Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Wirtschaftskriminalität wird völlig unterschätzt

15.12.2005


Inkonsequente Deliktahndung animiert zu weiteren Straftaten



Beinahe jedes zweite österreichische Unternehmen ist in den vergangenen zwei Jahren Opfer von Wirtschaftskriminalität geworden - und das zum Teil mehrfach. Ungeachtet dessen, bleibt das Risikobewusstsein bzw. die Bereitschaft in zusätzliche Maßnahmen gegen Wirtschaftskriminalität zu investieren, äußerst gering. Gerade einmal jedes fünfte Unternehmen hält es für wahrscheinlich, in den kommenden fünf Jahren selbst Opfer zu werden. Dies sind die Ergebnisse einer heute, Donnerstag, präsentierten Studie von PwC PricewaterhousCoopers Österreich.



Ähnlich wie in Deutschland (pressetext berichtete: http://www.pressetext.de/pte.mc?pte=051129037 ) stammen auch in Österreich die Täter zumeist aus den eigenen Reihen. Mit Veruntreuungen, Diebstählen und Unterschlagungen, die 76 Prozent der entdeckten Delikte ausmachen, weist Österreich in der Deliktpalette allerdings andere Schwerpunkte als seine Nachbarländer auf. "Hierzulande sind - ganz im Gegensatz zur Schweiz oder auch dem internationalen Vergleich - Bilanzfälschungen eindeutig unterproportional vertreten", meint Dorotea Rebmann, Forensic-Accounting-Spezialistin bei PwC Österreich, gegenüber pressetext. Sie führt dies auf die Unternehmensstrukturen sowie die Rechnungslegung-Philosophie in Österreich zurück.

"Hier herrscht angesichts der Steuerbemessungsgrundlage gerade in mittelständischen Betrieben immer noch das Vorsichtsprinzip, dass man sich nicht reicher machen darf, als man ist", so Rebmann. Börsennotierte internationale Konzerne, Banken- und Versicherungsgruppen, die beispielsweise den Wirtschaftsstandort Schweiz in weitaus größerem Maße prägten, würden hier zum Teil wohl andere Strategien und Unternehmensphilosophien verfolgen.

Den Anstieg der von Wirtschaftskriminalität betroffenen Unternehmen von 20 Prozent im Jahr 2001 auf über 40 Prozent in den Untersuchungsjahren 2003 und 2005 führt Rebmann auf eine höhere Sensibilisierung und geringere Toleranz vieler Unternehmen gegenüber dem Thema zurück. Als Gegenmaßnahmen zur Eindämmung von kriminellen Handlungen rät Rebmann Unternehmensführungen Delikte konsequent aufzuklären und zu verfolgen. "11 Prozent der intern festgestellten Delikte bleiben ohne jede Konsequenz für den Täter. Wenn bei den Mitarbeitern der Eindruck entsteht, dass das Unternehmen bei Unregelmäßigkeiten mindestens ein Auge zudrückt, prägt dies die Unternehmenskultur nachhaltig und bereitet den Boden für weitere Delikte", warnt Rebman im Gespräch mit pressetext abschließend.

Martin Stepanek | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.pwc.at

Weitere Berichte zu: Delikt Wirtschaftskriminalität

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Erste großangelegte Genomstudie prähistorischer Skelette aus Afrika
27.09.2017 | Max-Planck-Institut für Menschheitsgeschichte / Max Planck Institute for the Science of Human History

nachricht Wie gesund werden wir alt?
18.09.2017 | Medizinische Hochschule Hannover

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hochfeldmagnet am BER II: Einblick in eine versteckte Ordnung

Seit dreißig Jahren gibt eine bestimmte Uranverbindung der Forschung Rätsel auf. Obwohl die Kristallstruktur einfach ist, versteht niemand, was beim Abkühlen unter eine bestimmte Temperatur genau passiert. Offenbar entsteht eine so genannte „versteckte Ordnung“, deren Natur völlig unklar ist. Nun haben Physiker erstmals diese versteckte Ordnung näher charakterisiert und auf mikroskopischer Skala untersucht. Dazu nutzten sie den Hochfeldmagneten am HZB, der Neutronenexperimente unter extrem hohen magnetischen Feldern ermöglicht.

