Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Studie zum nächtlichen Einnässen soll Behandlungsstrategien optimieren

03.01.2006


Die Klinik und Poliklinik für Kinderchirurgie der Universität Leipzig gehen in einer Studie den Ursachen, dem Krankheitsbild und der Behandlung des nächtlichen Einnässens nach. Ziel ist die kindgerechte Optimierung der Behandlungsstrategien.



Verlängertes nächtliches Einnässen ist die zweithäufigste Gesundheitsstörung im Kindesalter nach Allergien. Es sind immerhin 15% der 5- und 6-jährigen Kinder und noch jeder zehnte Siebenjährige mit diesem Problem belastet. "Verlängertes nächtliches Einnässen wird häufig auf Erziehungsfehler oder psychische Probleme der Kinder zurückgeführt. Aber das ist nur selten der Fall.", so Dr. Udo Rolle, Kinderurologe an der Leipziger Universitätsklinik für Kinderchirurgie. "Das nächtliche Einnässen oder Enuresis nocturna ist zudem häufig ein Tabuthema in den betroffenen Familien und wird selten beim Kinderarzt angesprochen, obwohl es die betroffenen Kinder und ihre Familien stark belasten kann."



Die Leipziger Kinderchirurgen möchten Eltern ermutigen, den Ursachen des nächtlichen Einnässens auf den Grund zu gehen. Im Rahmen einer Studie untersuchen sie Kinder von fünf bis 15 Jahren, die in zwei Wochen mindestens sechs mal einnässen, um die optimale Behandlung für jedes Kind einleiten zu können.

"Die Ursachen des verlängerten nächtlichen Einnässens sind vielfältig und erfordern eine umfassende Diagnostik. Zur richtigen Therapieentscheidung muss zum Beispiel das Auftreten von Symptomen am Tag ausgeschlossen werden. Dieses sind sehr häufige Toilettengänge des Kindes oder häufig auftretender plötzlicher Harndrang. Wenn diese Symptome zusätzlich zum nächtlichen Einnässen auftreten, liegt eine kombinierte Form des kindlichen Einnässens vor, die eine andere Therapie als die des isolierten nächtlichen Einnässens notwendig macht.", erklärt Dr. Rolle.

Trete das kindliche Einnässen nur nachts auf und liegen keine angeborenen Fehlbildungen der Nieren und Harnwege oder andere organische Störungen des Harntraktes vor, handele es sich um eine sogenannte "primäre monosymptomatische Enuresis nocturna" (angeborenes, isoliertes nächtliches Einnässen). Diese Form stelle keine eigentliche Krankheit dar, sondern sei wahrscheinlich eine Entwicklungsverzögerung. Bei Kindern vor dem vollendeten 5. Lebensjahr brauchten sich die betroffenen Familien keine Sorgen machen und eine normale Reifung könne abgewartet werden. "Erst wenn eine spontane Besserung nicht eintritt, sollte vor der Einschulung die erforderliche Diagnostik und eine eventuell notwendige Therapie durchgeführt werden.", so Rolle. "Denn sonst könnten sich schnell sekundäre Probleme entwickeln, die dann schwer in den Griff zu bekommen sind."

Momentan gebe zwei international anerkannte Therapien des nächtlichen Einnässens, wobei noch nicht endgültig geklärt sei, welche der beiden Therapieformen zuerst angewendet werden sollten. Die Studie soll nun helfen, das Problem zu klären und somit die Behandlungsstrategien bei verlängertem nächtlichen Einnässen kindgerecht zu optimieren.

Familien mit Kindern, die unter verlängertem nächtlichen Einnässen leiden, können sich an der Studie beteiligen. Als Ansprechpartner steht Oberarzt PD Dr. med. habil. Udo Rolle und die Mitarbeiter der Funktionsabteilung Urodynamik der Universitätsklinik und Poliklinik für Kinderchirurgie in der Oststr. 21-25 zur Verfügung, Tel.: 0341 9726703.

