Selenmangel
21.02.2017 | Eidgenössische Technische Hochschule Zürich (ETH Zürich)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: „Vernetzte Autonome Systeme“ von acatech und DFKI auf der CeBIT

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Kooperation mit der Deutschen Messe AG vernetzte Autonome Systeme. In Halle 12 am Stand B 63 erwarten die Besucherinnen und Besucher unter anderem Roboter, die Hand in Hand mit Menschen zusammenarbeiten oder die selbstständig gefährliche Umgebungen erkunden.

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für...

Im Focus: Kühler Zwerg und die sieben Planeten

Erdgroße Planeten mit gemäßigtem Klima in System mit ungewöhnlich vielen Planeten entdeckt

In einer Entfernung von nur 40 Lichtjahren haben Astronomen ein System aus sieben erdgroßen Planeten entdeckt. Alle Planeten wurden unter Verwendung von boden-...

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Im Focus: HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt sich bewerten, wie verkehrspolitische Maßnahmen langfristig auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt wirken. HIGH-TOOL ist ein frei zugängliches Modell mit Modulen für Demografie, Wirtschaft und Ressourcen, Fahrzeugbestand, Nachfrage im Personen- und Güterverkehr sowie Umwelt und Sicherheit. An dem nun erfolgreich abgeschlossenen EU-Projekt unter der Koordination des KIT waren acht Partner aus fünf Ländern beteiligt.

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt...

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Aufbruch: Forschungsmethoden in einer personalisierten Medizin

24.02.2017 | Veranstaltungen

Österreich erzeugt erstmals Erdgas aus Sonnen- und Windenergie

24.02.2017 | Veranstaltungen

Big Data Centrum Ostbayern-Südböhmen startet Veranstaltungsreihe

23.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fraunhofer HHI auf dem Mobile World Congress mit VR- und 5G-Technologien

24.02.2017 | Messenachrichten

MWC 2017: 5G-Hauptstadt Berlin

24.02.2017 | Messenachrichten

Auf der molekularen Streckbank

24.02.2017 | Biowissenschaften Chemie