Kristalle aus den Elementen Uran, Ruthenium, Rhodium und Silizium haben eine geometrisch einfache Struktur und sollten keine Geheimnisse mehr bergen. Doch das...

Im Focus: Schmetterlingsflügel inspiriert Photovoltaik: Absorption lässt sich um bis zu 200 Prozent steigern

Sonnenlicht, das von Solarzellen reflektiert wird, geht als ungenutzte Energie verloren. Die Flügel des Schmetterlings „Gewöhnliche Rose“ (Pachliopta aristolochiae) zeichnen sich durch Nanostrukturen aus, kleinste Löcher, die Licht über ein breites Spektrum deutlich besser absorbieren als glatte Oberflächen. Forschern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es nun gelungen, diese Nanostrukturen auf Solarzellen zu übertragen und deren Licht-Absorptionsrate so um bis zu 200 Prozent zu steigern. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler nun im Fachmagazin Science Advances. DOI: 10.1126/sciadv.1700232

„Der von uns untersuchte Schmetterling hat eine augenscheinliche Besonderheit: Er ist extrem dunkelschwarz. Das liegt daran, dass er für eine optimale...

Im Focus: Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht

Im Blut zirkulierende Biomoleküle und Zellen sind Träger diagnostischer Information, deren Analyse hochwirksame, individuelle Therapien ermöglichen. Um diese Information zu erschließen, haben Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT ein Mikrochip-basiertes Diagnosegerät entwickelt: Der »AnaLighter« analysiert und sortiert klinisch relevante Biomoleküle und Zellen in einer Blutprobe mit Licht. Dadurch können Frühdiagnosen beispielsweise von Tumor- sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen gestellt und patientenindividuelle Therapien eingeleitet werden. Experten des Fraunhofer ILT stellen diese Technologie vom 13.–16. November auf der COMPAMED 2017 in Düsseldorf vor.

Der »AnaLighter« ist ein kompaktes Diagnosegerät zum Sortieren von Zellen und Biomolekülen. Sein technologischer Kern basiert auf einem optisch schaltbaren...

Im Focus: Neue Möglichkeiten für die Immuntherapie beim Lungenkrebs entdeckt

Eine gemeinsame Studie der Universität Bern und des Inselspitals Bern zeigt, dass spezielle Bindegewebszellen, die in normalen Blutgefässen die Wände abdichten, bei Lungenkrebs nicht mehr richtig funktionieren. Zusätzlich unterdrücken sie die immunologische Bekämpfung des Tumors. Die Resultate legen nahe, dass diese Zellen ein neues Ziel für die Immuntherapie gegen Lungenkarzinome sein könnten.

Lungenkarzinome sind die häufigste Krebsform weltweit. Jährlich werden 1.8 Millionen Neudiagnosen gestellt; und 2016 starben 1.6 Millionen Menschen an der...

Im Focus: Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

Ob als Smartphone-App für die Fahrkarte im Nahverkehr, als Geldwertkarten für das Schwimmbad oder in Form einer Bonuskarte für den Supermarkt: Für viele gehören „elektronische Geldbörsen“ längst zum Alltag. Doch vielen Kunden ist nicht klar, dass sie mit der Nutzung dieser Angebote weitestgehend auf ihre Privatsphäre verzichten. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entsteht ein sicheres und anonymes System, das gleichzeitig Alltagstauglichkeit verspricht. Es wird nun auf der Konferenz ACM CCS 2017 in den USA vorgestellt.

Es ist vor allem das fehlende Problembewusstsein, das den Informatiker Andy Rupp von der Arbeitsgruppe „Kryptographie und Sicherheit“ am KIT immer wieder...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Das Immunsystem in Extremsituationen

19.10.2017 | Veranstaltungen

Die jungen forschungsstarken Unis Europas tagen in Ulm - YERUN Tagung in Ulm

19.10.2017 | Veranstaltungen

Bauphysiktagung der TU Kaiserslautern befasst sich mit energieeffizienten Gebäuden

19.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Forscher finden Hinweise auf verknotete Chromosomen im Erbgut

20.10.2017 | Biowissenschaften Chemie

Saugmaschinen machen Waschwässer von Binnenschiffen sauberer

20.10.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Strukturbiologieforschung in Berlin: DFG bewilligt Mittel für neue Hochleistungsmikroskope

20.10.2017 | Förderungen Preise