Dr. Bärbel Adams | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-leipzig.de

Weitere Berichte zu: Behandlungsstrategie Diagnostik Enuresis Kinderchirurgie

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Studie zu sicherem Autofahren bis ins hohe Alter
19.06.2017 | Leibniz-Institut für Arbeitsforschung an der TU Dortmund

nachricht Welche Auswirkungen hat die Digitalisierung der Industrieproduktion auf Jobs und Umweltschutz?
16.05.2017 | Institute for Advanced Sustainability Studies e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Vorbild Delfinhaut: Elastisches Material vermindert Reibungswiderstand bei Schiffen

Für eine elegante und ökonomische Fortbewegung im Wasser geben Delfine den Wissenschaftlern ein exzellentes Vorbild. Die flinken Säuger erzielen erstaunliche Schwimmleistungen, deren Ursachen einerseits in der Körperform und andererseits in den elastischen Eigenschaften ihrer Haut zu finden sind. Letzteres Phänomen ist bereits seit Mitte des vorigen Jahrhunderts bekannt, konnte aber bislang nicht erfolgreich auf technische Anwendungen übertragen werden. Experten des Fraunhofer IFAM und der HSVA GmbH haben nun gemeinsam mit zwei weiteren Forschungspartnern eine Oberflächenbeschichtung entwickelt, die ähnlich wie die Delfinhaut den Strömungswiderstand im Wasser messbar verringert.

Delfine haben eine glatte Haut mit einer darunter liegenden dicken, nachgiebigen Speckschicht. Diese speziellen Hauteigenschaften führen zu einer signifikanten...

Im Focus: Kaltes Wasser: Und es bewegt sich doch!

Bei minus 150 Grad Celsius flüssiges Wasser beobachten, das beherrschen Chemiker der Universität Innsbruck. Nun haben sie gemeinsam mit Forschern in Schweden und Deutschland experimentell nachgewiesen, dass zwei unterschiedliche Formen von Wasser existieren, die sich in Struktur und Dichte stark unterscheiden.

Die Wissenschaft sucht seit langem nach dem Grund, warum ausgerechnet Wasser das Molekül des Lebens ist. Mit ausgefeilten Techniken gelingt es Forschern am...

Im Focus: Hyperspektrale Bildgebung zur 100%-Inspektion von Oberflächen und Schichten

„Mehr sehen, als das Auge erlaubt“, das ist ein Anspruch, dem die Hyperspektrale Bildgebung (HSI) gerecht wird. Die neue Kameratechnologie ermöglicht, Licht nicht nur ortsaufgelöst, sondern simultan auch spektral aufgelöst aufzuzeichnen. Das bedeutet, dass zur Informationsgewinnung nicht nur herkömmlich drei spektrale Bänder (RGB), sondern bis zu eintausend genutzt werden.

Das Fraunhofer IWS Dresden entwickelt eine integrierte HSI-Lösung, die das Potenzial der HSI-Technologie in zuverlässige Hard- und Software überführt und für...

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Internationale Fachkonferenz IEEE ICDCM - Lokale Gleichstromnetze bereichern die Energieversorgung

27.06.2017 | Veranstaltungen

Internationale Konferenz zu aktuellen Fragen der Stammzellforschung

27.06.2017 | Veranstaltungen

Fraunhofer FKIE ist Gastgeber für internationale Experten Digitaler Mensch-Modelle

27.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Mainzer Physiker gewinnen neue Erkenntnisse über Nanosysteme mit kugelförmigen Einschränkungen

27.06.2017 | Biowissenschaften Chemie

Wave Trophy 2017: Doppelsieg für die beiden Teams von Phoenix Contact

27.06.2017 | Unternehmensmeldung

Warnsystem KATWARN startet international vernetzten Betrieb

27.06.2017 | Informationstechnologie