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Studie belegt: Ärzte in Kliniken sind hochgradig unzufrieden

08.12.2005


Untersuchung an der Fachhochschule Münster liefert erstmals ein konkretes Bild der Stimmungslage von Medizinern



Dass Krankenhausärzte keinen leichten Job haben, ist bekannt. Die aktuellen landesweiten Proteste von Medizinern beklagen eine zu große Verantwortung bei durchschnittlichem Gehalt und eine hohe Arbeitsbelastung bei weitgehender Missachtung der gesetzlich vorgeschriebenen Ruhezeiten. Häufig tragen veraltete Hierarchiestrukturen zur Unzufriedenheit bei. Diese Einschätzung der Arbeitsbedingungen bestätigt nun eine empirische Studie unter der Federführung von Prof. Dr. Roland Multhaup. "Wir liefern damit erstmals verlässliche Zahlen darüber, wie es um die Versorgung der deutschen Krankenhäuser mit motivierten Ärzten wirklich steht", so der Wirtschaftswissenschaftler von der Fachhochschule Münster. Befragt wurden Mediziner, die in Kliniken arbeiten, und Medizinstudenten in höheren Semestern.

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Die Ergebnisse der Studie seien bedrückend. "Schlechtere Noten habe ich bisher in keiner Untersuchung ermittelt", fasst Multhaup die Tendenz zusammen, die er als dramatisch bezeichnet. Damit nicht genug: Noch negativer fiel das Urteil der befragten Studierenden aus. So stuften die angehenden Mediziner ausgerechnet die Arbeitsatmosphäre noch anderthalb Notenstufen schlechter ein als die zu den gleichen Kriterien befragten Ärzte im Beruf.

Ein zunehmend schlechtes Image bescheinigt auch Co-Autor Peer Cornelsen den Krankenhäusern. "Viele Medizinstudenten sehen in der Kliniktätigkeit nur noch eine unumgängliche Zeit bis zur eigenen Praxisgründung." Schon heute planten acht Prozent der befragten Nachwuchskräfte, in einen fachfremden Beruf zu wechseln.

Dabei sei Qualität und die Motivation der Ärzte ein wichtiger Erfolgsfaktor für Kliniken, so Multhaup. "Das wird den Wettbewerb entscheiden", ist er sicher. "Einrichtungen, die hier nicht entgegensteuern, setzen ihre Existenz aufs Spiel. Krankenhäuser können ihre Personalpolitik optimieren", bilanziert der Hochschullehrer. Die Studie gibt daher neben der Analyse auch Hinweise für eine Verbesserung der Situation.

Christoph Hachtkemper | idw
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