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Oranges Licht für den Versicherungsmarkt in der Ukraine?

16.01.2006


Die Versicherungsbranche in der Ukraine hat sich im Zuge der orangenen Revolution vor gut einem Jahr zu einem der interes-santesten Wachstumsmärkte für ausländische Investoren entwickelt. Der Anteil der Versicherungsgewinne am Bruttoinlandsprodukt 2004 erhöhte sich im Vergleich zum Vorjahr um 2,2 Prozent. Branchenweit verzeichneten die Versicherungssparten drei-stellige Zuwachsraten, angeführt von dem Prämienaufkommen der Haftpflichtversiche-rer mit einem Plus von 347 Prozent. Dabei hat sich die Summe der Prämienerlöse im vierten Quartal 2004 mehr als verdoppelt. Das ist das Ergebnis einer Studie über die Markteintrittschancen und Risiken in den ukrainischen Versicherungsmarkt, die PPI Consulting Group gemeinsam mit der Beratungsgesellschaft Inov Finance erstellt hat.


Trotz der Wachstumssprünge steckt die Versicherungswirtschaft in der Ukraine mit einem Gesamtvolumen von nur 2,9 Milliarden Euro noch in den Kinderschuhen. Nur wenige ausländische Investoren haben sich bisher im Land engagiert. Die Münchener Rück, Swiss Re und Zürich Versicherung schlossen beispielsweise eine Kooperation mit dem zweitgrößten ukrainischen Lebensversicherer, der AKB Garant. Denn die Gründung von Niederlassungen bleibt ausländischen Instituten nach den Bestimmun-gen zur Versicherungswirtschaft verwehrt. Das Regulierungsgesetz für das Versiche-rungswesen erlaubt neben Kooperationen ausschließlich Firmengründungen in der Ukraine nach den Vorschriften des nationalen Gesellschaftsrechts. Bisher haben etwa 40 ausländische Investoren Anteile an ukrainischen Versicherungshäusern erworben. Der Schwerpunkt des Engagements lag dabei bei den Lebensversicherungen. Dem Lebensversicherungsgeschäft werden große Wachstumschancen eingeräumt. Von insgesamt 387 Anbietern haben sich bisher nur 45 Häuser auf diese Sparte speziali-siert. "Es existiert kein adäquates Vertriebsnetz für Finanzdienstleistungen und Versi-cherungen. Daher erwarten wir, dass auch die Banken kurzfristig Versicherungsproduk-te in ihr Produktportfolio aufnehmen", so Maik Neubauer, Geschäftsführer der PPI Con-sulting Group. Branchenweit hinkt die Ukraine beim Prämienaufkommen im Vergleich zu anderen osteuropäischen Ländern noch immer weit hinterher. Im Nachbarland Un-garn lag der Prämiendurchschnitt pro Einwohner 2004 bei rund 180 Euro. In der Ukrai-ne mit gut 60 Euro um zwei Drittel niedriger. Die Kehrseite dieser Schwäche ist ein ent-sprechend hoher Nachholbedarf. Denn Landesweit verfügen 89,3 Prozent der Bevölke-rung über keinerlei Versicherungsschutz. "Wenn sich der Anteil der Versicherten künftig über neue Gesetze zur Pflichtversicherung auf 50 Prozent erhöht, schätzen wir ein ein Marktpotential von über 1,4 Milliarden Euro", so Neubauer. Derzeit werden die größten Prämiengewinne mit freiwilligen Sachversicherungen großer Geschäftskunden erwirt-schaftet. Im Vergleich zum größten Lebensversicherer Alico mit einem Premiumgewinn von 1,6 Millionen Euro kam der führende Sachversicherer Lemma auf 24,6 Millionen Euro. Noch steht die Ampel für den Marktzugang wegen der beschränkten Beteili-gungsmöglichkeiten ausländischer Investoren und der noch nicht stabilen politischen Verhältnisse noch nicht auf grün. Über die Kooperationsmöglichkeiten und die Wachs-tumschancen ist das Licht in der Ukraine aber auf Orange umgesprungen.

Die PPI Consulting Group GmbH verknüpft die Strategiekompetenz eines klassischen Unternehmensberaters mit dem Technologie-Know-how von PPI. Vor dem Hintergrund des langjährigen Innovationsstaus in fast allen Branchen unterstützt die PPI Consulting Group ihre Kunden aus den Bereichen Finanzwirtschaft, Telekommunikation und Technologie bei der Einführung neuer Geschäfts- und IT-Strategien.


Unter dem Dach der PPI Aktiengesellschaft ergänzt die PPI Consulting Group GmbH seit April 2005 als Management- und IT Strategieberatung mit Standorten in Hamburg und Frankfurt am Main das Angebot der PPI AG.

Jörg Forthmann | presseportal
Weitere Informationen:
http://www.ppi.de

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