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Bedeutung der Spiegelneuronen für Autismus nachgewiesen

05.12.2005


Ausmaß der Aktivierung der Neuronen entscheidend


Eine abnorme Aktivität der Neuronen, die Menschen dabei helfen andere zu imitieren, könnte manchen der sozialen Defizite von Autisten zugrunde liegen. Zu diesem Ergebnis ist eine Studie der University California gekommen. Autistische Kinder verfügten in einem bestimmten Bereich über eine geringere Gehirnaktivierung. Dabei handelte es sich um den Bereich, der bei der Erkennung der geistigen Verfassung eines anderen, eine Rolle spielt. Das Ausmaß der Aktivierung der Spiegelneuronen entsprach dabei dem Ausmaß der sozialen Beeinträchtigung. Je geringer die Aktivierung war, desto stärker war die Beeinträchtigung der Kinder. Die Ergebnisse der Studie wurden in Nature Neuroscience veröffentlicht.

Autismus beeinträchtigt die Fähigkeit eines Menschen mit anderen zu kommunizieren und angemessen auf Signale aus der Umwelt zu reagieren. Bei Tieren wurde laut BBC nachgewiesen, dass Spiegelneuronen feuern, wenn Tiere andere bei etwas beobachten und wenn sie in der Folge das gleiche tun. Für die aktuelle Studie untersuchte das Team um Mirella Dapretto die Muster der Gehirnaktivität von zehn autistischen Kindern, während sie entweder einen Gesichtsausdruck imitierten oder ihn passiv beobachteten. Die Gesichtsausdrücke entsprachen Gefühlen wie Angst, Wut, Traurigkeit und Glück. Die Wissenschafter verglichen diese Ergebnisse mit jenen von zehn nichtautistischen Kindern gleichen Alters, die über den gleichen IQ verfügten.


Obwohl die autistischen Kinder waren in der Lage, die gestellten Aufgaben zu lösen, verfügten sie in beiden Fällen über eine geringere Aktivierung in einer Gehirnregion, die die Spiegelneuronen enthält. Dabei handelt es sich um einen Teil der unteren Stirnhirnwindung. Die autistischen Kinder verfügten in den Gefühlszentren des Gehirns, der Insula und der Amygdala, ebenfalls über eine eingeschränkte Aktivität. Dapretto erklärte, dass die aktuellen Ergebnisse gemeinsam mit anderen neuen Forschungsergebnissen jene Theorie unterstützten, wonach ein unzureichendes Funktionieren der Spiegelneuronen mit dem Entstehen von Autismus in Verbindung gebracht wird. Das sei sehr aufregend, da man jetzt endlich über eine Ursache verfüge, die alle entscheidenden Symptome der Erkrankung erklärbar mache. Die Wissenschafter gehen davon aus, das die autistischen Kinder andere Bereiche des Gehirns nutzen müssen, um die ihnen gestellten Aufgaben lösen zu können. So sei es zum Beispiel denkbar, dass sie den visuellen und motorischen Anhaltspunkten mehr Aufmerksamkeit schenkten, ohne dabei die emotionale Bedeutung des imitierten Gesichtsausdruckes zu erfahren.

Michaela Monschein | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.ucla.edu
http://www.nature.com/neuro
http://www.universityofcalifornia.edu/

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