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Wie rechnen die Briten?

09.12.2005


Erste deutsch-britische Evaluation zur Nutzung von Hochleistungscomputern mit DFG-Unterstützung vorgestellt



In der internationalen Forschung gewinnen Höchstleistungsrechner zunehmend an Bedeutung. Aber entsprechen die Rahmenbedingungen ihrer Nutzung (Ausbildung des Personals, Zugang zu Rechnern und Daten, Aktualität der Programme etc.) den Anforderungen, die modernes wissenschaftliches Arbeiten heute an sie stellt? Und wie müssen sich Computer-Ressourcen oder Kooperationsplattformen weiterentwickeln, damit Wissenschaftler so unterschiedlicher Disziplinen wie Astrophysik, Chemie, Materialwissenschaften, Strömungsmechanik oder Meteorologie auch in Zukunft erfolgreich forschen und insbesondere auch interdisziplinär zusammenarbeiten können?



Antworten auf diese Fragen suchte das britische Engineering and Physical Sciences Research Council (EPSRC) und lud die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) zur Durchführung einer gemeinsamen Evaluation zur Nutzung britischer Höchstleistungsrechner ein – die erste deutsch-britische Kooperation dieser Art überhaupt. Die Ergebnisse, die in der Broschüre „International Review of Research Using HPC in the UK“ zusammengefasst sind, werden am 12. Dezember 2005 im Beisein von DFG-Präsident Professor Ernst-Ludwig Winnacker in London vorgestellt.

Durchgeführt wurde die Evaluation durch ein international besetztes und von EPSRC und DFG gemeinsam zusammengestelltes Expertenteam. Insgesamt untersuchten die zehn international angesehenen Wissenschaftler aus Deutschland, Japan, Belgien, der Schweiz und den USA 15 britische Forschungsinstitute, deren wissenschaftliche Arbeit im Wesentlichen auf der Nutzung von Höchstleistungsrechnern beruht. Zum Teil fanden die Anhörungen vor Ort statt. „Die Briten wollten einen unbefangenen Blick von außen auf ihre Forschungseinrichtungen“, sagt Harald Knobloch, einer der maßgeblichen Koordinatoren der Evaluation von Seiten der DFG. „Deshalb war auch kein britischer Wissenschaftler unter den Gutachtern“.

Ergebnis der Untersuchung: Insgesamt sehen die Experten den Stand der Wissenschaft in Großbritannien und deren Arbeitsmöglichkeiten, insbesondere deren Versorgung mit Höchstleistungsrechnern, auf einem international hohen Niveau. Sie sprachen eine Reihe von Empfehlungen zur Weiterentwicklung der wissenschaftlichen Infrastruktur in Großbritannien aus, insbesondere im Hinblick auf die Installation neuer Großrechner wie den „High End Computing Terascale Resource“ (HECToR).

Im Gegensatz zu Deutschland werden in Großbritannien Höchstleistungsrechner von den jeweiligen Research Councils beschafft und von diesen direkt verwaltet, inklusive der Vergabe von Rechenzeiten für Forscher und Universitäten. Federführend ist dabei das EPSRC und das ihm angegliederte High End Computing Strategy Committee.

Weitere Informationen erteilt Dr. Harald Knobloch, Gruppe Wissenschaftliche Geräte und Informationstechnik, Tel.: 0228/885-2432, E-Mail: Harald.Knobloch@dfg.de.

Dr. Harald Knobloch | DFG - Presse
Weitere Informationen:
http://www.dfg.de

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