Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Innovationsfähigkeit ist ein Wachstumsmotor / Siegerstrategien im deutschen Mittelstand

04.01.2006


Erfolgsfaktoren der Finalisten des Wettbewerbs "Entrepreneur des Jahres"


Mittelständische Unternehmen, die sehr stark wachsen und neue Arbeitsplätze schaffen, vertrauen vor allem auf ihre Innovationskraft. Sie erzielen hierdurch Wettbewerbsvorteile sowohl gegenüber konkurrierenden Unternehmen aus dem Mittelstand als auch gegenüber Großunternehmen. Erfolgreiche Unternehmer setzen dabei auf das Wissen ihrer Mitarbeiter und auf eine solide Wachstumsfinanzierung. Dieses Fazit zieht die Studie "Innovativ in die Zukunft - Siegerstrategien im deutschen Mittelstand 2006", die Ernst & Young zusammen mit dem F.A.Z.-Institut für Management-, Markt- und Medieninformationen erarbeitet hat.

In der Studie werden die Strategien von 80 Unternehmen ausgewertet, die in den vergangenen Jahren überdurchschnittlich gewachsen sind und sich so als Finalisten für den Wettbewerb "Entrepreneur des Jahres 2005" qualifizierten konnten. Deren Unternehmenskennzahlen flossen ebenso in die Auswertung ein wie eine Befragung der Geschäftsführer oder Gründer nach ihren Erfahrungen.


Die analysierten Unternehmen sind in den verschiedensten Branchen tätig. Der durchschnittliche Jahresumsatz beträgt 65 Millionen Euro bei einem Umsatzwachstum von jährlich 30 Prozent. Die Zahl der Mitarbeiter liegt im Schnitt bei 350 und steigt pro Jahr um 25 Prozent.

"Als Studienergebnis kristallisierten sich fünf Siegerstrategien heraus", so Alfred Müller, Mitglied des Vorstands der Ernst & Young AG. "Damit zeigen wir Benchmarks, an denen sich andere Mittelständler orientieren können."

Siegerstrategie 1: Selbstverantwortliche Mitarbeiter

Als Erfolgsfaktor Nummer Eins nennt fast jeder der Entrepreneure seine Mitarbeiter. Diese Unternehmer pflegen einen kooperativen Führungsstil und den persönlichen Kontakt. In 66 Prozent der Unternehmen entscheiden die Mitarbeiter bei strategischen Fragen mit, in 90 Prozent gehören Zielvereinbarungen zum Alltag. Mit innovativen Vergütungssystemen fördern die untersuchten Mittelständler überdies die Eigenverantwortung ihrer Angestellten. Laut Studie entlohnen 70 Prozent der Betriebe abhängig von der Steigerung des Unternehmenswertes, 67 Prozent nach festgelegten Arbeitsergebnissen. Daneben kommt verstärkt Projektmanagement zum Einsatz, etwa jeder vierte untersuchte Mittelständler hat diese Arbeitsweise in seine Unternehmensstrategie integriert.

Siegerstrategie 2: Mehr Kundennähe - höhere Preise

Ein Drittel (32 %) der erfolgreichen Mittelständler steigert seinen Umsatz auf bestehenden, jeder zweite (53 %) auf neuen Märkten. Wachstumsunternehmen konzentrieren sich auf einige wenige lukrative Kunden: Etwa zwei Drittel der Betriebe erzielen rund 80 Prozent ihres Umsatzes mit nur 40 Prozent ihrer Kunden. Neben der eigenen Forschung gelten die Kunden als wichtigste Inspirationsquelle: 81 Prozent der Mittelständler verlassen sich bei der Entwicklung von neuen Angeboten auf deren Anregungen. Weil Innovationen daher sehr kunden- und marktbezogen sind, können es sich 47 Prozent der Unternehmen leisten, im oberen Preissegment ihrer Branche zu agieren.

Siegerstrategie 3: Konzentration auf lukrative Nischen

Unternehmen, die nachhaltig wachsen, konzentrieren sich meist auf spezialisierte Technologien und Dienstleistungen. Zwar stehen 86 Prozent der Entrepreneure im starken Wettbewerb, doch nur jeder Sechste (17 %) fürchtet die Konkurrenz billiger Ersatzprodukte. Dagegen sehen 73 Prozent in ihren Absatzkanälen hohe Barrieren für Mitbewerber. Diesen Vorsprung bauen erfolgreiche Unternehmen durch neue Angebote aus: Bei 57 Prozent der Betriebe beträgt der Anteil von Produkten, die nicht älter als drei Jahre sind, über 40 Prozent. Dafür investieren die Unternehmen viel in Forschung und Entwicklung. Bei 37 Prozent wird mindestens jeder zehnte Euro vom Umsatz in diesen Bereich gesteckt.

Siegerstrategie 4: Absatzchancen im Ausland nutzen

Wachstumsunternehmen haben die Chancen jenseits der Grenzen fest im Blick: Etwa jedes dritte Unternehmen wächst im Ausland, vorzugsweise in Europa, zunehmend auch in China. Auch bei der Internationalisierung zahlt sich das Engagement in der Nische aus. Weit über die Hälfte der untersuchten Unternehmen (64 %) ist laut Studie Marktführer in seinem Bereich - wenigstens in bestimmten Segmenten.

Siegerstrategie 5: Neue, aber solide Finanzierungswege

Wachstumsunternehmen im Mittelstand gehen eher konservativ mit Geld um: Fast jedes (91 %) finanziert notwendige Investitionen über Gewinne oder das laufende Geschäft (Cashflow), etwa jedes zweite (47 %) verlässt sich auf Eigenkapital. Allerdings hat der erschwerte Zugang zu Bankkrediten die Bedeutung neuer Geldquellen wachsen lassen. Mehr als 20 Prozent der Betriebe vertraut inzwischen Risiko-Kapitalgebern und privaten Investoren. Stark genutzt werden zudem auch die Möglichkeiten zur Innenfinanzierung wie aktives Forderungsmanagement.

Die Studie "Innovativ in die Zukunft - Siegerstrategien im deutschen Mittelstand 2006" enthält neben den Ergebnissen auch Fallstudien von neun wachstumsstarken mittelständischen Betrieben. Sie umfasst 54 Seiten, kostet 48 Euro und kann unter www.entrepreneur-des-jahres.de bestellt werden.

Zum Wettbewerb "Entrepreneur des Jahres":

Ernst & Young organisiert den Unternehmerwettbewerb "Entrepreneur des Jahres" weltweit in 40 Ländern. In Deutschland wird die Auszeichnung 2006 zum zehnten Mal verliehen. Mit der Auszeichnung werden unternehmerische Spitzenleistungen identifiziert und honoriert. Eine hochrangig besetzte neutrale Jury, bestehend aus Unternehmern und Professoren, wählt die "Entrepreneure des Jahres" aus. Namhafte Unternehmen und Medien unterstützen den Wettbewerb als Partner. Dazu gehören BMW, Capgemini, die Frankfurter Allgemeine Zeitung und das Manager Magazin.

Über Ernst & Young:

Ernst & Young mit Hauptsitz in Stuttgart ist eines der großen deutschen Prüfungs- und Beratungsunternehmen und das deutsche Mitgliedsunternehmen von Ernst & Young Global. Im Bereich Steuerberatung ist Ernst & Young die Nummer Eins unter den deutschen Kanzleien. Ernst & Young beschäftigt rund 6.200 Mitarbeiter an 22 Standorten und erzielte im Geschäftsjahr 2004/2005 rund 930 Mio. Euro Umsatz. Ernst & Young ist damit die dritte große Kraft unter den deutschen Prüfungs- und Beratungsunternehmen. Das Dienstleistungsangebot umfasst Wirtschaftsprüfung, prüfungsnahe Beratung, Steuerberatung sowie Transaktions- und Immobilienberatung. Dienstleistungen im Bereich der Rechtsberatung erbringt die Luther Rechtsanwaltsgesellschaft mbH. Ernst & Young ist der Partner sowohl großer als auch mittelständischer Unternehmen. Die rund 106.000 Mitarbeiter von Ernst & Young Global erzielten im Geschäftsjahr 2004/2005 einen Umsatz von 16,9 Mrd. US$.

Wolfgang Glauner | presseportal
Weitere Informationen:
http://www.de.ey.com
http://www.entrepreneur-des-jahres.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Klimawandel verstärkt Selenmangel
21.02.2017 | Eidgenössische Technische Hochschule Zürich (ETH Zürich)

nachricht Echtzeit-Feedback hilft Energie und Wasser sparen
08.02.2017 | Otto-Friedrich-Universität Bamberg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Im Focus: Innovative Antikörper für die Tumortherapie

Immuntherapie mit Antikörpern stellt heute für viele Krebspatienten einen Erfolg versprechenden Ansatz dar. Weil aber längst nicht alle Patienten nachhaltig von diesen teuren Medikamenten profitieren, wird intensiv an deren Verbesserung gearbeitet. Forschern um Prof. Thomas Valerius an der Christian Albrechts Universität Kiel gelang es nun, innovative Antikörper mit verbesserter Wirkung zu entwickeln.

Immuntherapie mit Antikörpern stellt heute für viele Krebspatienten einen Erfolg versprechenden Ansatz dar. Weil aber längst nicht alle Patienten nachhaltig...

Im Focus: Durchbruch mit einer Kette aus Goldatomen

Einem internationalen Physikerteam mit Konstanzer Beteiligung gelang im Bereich der Nanophysik ein entscheidender Durchbruch zum besseren Verständnis des Wärmetransportes

Einem internationalen Physikerteam mit Konstanzer Beteiligung gelang im Bereich der Nanophysik ein entscheidender Durchbruch zum besseren Verständnis des...

Im Focus: Breakthrough with a chain of gold atoms

In the field of nanoscience, an international team of physicists with participants from Konstanz has achieved a breakthrough in understanding heat transport

In the field of nanoscience, an international team of physicists with participants from Konstanz has achieved a breakthrough in understanding heat transport

Im Focus: Hoch wirksamer Malaria-Impfstoff erfolgreich getestet

Tübinger Wissenschaftler erreichen Impfschutz von bis zu 100 Prozent – Lebendimpfstoff unter kontrollierten Bedingungen eingesetzt

Tübinger Wissenschaftler erreichen Impfschutz von bis zu 100 Prozent – Lebendimpfstoff unter kontrollierten Bedingungen eingesetzt

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Der Lkw der Zukunft kommt ohne Fahrer aus

21.02.2017 | Veranstaltungen

Physikerinnen und Physiker diskutieren in Bremen über aktuelle Grenzen der Physik

21.02.2017 | Veranstaltungen

Kniffe mit Wirkung in der Biotechnik

21.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rittal vereinbart mit den Betriebsräten Sozialpläne

21.02.2017 | Unternehmensmeldung

Der Lkw der Zukunft kommt ohne Fahrer aus

21.02.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Zur Sprache gebracht: Und das intelligente Haus „hört zu“

21.02.2017 | Messenachrichten